Im Zentrum-Südost steht die Großmarkthalle, vielen als „Kohlrabizirkus“ bekannt. Der Spitzname entstand wegen der beiden 65 Meter breiten Kuppeln aus Stahlbeton, deren Form an Kohlrabi erinnert.
Bei der Eröffnung 1928 überspannten sie den Innenraum stützenfrei. Es waren damals die größten Massivkuppeln der Welt. Entworfen wurde die Anlage vom Leipziger Stadtbaurat Hubert Ritter. Die Ingenieure Franz Dischinger und Ulrich Finsterwalder entwickelten die dünnschalige Konstruktion. Sie entstand im Zeiss-Dywidag-Verfahren. Dieses Verfahren setzte neue Maßstäbe im Schalenbau.
Die Halle steht heute unter Denkmalschutz und gilt als bedeutendes Bauwerk der Industriearchitektur der Weimarer Republik. Errichtet wurde das Gebäude als Umschlagplatz für Obst und Gemüse. Händler lieferten ihre Waren an, Großhändler verteilten sie weiter in die Stadt und ins Umland. Über Jahrzehnte war der Standort ein zentraler Großmarkt. Auch im Zweiten Weltkrieg blieb die Tragkonstruktion weitgehend erhalten.



