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Gespräch mit HE/RO

Roh, direkt und ganz nah dran!

HE/RO © Eric Joel

Ganz am Anfang waren da zwei frühe Influencer, die sich aber dann immer weiter in die reale Welt hinausschälten, um hier wirklich beeindruckend gute Musik zu machen. Die beiden jungen Männer, die heute HE/RO sind, kommen nun zu ihrem Tourauftakt nach Leipzig; klar, dass Ahoi-Redakteur Volly Tanner da etwas nachfragte:

Ahoi: Guten Tag HE/RO, schön, dass Ihr wieder einmal nach Leipzig kommt. Am 5. März macht Ihr mit Eurer Tour Station im Werk 2, hier beginnt auch die Tournee. Warum aber Leipzig? Was verbindet Euch mit der Stadt und was sind die Gründe, hier in Leipzig mit der Tour zu beginnen?

Heiko: Wir lieben die Stimmung in Leipzig. Egal welche Tour: Leipzig war IMMER ein absolutes Highlight für uns. Wir freuen uns, die Energie und Liebe, die wir in unsere Musik stecken, zusammen mit unserer Band nach Leipzig zu bringen und abzufeiern!

Ahoi: Ihr seid ja Geschwister, lieber Heiko und lieber Roman, sogar Zwillinge. Ich selbst habe auch einen Bruder, mit dem würde ich aber nicht auf Tournee gehen, da hätten wir viel zu auseinanderdriftende Bedürfnisse. Wie haltet Ihr es miteinander aus? Und das auch schon so viele Jahre …

Roman: Als Zwillinge haben wir sowas wie'n unsichtbares Band, auch wenn's kitschig klingt, aber selbst wenn wir uns mal richtig zoffen, ist das schnell wieder vergessen. Wir wollen dasselbe, füreinander, und die meisten Momente, vor allem auf der Bühne, würden sich nur „halb“ anfühlen, wären da nicht wir zwei.

Heiko: Am Ende ist es unsere gemeinsame Reise, und HE/RO die Symbiose aus uns beiden. Zusammen macht‘s einfach am meisten Spaß!

Ahoi: Euer Album „Kein Grund zur Panik“ landete in den Top Ten. Das heißt, Ihr seid vom Erfolg umflauscht (auch schon sehr lange). Wie geht man mit dem Druck um, immer wieder abliefern zu müssen. Ihr habt ja auch Verantwortung für Euer Team … und für Familie.

Roman: Es gab eine Zeit, da haben wir unsere mentale Gesundheit zu abhängig von der Karriere gemacht. Mittlerweile gelingt es uns ganz gut, uns davon zu lösen und den Druck, den wir uns meistens eher selbst machen, nicht zu nah an uns als Menschen zu lassen.

Heiko: Einfach unser Ding durchziehen, nicht zu sehr nach links und rechts schauen und daran glauben, dass selbst die schwierigsten und verrücktesten Phasen einen Grund haben. (schmunzelt)

Ahoi: Gerade junge Menschen, und hier gerade auch die, die Ihr ansprechen wollt, die Mitzwanziger, stehen vor immensen Herausforderungen. Das Aufstiegsversprechen meiner eigenen Jugend wurde so oft gebrochen, dass es kaum noch jemand glaubt, der Fahrstuhl nach oben ist allseits ersichtlich völlig demoliert. Wie könnt Ihr trotzdem positive Energie in Euer Publikum pumpen? Welche Tricks gibt es, sich den Mut zu erhalten? Wie macht Ihr das?

Heiko: Wir selbst müssen jeden Tag lernen zu akzeptieren, dass nicht immer alles geil ist und auch nicht sein muss. Vor allem in Zeiten, in denen wir das Gefühl haben, dass alles stagniert und wir im Kreis laufen. Es ist manchmal aber auch genau diese Zeit, die es braucht: eine Zeit, in der man oft genau dann am meisten wächst.

Roman: Wir mussten lernen, was „Loslassen“ heißt, um neu durchzustarten und uns immer wieder daran zu erinnern, wieso wir das alles überhaupt machen. Die Antwort ist immer dieselbe: auf der Bühne zu stehen, Musik zu machen und manchen Menschen damit ein wenig zu helfen.

Ahoi: Am 5. März seid Ihr in Leipzig, einen Tag später, wenn ich richtig informiert bin, erscheint Euer drittes Studioalbum „VIER AUGEN“. Was erwartet uns auf dem Longplayer? Gewohnter HE/RO-Stoff oder Aus-der-Rolle-Fallendes? Erzählt mal bitte.

Heiko: „VIER AUGEN“ ist für uns wie ein ehrliches Gespräch, das man nicht für die Welt führt, sondern mit dem Menschen gegenüber. 13 Songs, entstanden größtenteils bei uns im Studio in Darmstadt: roh, direkt und nah dran.

Roman: Musikalisch bleiben wir im Indie-Pop-Rock, aber kantiger, ehrlicher, stellenweise aggressiver. Was wir fühlen, sprechen wir aus. Es geht um mentale Gesundheit, Selbstzweifel, Selbstliebe, Loslassen, Geschwisterliebe, Heartbreak. Um all das, was unsere Zwanziger prägt.

Ahoi: Ich bin ja ein großer Live-Fan. Deshalb die Frage: Könnt Ihr bitte Eure Band ein bisschen vorstellen? Das wäre großartig.

Heiko: Hey, da haben wir was gemeinsam! (schmunzelt) Live Mucke ist einfach die beste, deshalb spielen wir seit mittlerweile zehn Jahren nur noch mit Band auf Tour! Unsere Band mit Gitarre, Bass und Drums macht ein HE/RO Konzert zu einer druckvollen Show, die nach vorn geht. Sie gibt uns und dem Publikum den allergrößten Rückenwind!

Roman: Außerdem haben wir mit Patrick, Leander und Konni (die Namen der Band hehe) drei echte Wegbegleiter gefunden, um Songs teilweise ganz anders zu arrangieren. Da wird aus einer Balle mal eine Punk-Pop-Version … oder andersrum.

Ahoi: In unserem letzten Interview vor ein paar Jahren spracht Ihr auch über Euer Engagement für „Jugend gegen AIDS“. JGA hat sich 2023 dann leider aufgelöst. Trotzdem die Frage, bezogen auf Euer damaliges aktives Tun als Kampagnenbotschafter. Was möchtet Ihr zum Thema AIDS Eurem Publikum in die Poesiealben schreiben?

Heiko: Verhütet. Sex und Geschlechtskrankheiten sollten längst kein Tabu-Thema mehr sein!

Ahoi: Danke, lieber Heiko und lieber Roman, für Eure Zeit und Eure Musik. Ich ziehe meinen Hut.

Roman: Hey, danke dir für das Interview! Ich hoffe wir sehn uns auf Tour. You are hero!

Album Release HE/RO "VIER AUGEN": 06.03.26

youarehero.de

HE/RO VIER AUGEN 12 Städte Live Tour: 05.03. - 22.03.26

herotickets.de

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