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Stadtgeschichte Teil 88

Verwurzelt in der Geschichte

Nicht nur Gebäude können unter Denkmalschutz stehen: Auch besondere Landschaftselemente werden in Deutschland als Naturdenkmal ausgewiesen. In Leipzig gibt es davon derzeit 163.

Um 1905: Am Südplatz treffen Südstraße und Kochstraße aufeinander. Die Kochstraße 4 liegt direkt am Platz. Die Straße folgt einem alten Verkehrsweg, der einst Teil der mittelalterlichen Via Imperii war. Ab 1872 fuhr hier die Pferdebahn.
Um 1905: Am Südplatz treffen Südstraße und Kochstraße aufeinander. Die Kochstraße 4 liegt direkt am Platz. Die Straße folgt einem alten Verkehrsweg, der einst Teil der mittelalterlichen Via Imperii war. Ab 1872 fuhr hier die Pferdebahn. © Leibniz-Institut für Länderkunde, Archiv für Geographie

Schon der Begriff „Naturdenkmal“ geht auf das 18. Jahrhundert zurück und wurde von Alexander von Humboldt geprägt. Die damit verbundene Vorstellung, dass Natur als etwas Schützenswertes gilt, zieht sich bis heute.

In Deutschland sind Naturdenkmäler seit März 2010 im Bundesnaturschutzgesetz verankert. Der Schutzstatus wird von der Naturschutzbehörde vergeben. Als Gründe für die Ausweisung gelten u. a. die Erhaltung aus wissenschaftlichen oder naturgeschichtlichen Gründen, die Sicherung von Lebensgemeinschaften oder die Seltenheit. Mit dem Status gehen klare Vorgaben einher: Verboten sind die Beseitigung sowie alle Handlungen, die eine nachhaltige Störung hervorrufen könnten.

Historisches Gewächs, prominent am Südplatz

Am Anfang der am Südplatz beginnenden Kochstraße befindet sich eines der sichtbarsten Naturdenkmäler Leipzigs: Über eine Fläche von bis zu 600 Quadratmetern windet sich der Dreispitzige Wilde Wein an der Fassade der Kochstraße 4 entlang. Geschützt wird er aufgrund seiner Bedeutung für die Naturgeschichte, die Landeskunde und die Kultur sowie wegen seiner Seltenheit und besonderen Ausprägung.

Gepflanzt wurden die drei – heute sind es nur noch zwei – Pflanzen im Jahr 1945 von einem US-amerikanischen Offizier. Während damals das dortige Wohnhaus durch Bombardierungen zerstört wurde, befindet sich im heutigen Gebäude die Leipziger Hafenbar mit einem zum Magazin passenden Motto: Ahoi!

Präsentiert von Industriekultur Leipzig e. V.

Der Industriekultur Leipzig e. V. bietet Führungen und Vorträge zur Industriegeschichte und -kultur. Einmal im Jahr organisiert der Verein das Industrie | Kultur | Festival – mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und Filmvorführungen zeigt es die Vielfalt der Industriekultur in Leipzig und Umgebung. Dazu gehören auch die „Tage der Industriekultur“.

www.industriekultur-leipzig.de

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