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  • Stadtgeschichte
Kirche Hohen Thekla

Vom Wehrturm zum Gemeinschaftsort

Die Kirche Hohen Thekla ist eines der ältesten Bauwerke Leipzigs. Hoch auf dem Kirchberg gelegen, zeugt sie von mittelalterlichem Glauben, Zerstörung und Wiederaufbau – und davon, wie aus einem Wehrbau ein lebendiger Ort für die Menschen im Leipziger Nordosten wurde.

1900 Die Außenmauern der Kirche Hohen Thekla sind bis zu zwei Meter stark – so massiv, dass sie Jahrhunderte von Kriegen, Bränden und Umbauten überdauert haben. Damit bildet die Kirche ein Symbol der Beständigkeit.
1900 Die Außenmauern der Kirche Hohen Thekla sind bis zu zwei Meter stark – so massiv, dass sie Jahrhunderte von Kriegen, Bränden und Umbauten überdauert haben. Damit bildet die Kirche ein Symbol der Beständigkeit. © Stadtgeschichtliches Museum Leipzig / Hermann Walter

Schon im 12. Jahrhundert entstand auf dem eiszeitlichen Hügel von Thekla eine kleine romanische Feldsteinkirche. Ihre Mauern dienten einst nicht nur dem Gebet, sondern auch dem Schutz der Dorfbewohner – die Kirche war Wehr- und Zufluchtsort zugleich.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie stark beschädigt, später mehrfach umgebaut und erweitert. Als während der Völkerschlacht 1813 der schwedische Kronprinz Bernadotte von hier aus das Kampfgeschehen beobachtete, wurde der Kirchberg auch zum historischen Schauplatz: Drei französische Kanonenkugeln im Turm erinnern bis heute daran.

Brand und Neubeginn

Ein schwerer Einschnitt traf die Kirche am 30. Januar 1959. Ein Brand vernichtete fast die gesamte Ausstattung – Orgel, Altar und historische Kunstwerke gingen verloren. Nur die dicken Mauern blieben stehen. In den Jahren danach entstand ein neuer, schlichter Innenraum: hell verputzte Wände, Holzbalkendecke, schlichte Steinmetzarbeiten. Am 7. Oktober 1962 konnte die Kirche erneut geweiht werden – als Zeichen des Neubeginns.

Heute gehört die Kirche Hohen Thekla zur Matthäuskirchgemeinde Leipzig Nordost. Zwischen alten Grabmalen auf dem kleinen Friedhof finden regelmäßig Gottesdienste, Konzerte und Begegnungen statt. Wo einst ein Wehrturm stand, steht heute eine Kirche, die Vergangenheit und Gegenwart verbindet – als Zeichen dafür, wie historische Orte durch Nutzung und Gemeinschaft lebendig bleiben. 

Präsentiert von Industriekultur Leipzig e. V.

Der Industriekultur Leipzig e. V. bietet Führungen und Vorträge zur Industriegeschichte und -kultur. Einmal im Jahr organisiert der Verein das Industrie | Kultur | Festival – mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und Filmvorführungen zeigt es die Vielfalt der Industriekultur in Leipzig und Umgebung. Dazu gehören auch die „Tage der Industriekultur“.

www.industriekultur-leipzig.de

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