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  • Stadtgeschichte
„Kohlrabizirkus“

Großmarkthalle mit vielen Leben

Zwei riesige Kuppeln aus Stahlbeton machten die Leipziger Großmarkthalle 1928 zu einer technischen Sensation. Bis heute steht der „Kohlrabizirkus“ für Ingenieurbaukunst und wechselvolle Nutzung.

Nach 1930: Während des Zweiten Weltkriegs blieb die markante Kuppelkonstruktion der Großmarkthalle trotz Bombenangriffen weitgehend erhalten und zählt bis heute zu den bedeutendsten Industriebaudenkmälern Leipzigs.
Nach 1930: Während des Zweiten Weltkriegs blieb die markante Kuppelkonstruktion der Großmarkthalle trotz Bombenangriffen weitgehend erhalten und zählt bis heute zu den bedeutendsten Industriebaudenkmälern Leipzig. © Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Inv.-Nr. Thonberg 67

Im Zentrum-Südost steht die Großmarkthalle, vielen als „Kohlrabizirkus“ bekannt. Der Spitzname entstand wegen der beiden 65 Meter breiten Kuppeln aus Stahlbeton, deren Form an Kohlrabi erinnert.

Bei der Eröffnung 1928 überspannten sie den Innenraum stützenfrei. Es waren damals die größten Massivkuppeln der Welt. Entworfen wurde die Anlage vom Leipziger Stadtbaurat Hubert Ritter. Die Ingenieure Franz Dischinger und Ulrich Finsterwalder entwickelten die dünnschalige Konstruktion. Sie entstand im Zeiss-Dywidag-Verfahren. Dieses Verfahren setzte neue Maßstäbe im Schalenbau.

Die Halle steht heute unter Denkmalschutz und gilt als bedeutendes Bauwerk der Industriearchitektur der Weimarer Republik. Errichtet wurde das Gebäude als Umschlagplatz für Obst und Gemüse. Händler lieferten ihre Waren an, Großhändler verteilten sie weiter in die Stadt und ins Umland. Über Jahrzehnte war der Standort ein zentraler Großmarkt. Auch im Zweiten Weltkrieg blieb die Tragkonstruktion weitgehend erhalten.

Vom Markt zur Eventhalle

1995 endete der Großmarktbetrieb. Danach folgten mehrere Zwischennutzungen. Inzwischen dient die Halle als Eissportanlage „Eisdom" und wird für Messen, Konzerte und kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Auch der Technoclub „Institut für Zukunft“ befand sich über mehrere Jahre in dem Gebäude. Heute wird die denkmalgeschützte Halle schrittweise saniert und weiterentwickelt.

Präsentiert von Industriekultur Leipzig e. V.

Der Industriekultur Leipzig e. V. bietet Führungen und Vorträge zur Industriegeschichte und -kultur. Einmal im Jahr organisiert der Verein das Industrie | Kultur | Festival – mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und Filmvorführungen zeigt es die Vielfalt der Industriekultur in Leipzig und Umgebung. Dazu gehören auch die „Tage der Industriekultur“.

www.industriekultur-leipzig.de

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