Im Herzen der Innenstadt, eingerahmt von Grimmaischer Straße und Brühl, steht die Nikolaikirche – einer der ältesten Sakralbauten Leipzigs. Die 1165 geweihte Kirche war über Jahrhunderte Ort des Glaubens und kulturellen Lebens: Hier wirkte Johann Sebastian Bach, hier fanden bedeutende Predigten und Konzerte statt.
Die Architektur spiegelt mehrere Epochen: romanische Ursprünge, später spätgotischer Umbau, klassizistische Ausstattung von Stadtbaudirektor Johann Carl Friedrich Dauthe im 18. Jahrhundert, ergänzt durch Gemälde Adam Friedrich Oesers.
Besondere Bedeutung erhielt die Nikolaikirche im Herbst 1989. Seit Anfang der 1980er Jahre fanden dort montags Friedensgebete statt, initiiert 1982 durch Diakon Günter Johannsen, später fortgeführt von Pfarrer Christian Führer. Aus den Gebeten entwickelte sich eine Bewegung, die Menschen über die Kirchentüren hinaus auf den Leipziger Ring führte. Am 9. Oktober 1989 versammelten sich über 70.000 Demonstrierende – ein Schlüsselmoment der friedlichen Revolution, der das Ende der DDR einleitete.



