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  • Stadtgeschichte
Königshaus Leipzig

Vom Hofquartier zur Passage

Am Leipziger Marktplatz steht das Königshaus – ein denkmalgeschütztes Gebäude mit barocker Fassade. Es gehört zu den prägenden Zeugnissen der Stadtgeschichte und liegt zwischen den ehemaligen Kaufmannshöfen und dem Alten Rathaus.

Das Königshaus um 1900
Seinen heutigen Namen besitzt das Königshaus erst seit seiner Umwandlung in ein Geschäftshaus im Jahr 1904. Zuvor wurde es „Apelsches Haus“ oder „Apels Haus“ genannt, in Anlehnung an Andreas Dietrich Apel, der für den barocken Umbau des Gebäudes verantwortlich ist. © Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Der Ursprung des Königshauses reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Sein heutiges Erscheinungsbild mit barocker Fassade verdankt es dem Umbau im Jahr 1706/1707, der im Auftrag des Kaufmanns Andreas Dietrich Apel stattfand.

Im 18. Jahrhundert nutzten sächsische Kurfürsten und Könige das Haus als repräsentatives Gästequartier. Bedeutende Persönlichkeiten wie August der Starke, der russische Zar Peter der Große und Napoleon Bonaparte logierten bei ihren Aufenthalten in Leipzig im Königshaus. Solche Aufenthalte machten das Gebäude zu einem Schauplatz europäischer Begegnungen und Ausdruck städtischer Gastfreundschaft.

Von repräsentativ zu urban

Mit dem Wandel Leipzigs vom klassischen Messeplatz zur modernen Großstadt veränderte sich auch die Funktion und Nutzung des Königshauses.

In den Jahren 1915 und 1916 wurde es zum Messehaus umgebaut. Einen großen Einschnitt bedeutete 1932, als der Architekt Curt Schiemichen die Königshaus-Passage integrierte – ein Durchgang mit Geschäften, der das Haus zum lebendigen Teil des Leipziger Passagensystems machte.

Heute prägen Einzelhandelsgeschäfte und Büros das Bild des historischen Baues. Das Königshaus bleibt damit ein sichtbares Symbol für den Wandel Leipzigs: Es steht für fürstliche Repräsentation und Messegeschichte genauso wie für die lebendige Nutzung des historischen Stadtraums, in dem Geschichte und Gegenwart täglich aufeinandertreffen.

Präsentiert von Industriekultur Leipzig e. V.

Der Industriekultur Leipzig e. V. bietet Führungen und Vorträge zur Industriegeschichte und -kultur. Einmal im Jahr organisiert der Verein das Industrie | Kultur | Festival – mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und Filmvorführungen zeigt es die Vielfalt der Industriekultur in Leipzig und Umgebung. Dazu gehören auch die „Tage der Industriekultur“.

www.industriekultur-leipzig.de

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