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Gespräch mit Fräulein Christin Miramunkel vom M.F.G.

Kunst, Flair und ganz viel Freude am Gastgeberin-Sein

Fräulein Miramunkel in ihrem geliebten freundlichen Biotop © Miramunkel / M.F.G.

In Zeiten des großen Jammerns braucht es Gegenbeispiele. Nicht, dass das Jammern an sich zu verteufeln wäre, zur Harmonisierung jedoch benötigen wir auch Licht und Hoffnung. Fräulein Miramunkel ist mit jeder Faser ihres Gastronomin-Seins ein positives Beispiel und jeden Besuch wert. Mit freundlichen Grüßen im M.F.G. in Gohlis. Ahoi-Redakteur Volly Tanner hat sich bei ihr ein paar Sonnenstrahlen ausgeborgt:

Ahoi: Guten Tag Christin. Wenn ich richtig informiert bin bist du Fräulein Miramunkel, die Chefin vom Restaurant, der Manufaktur und der Bar M.F.G. in der Gohliser Stockstraße. Das müssen wir jetzt einmal auseinanderbosseln: Miramunkel … was ist denn eine Miramunkel? Ich habe mal eine Kindergeschichte für einen Kalender geschrieben, da lebten Grumuggel drin. Aber Miramunkels kenne ich wirklich noch nicht.

Fräulein Miramunkel: Hallo, das ist richtig. Das neu eröffnete M.F.G. mit Restaurant und Bar sowie das Café Fräulein Miramunkel gehören zusammen. Der Name „Miramunkel“ entstammt einen Kinderbuchen, welches ich in meiner Kindheit geliebt habe. Darin gibt es eine Katzenomi Namens Minamunkel, die sehr gern für ihre Enkel bäckt. Ich habe die Figur immer Miramunkel genannt und so blieb es in meiner Erinnerung. Als ich dann selbst meine Leidenschaft für das Backen entdeckt und mich Jahre später selbstständig habe, gab es nur eine Wahl für den Namen des eigenen Ladens: Fräulein Miramunkel. Das Kinderbuch liegt übrigens bei uns zum vor- oder selberlesen aus.

Ahoi: Aha! Wenn ich mich mit dem M.F.G. befasse gibt es ja hier unterschiedliche Zweige, beispielsweise eine Manufaktur. Was ja bedeutet, dass ihr in Kleinauflage produziert. Aber was? Und wie kam es dazu?

Fräulein Miramunkel: Manufaktur bedeutet für mich in Bezug auf Gastronomie Leidenschaft, Handwerk und Liebe zum Detail. Genau das wollen wir im M.F.G. zeigen: wenige, ausgewählte saisonale Gerichte, regelmäßig wechselnde Karte, Handwerk von der Pastaproduktion bis zum Brotbacken.

Ahoi: Gibt es bei dieser Produktion einen philosophischen Hintergrund? Ihr machts ja bestimmt nicht industriell …

Fräulein Miramunkel: Nein, bei uns ist alles frisch. Ich bin selbst immer wieder fasziniert, welche Geschmackserlebnisse unser Küchenchef Mario kreiert. Es wird gedörrt, reduziert und eingekocht. Das ist viel Aufwand und kostet Zeit aber im Ergebnis schmeckt man einzelnen Komponenten, wie sie harmonisch zusammenspielen und am Ende in einem Gericht begeistern.

Ahoi: Restaurant und Bar ist eigentlich klar: heißt Speisen und Drinks. Was unterscheidet Euer Angebot aber von dem anderer Lokale?

Fräulein Miramunkel: Das M.F.G. liegt in einer feinen kulinarischen Ecke von Gohlis. Unsere Nachbarn sind alteingesessene Restaurants und sogar eine Sterneküche. Aber wir versuchen unseren eigenen Weg zu finden: mit wechselnden saisonalen Karten wollen wir immer etwas Neues bieten. Unsere Bar bietet ausgesuchte Drinks und eine immer weiter wachsende Zahl an Weinen. Auch hier hören wir auf unsere Gäste und probieren viel aus. Am Ende habe ich auch viel Herzblut in den Ausbau des Ladens gesteckt. Nach Übernahme der alten Bäckerei mussten die Räume kernsaniert werden. Bei Umbau und Einrichtung habe ich sehr auf Details geachtet und wollte auch hier unverwechselbare Eindrücke schaffen.

Ahoi: In einem Artikel aus dem Jahr 2023 im Gohlis Forum las ich, dass „Kunst & Flair“ ein Thema im M.F.G. ist. Wie denn konkret? Wie wird denn „Kunst & Flair“ umgesetzt?

Fräulein Miramunkel: Die Gestaltung unserer Räume soll so abwechslungsreich wie unsere Speisekarte sein. Daher habe ich schon bei der Einrichtung des Ladens darauf geachtet Platz, für Kunst zu schaffen.

Ahoi: Und welche Kunst können wir so derzeit und demnächst bis Ende des Jahres so erleben?

Fräulein Miramunkel: Am 28. August fand der erste Chanson-Abend statt und weitere musikalische Veranstaltungen sind in Planung. An den Wänden haben wir Installationen für Bilder und in den Räumen Platz für Kunstobjekte. Ab dem 17. September startete die Künstlerin MIM mit der ersten temporären Ausstellung von Fotografien im M.F.G.

In den letzten Jahren hatten wir im Fräulein Miramunkel einen Weihnachts- und Kunstmarkt. Die Anzahl der Stände ist immer weiter gestiegen so dass wir dieses Jahr in die größeren Räume des M.F.G. gehen und damit noch mehr Fläche anbieten können.

Ahoi: Wie kommt die Kunst ins M.F.G.? Kommen die Künstlerinnen und Künstler zu dir oder läuft das andersherum und du gehst zur Kunst?

Fräulein Miramunkel: Eine liebe Kollegin bei uns hat gute Kontakte in die „Szene“. Gerade für Nachwuchskünstler ist es nicht so einfach, Ausstellungsflächen zu finden. Daher kommen immer wieder Anfragen bei uns rein und wir müssen vorsortieren und planen. Bis Jahresende sind die Wände schon komplett vergeben.

Ahoi: Von Beruf steht in deiner Vita Physiotherapeutin. Hier wird ja derzeit von der Bunderegierung immens gekürzt, die Angebote werden heruntergefahren. Bist du da noch dabei? Betrifft dich diese Kürzungswelle? Wenn ja, wie? Und wenn nicht, was denkst du über die derzeitige Verschärfung im Gesundheitswesen?

Fräulein Miramunkel: Ich habe lange Jahre in der Physiotherapie gearbeitet, viele Schicksale hautnah erlebt aber auch gesehen, was der Beruf den Patienten geben kann – nicht nur körperlich, sondern auch in Form von Hoffnung nach Unfällen, schweren Erkrankungen usw. Aber trotz der tollen Zeit habe ich mit diesem Teil meines Lebens abgeschlossen und fühle mich jetzt in der Rolle als Gastgeberin und Gastronomin sehr wohl.

Ahoi: Du machst das M.F.G. ja ganz bestimmt nicht allein. Wer ist denn noch mit im Boot?

Fräulein Miramunkel: Ich habe ein tolles Team, was über die Jahre gewachsen ist und dem ich vertrauen kann. Aus einigen früheren Aushilfen sind nur festangestellte Mitarbeiter geworden, die mir den Rücken freihalten. Nur durch die Buchhaltung muss ich mich allein durchkämpfen.

Ahoi: Danke, liebes Fräulein Miramunkel, für dein Engagement und deine Zeit.

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