Sich mit der Zukunft der Arbeit zu befassen, ist dringend geboten. Schließlich geraten lieb- oder auch nichtliebgewordene Gewissheiten gerade in den Lokus der Geschichte. Wenn wir uns jedoch analysierend und artikulierend wertfreier gebärden, können wir es vielleicht sogar schaffen, die Zukunft würdevoller zu gestalten. Romy Wuttke öffnet mit dem Big & Growing New Work Festival ein Tor sperrangelweit. Und sie verspricht, dass die Öffnung auch für möglichst viele Menschen unterschiedlichster Denkschulen geschaffen wurde.
Für Ahoi-Fans gibt es Sonderkonditionen. Doch lest selbst. Ahoi-Redakteur Volly Tanner sprach mit ihr:
Ahoi: Guten Tag Romy Wuttke. Du holst gerade mit zwei Bekannten das „Big & Growing New Work Festival“ nach Leipzig. Was ist denn der Inhalt eines solchen Festivals? Was habt Ihr vor?
Romy Wuttke: Das Festival versteht sich als eine inklusive und interaktive Plattform. Alle Stakeholder im Bereich New Work sollen bei dem Festival zusammengebracht werden, um sich in einem dezentralen, inklusiven und adaptiven Ansatz über die Zukunft der Arbeit auszutauschen. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik & Kultur treffen auf Studierende und Interessierte.
Wir bieten den Rahmen für eine Art „Open Space“, in dem Kulturen und Akteure zusammenkommen, um sich auszutauschen, miteinander zu lernen und Zukunftsvisionen zu entwickeln. Uns geht es um Partizipation und nicht darum, Ergebnisse „Top Down" vorzugeben.
Im Sinne der kollektiven Intelligenz entsteht gerade ein Programm aus über 20 Sessions an fünf Tagen. Die Themen und Formate kamen durch unseren Call for Co-Creation zu uns: Wir hatten dazu aufgerufen, die Festivalwoche aktiv mitzugestalten und Formatideen einzureichen. Innerhalb von nur einer Woche haben wir über 50 Einreichungen erhalten, die wir nun bestmöglich neben- und miteinander zu einem großen Ganzen integrieren.
Ahoi: Kannst Du uns einen kleinen Einblick ins Angebot geben?
Romy Wuttke: Sehr gern. Am Montag starten wir beispielsweise mit einem Community Co-Working, ein seichter Einstieg in die Woche zum Kennenlernen, begleitet durch kleinere Impulse zum Thema „Zusammenarbeit“.
Dienstag schauen wir uns an, wie Organisationen sich weiterentwickeln müssen und was New Work mit Branding zu tun hat. Außerdem wartet ein besonderes Format: Im Stil eines World Cafés werden wir über ganz unterschiedliche Facetten von New Work sprechen.
Am Mittwoch geht´s um den Einfluss von Digitalisierung und KI. Und über Mittag können im Rahmen eines Mini-Barcamps die eigenen Herausforderungen in größerer Runde besprochen werden. Und das Thema Führung steht an diesem Tag auf dem Plan. Da wird es bis zu fünf Workshopformate parallel geben.
Der Donnerstag startet mit verschiedenen Formaten zum Thema „Lernen“, etwa lebenslanges Lernen oder Unlearning. Am Nachmittag bringen wir uns auf den aktuellen Stand der Forschung und machen gleichzeitig den Praxischeck – Professorinnen und Professoren aus Leipzig und Umgebung treffen auf Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen. Den Abend lassen wir dann bei einer Afterworkparty ausklingen.
Am Freitag starten wir dann mit einer Session zu hybrider Arbeit. Abgerundet wird die Woche mit einem Lunch & Learn Format zum Thema „Vertrauen“.
Ahoi: Und wen wollt Ihr damit erreichen?
Romy Wuttke: Zum Einen richten wir uns an bestehende Netzwerke, Initiativen und Vereine in und um Leipzig, die das Thema New Work bereits auf der Agenda haben und in ihren Bubbles diskutieren. Diese möchten wir miteinander verbinden, ganz im Stil von „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile”. Hier vor Ort wird schon so vieles neu gedacht und umgesetzt, nur untereinander könnte die Vernetzung noch stärker sein. Hierin sehen wir das Potential des Big & Growing New Work Festivals: Wir sind nicht einfach noch ein Event, sondern bündeln Bestehendes zu etwas noch Größerem.
Zum Anderen wünschen wir uns den Austausch mit Skeptikerinnen und Skeptikern, die New Work bisher eher kritisch betrachten. Oft höre ich in meiner Arbeit: Das ist ja schön und gut, was die Unternehmen da machen, aber für uns ist das nicht umsetzbar. Und genau hier möchten wir in den Dialog gehen: Welche Grenzen werden gesehen, welche Herausforderungen scheinen unüberwindbar? Alle haben mal irgendwo angefangen und genau darum geht´s: den eigenen Hebel für eine bessere Arbeitswelt finden. Wir wollen mit dem Big & Growing New Work Festival anschlussfähig sein.
Insgesamt sehen wir es so: Je diverser das Publikum, desto fruchtbarer der Austausch. Wir möchten Perspektivwechsel provozieren und so für einen konstruktiven Dialog sorgen. Inklusiv heißt schließlich auch, für viele Meinungen offen zu sein.
Ahoi: Wir müssen logischerweise über New Work sprechen. Für viele Menschen ist dies auch nur ein Etikett unter vielen anderen, eine neue durchs Dorf getriebene Kuh. Du meinst jedoch, dies weiß ich, weil wir uns schon länger kennen, dass dem nicht so ist. Was ist dieses New Work also? Übersetze es mal in meine Sprache, bitte …
Romy Wuttke: Ich kann verstehen, dass es oft so wirkt, als wäre New Work nur ein Modebegriff, der in letzter Zeit durch die Medien geistert. Aber wie Du sagst, es steckt mehr dahinter, als nur ein Trend. Für viele, die den Begriff hören, bedeutet es vielleicht nur flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice. Aber es geht viel tiefer.
Die Antwort auf diese Frage möchte ich gern mit den Worten von Frithjof Bergmann, dem Begründer von New Work, einleiten: „New Work ist die Arbeit, die ein Mensch wirklich wirklich will.“ Die Vision des neuen Arbeitens gründet also auf einem humanistischen Arbeitskonzept, das kein geringeres Ziel hat als eine lebenswertere Zukunft.
New Work geht über reine Arbeitsmodelle hinaus. Es geht um ein komplettes Umdenken der Art und Weise, wie Arbeit funktioniert und was Arbeit für uns bedeutet. Und dies betrifft sowohl den individuellen Sinn von Arbeit als auch die strukturellen Veränderungen in Unternehmen. Hier geht es weniger um „Arbeiten für den Lohn“, sondern mehr um Selbstverwirklichung, Sinnstiftung und echte Gestaltungsspielräume im Arbeitsalltag. Es ist ein neues Arbeitsverständnis, bei dem Menschen nicht nur als „Ressourcen“ gesehen werden, sondern als Akteure, die aktiv ihre Umgebung mitgestalten können. Führung wird dezentraler, hierarchische Strukturen werden hinterfragt, und es geht darum, Vertrauen in die Selbstorganisation der Teams zu setzen. Es geht nicht nur um Work-Life-Balance, sondern um Work-Life-Integration, bei der Arbeit und Privates nicht mehr so strikt voneinander getrennt sind, sondern sich gegenseitig bereichern können.
Ganz praktisch gesagt: New Work gestaltet die Arbeitswelt so, dass sie den Bedürfnissen der Menschen besser entspricht. Nicht nur in Bezug auf Flexibilität, sondern auch auf die Art der Zusammenarbeit, die Kultur und den Sinn hinter der Tätigkeit. So kommt Arbeit sowohl den Menschen als auch den Unternehmen zugute. Und so ist New Work kein kurzfristiger Trend, sondern als tiefgehende, nachhaltige Veränderung der Arbeitswelt zu sehen.
Fun Fact: Frithjof Bergmann wurde übrigens nur 45 Minuten weit weg von Leipzig, in Weickelsdorf, damals Provinz Sachsen geboren. Wir holen New Work sozusagen an seinen Ursprung zurück.
Ahoi: Und wem bringt das was? Ich höre immer wieder von Situationen, wo dieser Ansatz eher dafür sorgt, ältere Menschen auszusortieren, um gefälligeren Mitarbeitenden mehr Raum zu geben …
Romy Wuttke: New Work nutzt den Unternehmen: Wenn New Work richtig umgesetzt wird, profitieren Unternehmen in vielerlei Hinsicht. Sie können flexibler auf Marktveränderungen reagieren, Innovationen schneller vorantreiben und ihre Mitarbeitenden langfristig binden, indem sie eine Arbeitsumgebung schaffen, die den Bedürfnissen und Werten der Mitarbeitenden entspricht.
New Work nutzt den Beschäftigten: Sie haben mehr Kontrolle über ihren Arbeitsalltag, können ihre Arbeit in eine gesunde Balance mit ihrem Privatleben bringen und fühlen sich eher als Teil eines selbstbestimmten Teams.
New Work nutzt schließlich der Gesellschaft: Langfristig gestaltet New Work die Arbeitswelt insgesamt menschenfreundlicher. Der Fokus auf Selbstverwirklichung und eine Arbeitskultur, die auf Vertrauen und Transparenz basiert, führt in Zukunft dazu, dass Arbeit nicht mehr nur als „Broterwerb“ gesehen wird, sondern als Teil einer Lebensgestaltung. Aber - und das ist das Problem, das Du ansprichst - der Wandel birgt auch Risiken.
New Work darf kein Ausschlusskriterium sein, keine „Modernisierung“, ohne Rücksicht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Arbeitsstile aller Generationen und Mitarbeitenden. Was man also dringend braucht, ist eine differenzierte Herangehensweise mit dem Fokus auf individuelle Bedürfnisse und Flexibilität. Inklusion ist ein zentraler Punkt von New Work, und das bedeutet, dass man nicht nur für diejenigen denkt, die gerade „in der Zeit“ sind, sondern auch denen eine Perspektive gibt, die etwas länger brauchen. Letztlich geht es darum, New Work als flexibles, dynamisches Konzept zu verstehen, das immer wieder angepasst werden kann, um allen gerecht zu werden.
Ein sehr gutes Beispiel dafür ist das Modell des Job Tandems. Zwei Personen verantworten dabei eine Position im Unternehmen, das kann beispielsweise ein Mix aus erfahrenem Mitarbeitenden und Nachwuchs sein. Hierbei geht es um die Sicherung des bestehenden Wissens von bald ausscheidenen Mitarbeitenden und die Weitergabe an die nächste Generation. Eine sehr wertschätzende Form, wie ich finde, die für alle Generationen funktionieren kann. In unserem World Café am Dienstag dürfen sich alle darüber austauschen, wie dieses Modell funktionieren kann.
Ahoi: Das Festival ist ein Mitmachfestival, das finde ich großartig. Wie können meine Blasenmitbewohnenden aber mitmachen? Wie partizipieren wir?
Romy Wuttke: Unser Aufruf zur Mitgestaltung hatte uns wie gesagt über 50 Einsendungen beschert - knapp 40 davon werden wir umsetzen können. Hier bietet sich die größtmögliche Mitgestaltung.
Aber auch alle Teilnehmenden werden in den offen gestalteten Formaten zum Mitmachen angehalten. Es wird ein World Café geben, bei dem an zehn Thementischen gelungene Umsetzungsbeispiele und Herausforderungen gleichermaßen mit den Teilnehmenden diskutiert werden. Wer sich darüber hinaus fragt, was Dominosteine mit Führung zu tun haben oder wie Vertrauen unter völlig Fremden entsteht, sollte dabei sein.
Wir geben den Rahmen zum Austauschen und Ausprobieren, Ihr gestaltet so viel wie möglich mit.
Ahoi: Wie kam es denn dazu, dass Du mit Deinen Bekannten das Festival nach Leipzig holen konntest? Es ist ja eine Marke, die in anderen Städten schon gut eingeführt ist …
Romy Wuttke: Das Konzept von Big & Growing ist es, deutschlandweit regionale Impulse zu setzen und vor allem die Akteure vor Ort zu vernetzen. Wie du ganz richtig sagst, Big & Growing ist schon in einigen deutschen Städten etabliert, etwa in Hamburg, München, Stuttgart, jetzt kommt auch noch Frankfurt hinzu. Die Umsetzung des Festivals folgt aber jeweils einem ganz individuellen Rahmen, je nachdem, was für die Stadt oder Region passt. Es gehört also zum Big & Growing konzeptionell dazu, lokale Leads zu etablieren, die das Festival nach eigenen Vorstellungen umsetzen. Und wir freuen uns riesig, dass wir diese Verantwortung für Leipzig übernehmen dürfen.
Die Formierung unseres Festivalteams setzt genau da an, wo wir über New Work nachdenken: Wir haben zuvor noch nie miteinander gearbeitet, sind uns nur immer mal wieder bei verschiedenen Netzwerkevents begegnet und kannten uns sporadisch. Über einen wilden Zufall (Eine Wienerin trifft in Hamburg eine Leipzigerin...) haben wir uns als Dreierkonstellation gefunden und leben in unserem Team sozusagen New Work.
Wenn wir das Gefühl beschreiben, das uns als Einheit zusammenschweißt, dann ist es absolut für die Sache: sinngetrieben, neudeutsch „purpose driven". Und wir teilen gemeinsame Werte: Vertrauen, Mut, Eigeninitiative und Verantwortungsübernahme. Wir gehen komplett intrinsisch motiviert voran, selbstorganisiert, als interdisziplinäres Team und packen gemäß unserer Stärken einfach an. Für unsere Vision von einem Big & Growing New Work Festival in unserer Stadt, das die Teilnehmenden und uns selbst bereichern wird.
Ahoi: Und wie werden die Inhalte des Festivals dann in konkretes Handeln in den Unternehmen übertragen?
Romy Wuttke: Der Anspruch an jedes Format ist es, Impulse für die Umsetzung in der eigenen Berufspraxis zu setzen. Wir möchten, dass die Teilnehmenden mit möglichst konkreten Handlungsideen nach Hause gehen. Das heißt, dass es ständig darum geht, die eigene Meinung einzubringen, Rückfragen zu stellen, Beispiele zu teilen.
Damit es nicht bei Ideen bleibt, arbeiten wir gerade an Gestaltungsideen, die dann auch in den Berufsalltag hinein wirken. Ein mögliches Format: Man kann eine Mixed Media Collage gestalten, auf der man seine persönlichen Top 3-Ideen festhält. Hier geht´s um das Überführen von abstrakten Gedanken in konkrete Bilder - ein erster Schritt hin zur Umsetzung. Und diese Collage nimmt man dann mit und hängt sie sich neben den Schreibtisch. Das hat eine ganz andere Wirkung, als ein Stichpunkt auf einem Blatt Papier.
Daneben wird es weitere Aktionen geben, die erste Ideen in konkretes Handeln überführen. Wer es ganz genau wissen will, sollte dabei sein (schmunzelt).
Ahoi: In einem Post in Social Media schreibst du „Wir glauben, die Zukunft der Arbeit gehört den Menschen. Nachhaltige Wirtschaft entsteht, wenn Arbeit neu gedacht wird: mit Sinn, gemeinsamer Gestaltung und kollektiver Intelligenz statt Top-Down-Vorgabe.“ Nun wissen wir – spätestens seit dem Niedergang der hiesigen Wirtschaft, dass regionales Handeln im geopolitischen Sturm nicht losgelöst betrachtet werden kann. Oder wie ein weiser Mann mal sagte: „Vorreiter müssen hin und wieder schauen, ob ihnen überhaupt jemand folgt – wenn nicht, sind sie keine Vorreiter, sondern Sich-Verirrende.“
Wenn nun die Weltwirtschaft immer aggressiver und inhumaner wird, wie soll darin der nachhaltige Ansatz hier in Deutschland und Europa funktionieren?
Romy Wuttke: Ich stimme Dir zu: Wir können regionale Entwicklungen nicht losgelöst von globalen Dynamiken betrachten. Die wirtschaftlichen und geopolitischen Verwerfungen zeigen uns deutlich, wie verletzlich Systeme sind, die ausschließlich auf Effizienz, Kostendruck und kurzfristige Optimierung ausgerichtet sind. Genau hier setzt der nachhaltige Ansatz von New Work an.
New Work bedeutet nicht, sich naiv der Weltlage zu entziehen oder die Augen vor Konkurrenzdruck zu verschließen. Im Gegenteil: Es geht darum, resilientere, adaptive und menschenfreundliche Organisationsformen zu schaffen, die den Herausforderungen einer zunehmend instabilen Welt besser standhalten können.
Dabei gibt es drei Ebenen, die wir zusammendenken müssen: Hier wäre an erster stelle zu nennen: die individuelle Ebene: Menschen, die ihre Arbeit sinnvoll gestalten können, die autonom handeln und Verantwortung übernehmen dürfen, sind engagierter, kreativer und bleiben in Krisenzeiten handlungsfähig. Gerade in volatilen Umfeldern brauchen Unternehmen Mitarbeitende, die nicht nur „abarbeiten“, sondern aktiv mitdenken und mitgestalten. Das ist kein Nice-to-have, sondern ein Wettbewerbsvorteil. Daneben gibt es die organisationale Ebene: Unternehmen, die auf Teilhabe, Vertrauen und kollektive Intelligenz setzen, werden widerstandsfähiger. Sie können schneller auf Veränderungen reagieren, weil Entscheidungen dort getroffen werden, wo das Wissen sitzt. Dieses dezentrale, adaptive Denken ist das genaue Gegenteil eines fragilen Top-Down-Systems, das in Krisen häufig blockiert. Nachhaltigkeit heißt eben auch: Strukturen schaffen, die auf Dauer tragfähig sind – wirtschaftlich, sozial und kulturell. Und natürlich gibt es auch eine gesellschaftliche Ebene: Nachhaltige Arbeit bedeutet langfristig auch stabile Regionen. Wenn Unternehmen sich auf ihre Menschen einlassen, deren Potenziale fördern und in gemeinsames Lernen investieren, tragen sie dazu bei, Vertrauen und Innovationskraft im gesamten Ökosystem aufzubauen. Eine Region wie Leipzig - kreativ, vielfältig und wachsend - sehe ich als ein Labor für neue Arbeitskulturen. Und solche regionalen Impulse sind notwendig, um Europa wirtschaftlich wie sozial zukunftsfähig zu machen.
Ahoi: Und was schließt Du daraus persönlich?
Romy Wuttke: Wir sollten wieder bei uns selbst anfangen und uns fragen: Wo liegt mein individueller Einflussbereich?. Dann sollten wir uns wieder mehr zuhören, Verständnis füreinander entwickeln, nach Gemeinsamkeiten statt Unterschieden suchen, um herauszufinden, wo wir Verbündete finden können. Mehr Vertrauen, mehr Zutrauen und mehr Mut sind dieser Tage die Hauptzutaten für eine Zukunft, die wieder als Chance begriffen werden kann.
Ich glaube also nicht, dass wir uns im geopolitischen Sturm verirren, wenn wir auf Sinn, Beteiligung und kollektive Intelligenz setzen. Im Gegenteil: Wir schaffen damit Orientierungspunkte. Vorreiter zu sein heißt nicht, dass schon alle folgen, sondern dass man zeigt, was möglich ist, und damit neue Wege eröffnet. Nachhaltiges Arbeiten wird in einer immer härter werdenden globalen Wirtschaft nicht zum Hindernis, sondern zum entscheidenden Vorteil. Denn Systeme, die Menschen stärken, sind langfristig die robustesten.
Ahoi: Wen habt Ihr denn schon alles als Partnerinnen und Partner im Boot?
Romy Wuttke: Als Locationpartnerinnen und -partner freuen wir uns beispielsweise über die Kooperation mit dem Basislager Leipzig, Entenza Neue Kollektive, Unite und wunderbar Plagwitz. Wir legen darauf wert, dass das Festival die vielfältigen Arbeitsorte Leipzigs präsentiert und spürbar macht, dass es sich lohnt, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Die Teilnehmenden sollen erfahren, wie gut es tut, auch mal aus der eigenen Komfortzone zu kommen und den Arbeitsort je nach Aufgabe und Herausforderung anzupassen.
Vereine und Initiativen wie Cluster IT Mitteldeutschland, GenAI Hub Leipzig, HR Campus Mitteldeutschland, HR Collective oder HR Mind Mingle sorgen nicht nur für mehr Reichweite und tragen unsere Mission in ihre Communities, sie bereichern auch inhaltlich.
Darüber hinaus beteiligen sich lokale Kunstschaffende wie Franzi la Fraise und deutschlandweit agierende Beratungsunternehmen, etwa M.O.O.CON, Digital Impact Labs oder AviloX als Gestaltende.
Ahoi: Und wo kann ich Karten kaufen?
Romy Wuttke: Eine Übersicht der Gestaltenden, erste Einblicke ins Programm und Tickets gibt´s unter https://bigandgrowing.com/leipzig. Treue Ahoi-Leserinnen und -Leser können mit dem Code BG-AHOI Prozent auf den Ticketpreis sparen.
Ahoi: Danke, liebe Romy, dass Du Dir die Zeit für uns genommen hast.


