1556 gegründet, diente der Naschmarkt seine längste Zeit dem Verkauf von Gemüse, Obst und Süßigkeiten. Später kamen eine Garküche, Fischbuden und Brotbänke hinzu. Auch die Fleischbänke, an denen die Vertreter der fleisch- und wurstproduzierenden Berufszweige ihre Waren feilboten, befanden sich in unmittelbarer Nähe.
- Stadtgeschichte
Reges Treiben hinterm Rathaus


Die Handelsbörse kommt hinzu
Gut hundert Jahre später krönte die Handelsbörse an der Nordseite des Platzes die Bedeutung des Naschmarkts als wichtiger Handels- und Versammlungsort der Stadt. Der barocke Bau war der erste seiner Art in Leipzig und diente fortan als repräsentativer Treffpunkt für angesehene Kaufleute.
Er fand aber nicht nur Befürworter. Bereits betagte Handelsleute hatten Sorge, sie könnten bei widrigen Wetterverhältnissen die opulente Freitreppe hinunterstürzen. Gelöst wurde das Problem mit der Errichtung eines Hofes vor dem Gebäude, auf dem man sich bei Bedarf stattdessen traf. Die Handelsbörse wird heute für Konzerte, Vorträge und private Feierlichkeiten genutzt.
Der Naschmarkt als Bühne
Berühmt wurde der Naschmarkt auch aufgrund der beliebten Theateraufführungen der Friederike Caroline Neuber. Oft besser bekannt als die Neuberin, leitete sie im 18. Jahrhundert als erste Frau eine eigene Theatergruppe. Der Leipziger Naschmarkt war über viele Jahre ihre Hauptwirkungsstätte.
Nicht weniger nachgefragt zu dieser Zeit waren die Sänftenträger. Sie waren Stadtangestellte, die ihre Gäste per Sänfte durch die Stadt beförderten. Gerüchte, dass ein eher ausschweifendes Publikum von dieser Transportmöglichkeit Gebrauch machte, halten sich bis heute.

