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  • Stadtgeschichte
Dominikanerkloster St. Albert

Zuflucht und Zeugnis

Das Dominikanerkloster St. Albert in Leipzig-Wahren ist ein Ort stiller Größe. Es steht für gelebten Glauben, mutige Hilfe im Zweiten Weltkrieg – und eine beeindruckende, klare Architektur.

Kirche
1951 legte der Prior des Berliner Dominikanerklosters, P. Heribert Grotendorst, den Grundstein für einen Kirchenbau. Die Pläne für den Neubau stammen vom Leipziger Architekten Andreas Marquart. © Lumu

Ein Ort voller Kraft: In einem der ältesten Stadtteile Leipzigs liegt das Dominikanerkloster St. Albert.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde es zur Zuflucht für Verfolgte. Superior Aurelius Arkenau versteckte hier Juden, Zwangsarbeiter, Kommunisten und Deserteure. Er beschaffte Papiere, organisierte medizinische Hilfe und rettete Menschenleben – im Schatten der Diktatur. 1999 ehrte ihn Israel postum als „Gerechten unter den Völkern“.

Bewegte Geschichte

Die Geschichte des Ordens in Leipzig begann bereits 1231. Damals gründeten Dominikaner ein erstes Kloster, dessen Paulinerkirche bald geweiht wurde. Nach der Reformation ging die Anlage an die Universität. Erst 1931 kehrten die Dominikaner zurück – mit dem Kauf eines Grundstücks in Wahren. Dort richteten sie eine Kapelle im Wohnhaus ein. Der Bau eines Klosters blieb zunächst unrealisiert – die politische Lage ließ es nicht zu.

1951 folgte ein Neuanfang: Pater Gordian Landwehr initiierte den Bau der heutigen Kirche. Ein Jahr später wurde sie geweiht. 1953 erhielt die betreute Gemeinde den Status einer eigenen Pfarrei. Es folgten Erweiterungen – ein Noviziatsgebäude, neue Wohnräume, schließlich der vollständige Neubau des Klosters mit offenem Vorplatz und Glockenturm. 1998 wurde das Ensemble erneut geweiht.

Neubau Klosterkirche

Architektonisch prägt der Rundbogen das Bild: Er spannt sich über Orgel, Altar und Fensterachsen. Die Kirche ist schlicht, aber durchdacht: weißes Ziegelmauerwerk, klare Linien, viel Licht. Seit 1954 erklingt eine Orgel mit 1.200 Pfeifen, gefertigt von Alfred Schmeisser aus Rochlitz.

Der Altarraum wurde mehrfach umgestaltet – zuletzt mit Saalburger Marmor, Tabernakel und Ambo (Pult) aus der Bronzegießerei Noack. Das Kloster lebt bis heute. Es erinnert an geistliches Wirken, an bürgerlichen Mut – und daran, wie stille Orte große Geschichte schreiben können.

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