//
//
  • Kunst
Bis 31. Januar 2027

Relikte einer Grenze

Die Künstlerin Susanna Hanna hat sich von den Spuren der innerdeutschen Grenze inspirieren lassen
Die Künstlerin Susanna Hanna hat sich von den Spuren der innerdeutschen Grenze inspirieren lassen © Dimo Rieß

Todesstreifen wurde der hoch gesicherte Bereich entlang der innerdeutschen Grenze genannt. Heute gilt er als artenreicher Lebensraum. Seltene Pflanzen und Tiere haben sich angesiedelt.

Die Medienkünstlerin Susanna Hanna suchte entlang des sogenannten Grünen Bandes nach Relikten der alten Grenze. Gefunden hat sie ehemalige Kolonnenwege aus Beton, zugewucherte Wachtürme und den ehemaligen Grenzzaun, der von Anwohnern pragmatisch umgenutzt wurde, um Gärten oder Komposthaufen einzuzäunen.

Mit Fotografien und Videos, in denen Zeitzeugen zu Wort kommen, mit textilen Arbeiten und vor allem mit symbolisch aufgeladener Malerei konfrontiert Hanna den Betrachter mit den Überbleibseln einer martialischen Grenzanlage. Es geht implizit um die Monstrosität einer Ideologie, um Vergänglichkeit und um die Kraft der Natur, die die Spuren, die der Mensch hinterlassen hat, zudeckt.

« zurück
zur aktuellen Ausgabe