//
//
  • Kultur
  • Geschichte
Neue Ausstellung zeigt 800 Jahre Wassergeschichte

Leipzig und seine Flüsse

Eine Sonderausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig widmet sich der Rolle von Pleiße, Elster und Parthe für die Entwicklung der Stadt. Historische Karten, wissenschaftliche Analysen und originale Objekte zeigen, wie eng Leipzigs Geschichte mit seinen Gewässern verbunden ist.

© Viktoria Schlögel

Leipzig liegt in einer Landschaft, die seit Jahrhunderten von Flüssen geprägt ist. Pleiße, Weiße Elster und Parthe durchziehen die Stadt und ihre Umgebung – und haben ihre Entwicklung maßgeblich beeinflusst.

Die Sonderausstellung „Stadt im Fluss – 800 Jahre Leipziger Wassergeschichte“ im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig zeigt, wie stark diese Verbindung zwischen Stadt und Wasser die Geschichte Leipzigs bestimmt hat. 

 

 

Ausstellungseröffnung im März

Die Ausstellung wurde am 10. März 2026 im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig eröffnet. An der Veranstaltung nahmen Vertreter aus Museum, Wissenschaft und Forschung teil.

Zu den Rednern gehörten:

  • Dr. Anselm Hartinger, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig
  • Prof. Dr. Julia Schmidt-Funke, Projektleiterin und Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Leipzig
  • Prof. Dr. Matthias Hardt, Abteilungsleiter „Mensch und Umwelt“ am Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO)
  • Dr. Johannes Schmidt, Institut für Geographie (Physische Geographie) der Universität Leipzig

    Die Ausstellung ist seit 11. März 2026 für Besucher geöffnet und läuft bis 17. Mai 2026 im Haus Böttchergäßchen des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig.

    Die beteiligten Wissenschaftler erläuterten bei der Eröffnung die Zusammenarbeit zwischen Museum und Forschung sowie die Bedeutung der Leipziger Gewässer für Stadtentwicklung, Infrastruktur und Umweltgeschichte.

    Flüsse als Motor der Stadtentwicklung

    Schon im Mittelalter begannen Leipziger Bürger, die Gewässer gezielt zu nutzen und zu verändern. Mühlgräben wurden angelegt, um Energie für Handwerk und Gewerbe zu gewinnen. Gleichzeitig entstand eine frühe Form der städtischen Wasserversorgung.

    Die Ausstellung zeigt, wie diese Eingriffe das Stadtbild nachhaltig veränderten. Technische Geräte, historische Karten und archivalische Dokumente machen sichtbar, wie Leipzig über Jahrhunderte mit seinen Flüssen gearbeitet hat.

    Historische Karten der Leipziger Auen

    Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf historischen Karten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Sie zeigen die Landschaft rund um Leipzig mit ihren zahlreichen Flussarmen, Auen und Wasserläufen.

    Diese Karten geben Einblick in eine Landschaft, die sich im Laufe der Zeit stark verändert hat – durch natürliche Entwicklungen ebenso wie durch menschliche Eingriffe.

    Leben mit Wasser: Chancen und Risiken

    Wasser war für Leipzig immer ein wichtiger Standortfaktor. Gleichzeitig brachte es Herausforderungen mit sich.

    Die Ausstellung thematisiert unter anderem:

    • Hochwasserereignisse
    • hygienische Probleme in früheren Jahrhunderten
    • Belastungen der Gewässer durch Handwerksbetriebe

    Diese Aspekte zeigen, wie eng Umweltbedingungen und städtische Entwicklung miteinander verbunden waren.

     

    Wissenschaftliche Forschung zur Flussgeschichte

    Neben historischen Objekten präsentiert die Ausstellung auch aktuelle Forschungsergebnisse.

    Zu sehen sind unter anderem Sedimentbohrkerne und mikroskopische Präparate. Sie helfen Wissenschaftlern, Veränderungen von Flusslandschaften über lange Zeiträume zu rekonstruieren.

    Die Ausstellung entstand im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojekts der Universität Leipzig, des Leibniz-Instituts für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) und des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig.

    Begleitprogramm mit Führungen und Vorträgen

    Mehrere Veranstaltungen vertiefen einzelne Themen der Ausstellung. Dazu gehören Führungen mit den Kuratoren sowie Vorträge über historische Trinkwassersysteme, Wetterereignisse in Chroniken und neue archäologische Erkenntnisse zur Leipziger Auenlandschaft.

    Ausstellung besuchen

    Ort: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Haus Böttchergäßchen, Böttchergäßchen 3

    Dauer: 11. März bis 17. Mai 2026

    Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen, 10–18 Uhr

    Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei

    « zurück
    zur aktuellen Ausgabe