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Gespräch mit der Gründerin von Wunderwerk by Luisa Rösch

Hoffnung, auf die ich mich immer wieder bewusst fokussiere, ist ansteckend

Luisa Rösch bringt Licht ins Dunkel © Maggy Melzer

Die Welt hat viel mehr Licht nötig. Statt Krisenstakkato zu befeuern einfach mal eine Kerze anzuzünden, Wärme zu schenken und ein Lächeln in Gesichter zu zaubern, ist eine große Leistung. Luisa Rösch ist hier Vorreiterin, mit ihrem Wunderwerk gibt sie Hoffnung und lässt die großen, schweren Eispanzer um unser aller erkältete Herzen schmelzen. Ahoi-Redakteur Volly Tanner sprach mit ihr.

Ahoi: Guten Tag, Luisa Rösch. Als interessierter Journalist begibt man sich aus der persönlichen Blase heraus, um Menschen zu treffen. So kam es, dass ich in Weißenfels auf dem Markt an Deinem Stand stand. Du bist die Protagonistin von „Wunderwerk by Luisa“. Deine Produkte haben alle etwas mit Licht zu tun, mit Licht für den Alltag. Wie kam es zur Gründung?

Luisa Rösch: Ich habe schon immer einen Sinn für das Schöne, lebe mich gern kreativ aus und liebe es, andere zu beschenken. Auf der Suche nach schönen Geschenkartikeln, die Menschen ermutigen und einen Mehrwert im Alltag haben, begann ich während meines Studiums, diese selbst zu gestalten. Ich designte Produkte mit Ermutigungsstatements, zu denen mich mein Leben und Glauben inspirierten. Als die Nachfragen sich häuften, ob ich diese handgemachten Kunstwerke auch verkaufe, entschied ich mich 2020 am Ende meines Studiums für die Gründung meines Labels „Wunderwerk by Luisa Rösch“.

Ahoi: In Leipzig machst Du derzeit einen Kurs. Kannst Du uns dazu mehr erzählen?

Luisa Rösch: Ich bin Teilnehmerin des Future Female Program. Dieses einjährige Programm unterstützt Frauen in Sachsen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit und bei der Unternehmensgründung. Um meine Selbstständigkeit weiter auszubauen, ist es mir sehr wichtig, mich weiterzubilden, ein Netzwerk Gleichgesinnter aufzubauen und strategische Schritte zu gehen. Für all das schafft das Future Female Program Raum mit Workshops, umfangreichen Inhalten auf einer online Plattform, Coaching und Netzwerktreffen. Ich bin sehr gespannt, was rückblickend alles aus dieser Zeit wachsen wird!

Ahoi: Und befruchtet Dich das Wissen? Was konkret lernst Du da?

Luisa Rösch: Derzeit bin ich noch mittendrin. Es geht um verschiedenste Themenbereiche, die in einem Unternehmen relevant sind: Werte und Visionen, betriebswirtschaftliche Grundlagen, Aspekte aus der Kommunikationspsychologie, Selbst- und Teamführung, Resilienz und Mental Health, Nachhaltigkeit, um einige zu nennen. Ein sehr umfangreicher Wissensschatz also, von dem ich viel lerne - nicht nur für Wunderwerk!

Ahoi: Stellst Du Deine Produkte eigentlich alle selbst her? Oder hast Du Zulieferer?

Luisa Rösch: Ja, so habe ich gestartet. 100 Prozent selbstgemacht. Aber natürlich sind meine eigenen Ressourcen begrenzt. Deshalb bin ich mit meinem wachsenden Unternehmen dankbar, dass ich mittlerweile mit tollen Werkstätten und Manufakturen regional, aber auch international zusammenarbeite. Dabei ist mir wichtig, dass auch da meine Vision zum Tragen kommt: Licht in den Alltag von Menschen zu bringen, Hoffnung zu stiften, positive Veränderung zu bewirken. So produziere ich beispielsweise in einer Näherei in Indien meine Babybodys, die von Menschenhandel betroffenen Frauen eine neue Zukunft ermöglichen. In Kirgistan wird ein Teil meiner wunderschönen Küchenhelfer aus Aprikosenholz gefertigt in einer Werkstatt eines Entwicklungshilfeprojektes. Bei uns vor Ort habe ich erst kürzlich die Zusammenarbeit mit einer Einrichtung begonnen, in der Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz bekommen. An wie vielen Orten meine Wunderwerke mittlerweile von Anfang an Licht spenden, begeistert mich.

Ahoi: Licht im Alltag ist mittlerweile, als Konzept, eher selten geworden. Die Lauten sind fast alles Apokalyptiker, täglich geht die Welt unter. Dazu all die Feinde und Gegner … das macht mich ganz kirre. Wie gehst Du mit der Dunkelheit der Welt um? Wie begegnest Du Verzweiflung?

Luisa Rösch: Natürlich lässt mich das nicht kalt, an manchen Tagen spüre ich großen Weltschmerz. Und gleichzeitig erlebe ich eine unerschütterliche Hoffnung in mir. Mich inspiriert im Angesicht aller dunklen Prognosen das Zitat von Martin Luther: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Ich bin überzeugt: Hoffnung lohnt sich. Warum nicht mal das Best-Case-Szenario überlegen? Warum nicht mal den Fokus auf die positiven Entwicklungen richten? Es sind diese - wenn auch manchmal kleinen - Lichtstrahlen, die für mich den Alltag trotz Dunkelheit hell machen. Und was ich in Momenten der Verzweiflung als beständige Stabilität und Zukunftshoffnung erlebe, ist mein Glaube. Zu wissen, dass es Möglichkeiten über unsere menschlichen hinaus gibt und mein Leben nicht auf das irdische begrenzt ist.

Ahoi: Du hast Unterstützerinnen, in Weißenfels war ja auch eine Freundin bei Dir. Wo kommen diese her?

Luisa Rösch: Oh ja, Wunderwerk ist Teamwork! Ich habe eine tolle Familie und wunderbare Freunde, die mich in vielen Bereichen unterstützen - im Lager und Versand, beim Kreieren neuer Produkte, als Babysitter, in der Buchhaltung, zu Märkten, wie hier heute in Weißenfels. Und ganz ehrlich: Dafür sind wir Menschen doch gemacht. Gemeinsam durchs Leben gehen. Es nicht alleine schaffen müssen. Immer wieder erlebe ich, was es für ein Schatz ist, in Beziehungen zu leben!

Ahoi: Wir sprachen schon über Deinen christlichen Hintergrund. Gerade in den großen Städten wird dieser ja von Meinungsmacherinnen und -machern gern diskreditiert. Wie sind Deine Erfahrungen mit Menschen, die den christlichen Glauben ablehnen … Hast Du überhaupt negative Erfahrungen gemacht?

Luisa Rösch: Wie heißt es so schön? Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder heraus. Das erlebe ich. So viele Menschen spiegeln mir, wie wohltuend und hoffnungsspendend meine Arbeit, meine Produkte und Inhalte für sie sind. Zwei meiner Werte sind Sensibilität und Herzlichkeit. Das lebe ich in meinen Begegnungen - ich teile von Herzen gern meine Hoffnung und meine Inspiration, die in meinem Glauben an Jesus ihre Quelle hat. Und das auf sensible Art und Weise zu meinem Gegenüber. 

Ahoi: Ein liebevolles, hoffnungsvolles Menschenbild ist anstrebbar, erst dann geht Toleranz. Du selbst strahlst dieses Menschenbild aus. Bist Du Dir dessen bewusst? Steuerst Du vielleicht sogar bewusst Deine Wirkung?

Luisa Rösch: Oh, vielen Dank für das Kompliment! Ich erlebe das als etwas ganz Natürliches: Das, was in mir ist, womit ich mein Leben fülle, strahlt automatisch nach außen. Liebe und Hoffnung sind zwei große Grundlagen meines Lebens. Ich weiß mich geliebt von Gott und von Menschen. Das befähigt mich, mir selbst und anderen liebevoll zu begegnen. Und Hoffnung, auf die ich mich immer wieder bewusst fokussiere, ist ansteckend. Dass ich mit Wunderwerk diese Hoffnung an so viele Orte weitertragen kann, ist das Schönste für mich.

Ahoi: Ich wünsche Dir und den vielen anderen Menschen, die sich nicht in Ausgrenzung üben, ein erfülltes Sein. Danke für Deine Zeit und Deine Antworten.

Luisa Rösch: Herzlichen Dank auch von mir!

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