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Michelle Blumtritt über den ersten Meeresschutztag

Warum Meeresschutz auch Leipzig betrifft

Michelle Blumtritt engagiert sich als Volunteer der Captain Paul Watson Foundation Germany für den Schutz der Meere und organisiert zusammen mit ihrem Leipziger Team den ersten Meeresschutztag in Leipzig. Auch privat ist das Meer ihr Element: Beim Freitauchen taucht sie mit nur einem Atemzug ab. Im Interview erzählt sie, warum sie das Meer fasziniert und was Leipzig mit Meeresschutz zu tun hat.

Michelle Blumtritt ist Leipzigerin und engagiert sich in ihrer Heimat ehrenamtlich für den Schutz der Meere © Oliver Farys

Hallo Michelle, du bist mit an der Organisation des ersten Meeresschutztags in Leipzig beteiligt. Wie ist die Idee dazu entstanden?

M.B.: Ursprünglich bin ich Volunteer bei der Captain Paul Watson Foundation Germany, die den Meeresschutztag auch veranstaltet. Da die Foundation in Leipzig noch nicht so bekannt ist und wir das Event etwas kinderfreundlicher gestalten wollten, haben wir zusätzlich die Meeresschutztag-Initiative gegründet. 

Was hat Leipzig mit Meeresschutz zu tun?

M.B.: Meeresschutz wird oft mit Küstenregionen verbunden, aber auch wenn Leipzig weit vom Meer entfernt ist, geht uns das Thema alle etwas an. Rund 50 Prozent unseres Sauerstoffs kommt aus dem Meer und die Ozeane spielen eine wichtige Rolle für unser Klima. Außerdem gibt es auch hier schon viele Menschen und Organisationen, die sich für Meeresschutz einsetzen. Wir wollen diese Menschen zusammenbringen und eine Community schaffen.

Was erwartet die Besucherinnen und Besucher beim Meeresschutztag?

M.B.: Den ganzen Tag über wird es Infostände von verschiedenen NGOs und Initiativen geben, an denen man sich austauschen kann. Dazu kommen Vorträge, Talkformate und eine Ausstellung zum Thema Wasserknappheit. Eine Forschungstaucherin vom Landestauchsportverband Sachsen spricht beispielsweise über Seegraswiesen, außerdem sind Delfinschutz-Initiativen dabei. Es wird auch um Schweinswale und Geisternetze gehen.

Besonders cool finde ich auch die VR-Brillen vom Landestauchsportverband Sachsen. Damit kann man einen Tauchgang im Kulkwitzer See erleben, ohne selbst nass zu werden. Auch ein Mikroskop wird es geben, mit dem man sich zum Beispiel Algen genauer anschauen kann. Gerade für Kinder ist das eine tolle Möglichkeit, das Thema spielerisch zu entdecken.

Das Thema Meeresschutz kann gerade für Kinder ziemlich komplex sein. Wie wollt ihr es vermitteln?

M.B.: Wir haben uns dafür einiges ausgedacht. Es gibt eine Kinder-Bastelecke und einen Workshop zum Thema Mülltrennung. Dazu kommt ein Vortrag über Wale und eine interaktive Kinderlesung mit einem zweisprachigen Kinderbuch von Paul Watson.

Uns ist wichtig, die Kinder spielerisch abzuholen, denn sie sind die nächste Generation. Wir wollen nicht mit dem Hammer auf den Tisch hauen und sagen: „Hier läuft alles scheiße“, sondern das Thema Schritt für Schritt vermitteln. Die Botschaft ist: Das Meer ist total toll – lasst uns etwas dafür tun. Denn Meeresschutz ist am Ende auch Menschenschutz.

Was wünscht ihr euch, was die Menschen vom Meeresschutztag mitnehmen?

M.B.: Wir hoffen, dass wir die Besucherinnen und Besucher für das Thema begeistern können. Vielleicht entdecken sie dabei eine NGO, die sie spannend finden, möchten selbst ehrenamtlich aktiv werden oder kommen bei einem unserer Clean-ups vorbei. Wir wollen die Menschen für das Meer, für Wale und für deren Schutz begeistern. Denn ich glaube: Wenn man etwas mag und liebt, möchte man es auch schützen. Am Ende geht es darum, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam etwas zu tun. Wenn jeder nur ein kleines bisschen für Umwelt- oder Meeresschutz tut, wäre die Welt schon ein kleines Stück besser. 

Woher kommt deine eigene Begeisterung für das Meer?

M.B.: Ich glaube, das wurde mir ein bisschen in die Wiege gelegt. Ich komme zwar aus Leipzig, hatte aber schon als Kind durc h meine Eltern viel Kontakt zum Meer. Mein Papa ist Taucher und ich habe mich schon immer für Tiere interessiert. Als Kind wollte ich sogar Biologin werden, daraus ist dann aber irgendwas mit Medien geworden.

Das Meer ist für mich ein Ort, der mich komplett abholt. Diese Weite gibt mir das Gefühl, als Mensch ein bisschen kleiner zu werden und aus der eigenen Bubble herauszukommen. Wir leben schließlich auf einem blauen Planeten und kommen alle irgendwie aus dem Meer. Das ist einfach mein Herzensding und ein Teil meines Lebens.

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