Im Musikgeschäft kühlschrankfüllend zu arbeiten braucht zuallererst Duchhaltewillen, daneben Verlässlichkeit, Talent und eigene Duftmarken. Norman Dassler aus Leipzig arbeitet nun auch schon einige Jahre im Metier und überrascht immer wieder mit Neuem. Gerade kam ein neues Album, welches seine Finger zum Gesamtkunstwerk machten, auf diese Welt und heißt dann auch noch „Ich will die Welt“. Ein großartiger Rundling, versprochen.
Ahoi-Redakteur Volly Tanner hat Norman Dassler schon länger auf dem Zettel, klar, dass er da das Zeitfenster nutzte, um mit ihm zu schnattern:
Ahoi: Guten Tag, lieber Norman Dassler. Gerade läuft das neue Album „Ich will die Welt“ von Isa Jansen, welches Du produzierend verantwortlichst, in Dauerschleife. Echt fein gemacht! Wie kam es zur Zusammenarbeit? Ich sehe Dich ja auch hin und wieder in den Videos von Isa herumfahren …
Norman Dassler: Danke! Das freut uns! Isa und ich kennen uns schon eine Weile und wir haben neben dem gemeinsamen Musizieren und auf der Bühne stehen irgendwann angefangen, zusammen an ihren neuen Songs zu arbeiten. Das Ganze begann schon bei Isas letztem Album „Du fliegst“, bei dem ich neben Johannes Engelhardt aus Berlin zur Hälfte produzierend tätig war, bis hin zum jetzigen Album „Ich will die Welt“.
Ahoi: Da sind wir auch schon mittendrin in Deiner Arbeit: Du produzierst, machst Mixing & Mastering sowie Editing. Was ist das denn alles ganz konkret für so Laien wie mich?
Norman Dassler: Beim Produzieren bedeutet das, dass ich, zusammen mit den Künstlerinnen und Künstlern, ihre Songs und Ideen in ein fertiges, „radiotaugliches“ Produkt umsetze. Das beginnt in den meisten Fällen bei der ersten Demoaufnahme auf dem Smartphone, aus der sich dann nach und nach immer mehr entwickelt. Dabei geht es darum, dem Song eine Struktur zu geben, Instrumente einzuspielen und den Gesang aufzunehmen. Im Editing und Mixing werden die entstanden musikalischen Elemente (Spuren) dann bearbeitet, ausgebessert und zusammengemischt. Das Mastering sorgt dann für den letzten klanglichen Feinschliff und die Fertigstellung des Songs und ist der letzte Schritt, bevor dieser dann veröffentlicht oder als Teil eines Albums ins Presswerk geschickt wird.
Ahoi: Du hast Deine Fußstapfen schon im Werk vieler Musikantinnen und Musikanten hinterlassen. Kannst Du uns bitte einen kleinen Überblick geben? Ich weiß von Tino Standhaft, Felix Meyer …
Norman Dassler: Genau. Tino Standhaft, Felix Meyer, Sarah Lesch, Isa Jansen, Chicorée und immer wieder mal musikalische Begegnungen mit Dirk Zöllner sowie seiner Band Die Zöllner.
Aber los ging’s ganz klassisch mit der ersten Schulband an der Thomasschule, dann der Band Jazzmosphere (ich glaube, da sind wir uns auch mal begegnet, Volly) und diversen Blues/Rock/Cover Projekten und viel Theatermusik am Theaterhaus Schille in Leipzig.
Ahoi: Wenn ich manchmal – in Momenten der Suche – in mdr-Schlagershows hineinschalte (meine Gattin geht da echt in der Regel raus), sehe ich Dich oft an der Gitarre. Wie kommt das? Bist Du bei all den Bands involviert oder gibt es so eine Art mdr-Playback-Showband, bei der Du immer wieder gern genommen wirst? Wie kommt es, dass ich Dich da öfter sehe?
Norman Dassler: Ja, das ist tatsächlich lustig, dass Du mich da so oft siehst. Vieles davon sind aber Wiederholungen der letzten Jahre. Das Ganze ging und geht über eine Berliner Agentur die, wenn für die Show gebraucht, eine Band aus Begleitmusikerinnen und -musikern zusammenstellt. Das ist tatsächlich ein sehr interessantes Feld ... diese ganze Fernsehwelt. Da ist dann alles dabei. Vom reinen Performen auf der Showbühne, bis hin zur Gitarren Live-Begleitung diverser Künstlerinnen und Künstler.
Ahoi: Wenn ich in die Tiefe recherchiere, komme ich auf „Die MelanKomiker“. Ich habe sogar das Gefühl, mich zu erinnern, dass da sogar ein Album war. Kannst Du uns bitte etwas schlauer machen, was Du mit diesem Duo zu tun hattest?
Norman Dassler: Ich war ein paar Jahre Teil der MelanKomiker, einem Liederkabarett aus Leipzig. Nachdem die eine Hälfte des Duos kürzer trat, war ich erst Ersatz und dann der zweite MelanKomiker neben Jürgen Denkewitz. In dieser Zeit entstand das Album „Lust-ige Objekte“, welches ich produziert und gemischt habe.
Ahoi: Zurück ins Jetzt: Das musikalische Geschäft hat sich in den letzten Jahren sehr verändert, hinter jeder Ecke lauert ein zusammengeklöppelter KI-Song, obwohl Song da das falsche Wort ist … eher eine Datenfolge. Welche Herausforderungen siehst Du derzeit für die kreative Szene der Stadt und des Landes?
Norman Dassler: Ich finde, die Herausforderung besteht hauptsächlich darin, die Situation anzunehmen und damit zu arbeiten. Damit meine ich nicht, sich komplette Songs generieren zu lassen. Diese Technologie ist da und warum sie dann nicht bis zu einem gewissen Grad nutzen? Aber eher in Beschleunigungen gewisser Arbeitsprozesse. Die Energie handgemachter Livemusik und Kunst sowie das miteinander kreativ Sein wird sie aber nicht ersetzen können. Es ist eher ein Teil, der dazugekommen ist und richtig eingesetzt, schon sinnvoll sein kann.
Ahoi: Und wie gehst Du selbst mit diesen Herausforderungen um?
Norman Dassler: Wie gesagt, ich arbeite damit. Es erleichtert einiges im Arbeitsprozess beim Produzieren und Editieren. Somit bleibt dann sogar mehr Zeit für das Kreative.
Ahoi: Wie ist das eigentlich jetzt mit dem neuen Album von Isa Jansen? Gibt es da eine Tournee? Mit Dir? Wann und wo? Und wenn nicht, warum denn nicht?
Norman Dassler: Es sind einige Konzerte in Planung. Im Dezember und besonders im Frühjahr 2027. Und ja, auch mit mir … Die genauen Termine werden dann auf der Website www.isajansen.de zu finden sein.
Ahoi: Und woran schrauben Deine Produzentenfinger derzeit? Nach dem Album ist doch immer auch vor dem Album …
Norman Dassler: Genau so ist es. Zu tun ist immer im Studio für die verschiedensten Projekte. Und tatsächlich arbeiten Isa und ich auch schon wieder an neuem Material.
Ahoi: Ich bin gespannt darauf! Danke, dass Du Dir Zeit für uns genommen hast.


