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Gespräch mit Tender Moon

Wenn Du durchziehst, was Du liebst, ist der Rest egal

Tender Moon © Tender Moon

Leipzig ist ein gutes Pflaster für Musik! Hier treffen Menschen aufeinander und interagieren, werden elektrisch, sprühen Funken … Tender Moon beginnen gerade, den Planeten zu erhellen. Ahoi-Redakteur Volly Tanner wurde auf sie aufmerksam. Deshalb gab es Fragen. Und Antworten.

Ahoi: Guten Tag Tender Moon. Es gibt gerade Euren Erstlingsrundling „Hologram Hideout“ auf dieser Welt. Ich habe mal bei den großen Plattendealern geschaut, da war das Album aber nicht zu finden. Wo gibt es denn das gute Stück?

Tony: Das Album gibt es überall da, wo man online Musik streamen kann.

Veri: Wichtig ist wohl auch anzumerken, dass es das Album aktuell nur in digitaler Variante gibt. Bei unseren Auftritten wird es die Scheibe jedoch auch in einer physischen Form zu kaufen geben.

Ahoi: Ich durfte schon hineinhören und habe hin und wieder kleine Klexxer Retro gehört, liege ich hier richtig? Was können Menschen, die noch nie von Euch gehört haben, bei „Hologram Hideout“ erwarten?

Tony: Wir haben versucht, ein bisschen Nostalgie mit einfließen zu lassen. Und da Du das angesprochen hast, hat das vermutlich auch gut funktioniert. Da freuen wir uns! Mit Hologram Hideout laden wir zu einer Reise voller Eskapismus, Tagträumerei und tanzbarer Melancholie ein. Wir wollten mit dem Album auch eine Art Safe Space erschaffen, in dem man sich einfach fallen lassen kann.

Ahoi: Meine musikalische Sozialisation begann im Underground. Gibt es so etwas überhaupt noch oder ist das dann auch nur eine Selbstzuschreibung, ein Etikett?

Veri: Ich denke, das kommt darauf an, an welchen Stellen die Grenzen gezogen werden. Ist es schon Underground, wenn es nicht kommerziell oder Mainstream ist? Für mein Gefühl ist das Wichtigste in der Kunst, dass man authentisch ist. Wenn das ausgelebt wird, spielt es keine Rolle, ob es nun wahrhaftiger Underground oder nur Etikette ist. Wenn Du durchziehst, was Du liebst, ist der Rest egal.

Ahoi: Wie ist denn die Lage mit Auftrittsmöglichkeiten regional und überregional für Euch?

Tony: Obwohl wir erst seit kurzem zusammengefunden haben, gibt es einige Möglichkeiten. Es stehen bereits Auftritte in Leipzig, Berlin und Erfurt fest und auch Dresden hat bereits Interesse.

Veri: Ich bin jetzt seit grob 16 Jahren in der Musiklandschaft unterwegs und weiß es dadurch realistisch einzuschätzen. Es ist schwierig, sich durchsetzen zu können. Allerdings haben wir ein gutes überregionales Netzwerk und einige Kontakte zu Veranstalter:innen, Clubs und anderen Bands. Ich denke, wir haben eine gute Ausgangsposition.

Ahoi: Ihr arbeitet ganz klassisch DIY. So steht es jedenfalls in Eurer Promo. Absolut bis ins letzte Detail? Wer macht denn dann bei Euch was ganz konkret?

Veri: Ja, es ist alles bis ins kleinste Detail DIY. Die Songs haben Tony und ich zusammen geschrieben. Das Album haben wir selbst mit den einfachsten Mitteln zu Hause aufgenommen und abgemixt, während die ganzen technischen Aspekte vor allem meine Aufgabe sind. Auch die Promo und das Booking liegt in unseren Händen, wobei hauptsächlich Tony dort den Social Media Bereich übernimmt. Designs und gestalterische Aufgaben übernimmt Maria Manaa.

Tony: Wir müssen aber dazu sagen, dass das Album schon fertig war, bevor Veri und ich die anderen kennengelernt haben. Deshalb kann es gut sein, dass hier und da noch weitere Aufgaben dazu kommen oder sich anders verteilen.

Ahoi: Könnt Ihr Euch selbst ein bisschen vorstellen, bitte? Wo kommt Ihr her, wer seid Ihr und was macht Ihr, wenn Ihr keine Musik macht?

Tony: Mein Künstlername ist Tony Treasure und ich bin Sängerin der Band. Ich wohne direkt in Leipzig, aber komme ursprünglich aus Thüringen. Musik, Kunst und Kreativität sind schon immer meine großen Leidenschaften, die mich durchs Leben tragen.

Amelie: Ich bin Amelie und spiele bei Tender Moon hauptsächlich Schlagzeug und die Keys. Auch ich interessiere mich sehr für Kunst und Musik. Vor allem, was die Musik angeht, ist mein Geschmack sehr breit gefächert, deshalb bin ich auch für alles offen, wenn es darum geht, was ich spiele. Neben der Band spiele ich auch mit Leidenschaft Orchester und Solo Musik, also auch eher in die klassische und Barock-Richtung.

Maris: Ich bin Maris und bei Tender Moon am Bass für die tiefen Töne und den Groove zuständig. In den letzten Jahren habe ich in mehreren Bands gespielt und dabei sowohl Studio- als auch Live-Erfahrung gesammelt. Ich liebe es, mit anderen Musiker:innen zu spielen, Energie auf der Bühne zu teilen und gemeinsam etwas Eigenes zu schaffen. Der nostalgische Vibe, den Tender Moon zu bieten hat, muss in die Welt raus, um Menschen zum Träumen und Viben einzuladen. Daran teilhaben zu können, ist für mich von ganzem Herzen ein Life Goal.

Maria: Ich bin Maria Manaa und bei Tender Moon vor allem an den Drums und den Keys zu finden, manchmal mache ich auch noch Percussion und Backing Vocals. Musik und Kunst haben mich seit meiner Kindheit ständig begleitet, deshalb übernehme ich auch Design beziehungsweise gestalterische Tätigkeiten in der Band. Davon abgesehen mache ich gerade noch einen Masterabschluss an der Uni Leipzig fertig und spiele in meiner Freizeit super gerne PnP, lese, zeichne und konsumiere Unmengen an Musik.

Veri: Ich bin Veri Jumala aus Erfurt und in einigen Musikprojekten als Sänger unterwegs und spiele Gitarre bei Tender Moon. Neben meiner Liebe zur Musik spiele ich sehr gern Videospiele, lese Bücher oder schreibe selbst Geschichten. Dazu unterrichte ich an zwei Musikschulen Gitarre, Gesang und Songwriting.

Ahoi: Irgendwie putzig finde ich ja, dass Ihr, um Fremdbezeichnungen zu umgehen, eine eigene Definition Eurer Schublade – den sogenannten Nebula Rock – ins Spiel bringt. Eine Nebula ist, ich schreibe auch für die ANDROMEDA NACHRICHTEN und daher weiß ich so etwas auch, eine riesige Wolke aus Staub und Gas im Weltraum. Braucht es denn wirklich eine neue Bezeichnung? Was hat Euch veranslasst, Euch mit Nebula Rock einzuzäunen?

Veri: Das stimmt, sofern man es rein astronomisch betrachtet. Es gibt einige mögliche Interpretationsansätze. Sei es bezogen auf die Wissenschaft, auf die Poesie oder auch auf die Linguistik selbst. Aber genau damit kommen wir zum entscheidenden Punkt. Es lässt Spielräume und zäunt so gar nicht ein. Wir können unser Genre frei erklären und trotzdem die Atmosphäre dadurch schon etwas benennen. Leider ist es nunmal so, dass immer noch nach Genres gefragt wird. Insbesondere wenn es um Promo und Veranstaltungen geht. Wenn wir Indie, Alternative, Pop-Punk oder ähnliches schreiben, stellen sich die Menschen womöglich etwas anderes vor. Nach dem Motto: Hier habt ihr Nebula Rock. Ihr wollt wissen, wie es klingt? Dann hört da gern mal rein! So konnten wir unsere Atmosphäre am besten beschreiben. Träumerisch, leicht melancholisch und mit der Einladung, andere Galaxien zu entdecken. Selbst, wenn sie nur im eigenen Kopf existieren.

Ahoi: Und wie geht es jetzt 2026 weiter? Welttournee als Vorband von The Sounds? Statement-Interview-Marathons? Was ist geplant?

Tony: Natürlich wäre es ein Traum, mit einer Band wie The Sounds zu spielen. Sie sind ja auch eine Inspiration für uns. Etwas derart wird sicher noch nicht 2026 passieren. Aber wir erlauben uns zu träumen. Sag niemals nie.

Veri: Wir wollen vor allem live spielen. Mit den Albumsongs im Gepäck haben wir einiges zu bieten und möchten das auch präsentieren. Ich weiß aber auch, was es bedeutet, sich als neue Band erst einmal einen Namen zu machen. Das habe ich schon oft erlebt und bin daher auch bereit, diesen Weg mit Tender Moon zu gehen. 2026 wird ein Jahr zum Aufbauen und ich denke, wir haben uns gut darauf vorbereitet.

Ahoi: Danke für Eure Zeit und Eure Musik und Euch viel Freude beim Weitermachen.

Tony: Vielen Dank für das Interview und die Wünsche!

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