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Gespräch mit Christopher Werge zur Tischtennis-Jugend des SV DKF Böhlitz-Ehrenberg e. V.

Gemeinsam sind wir weniger allein

Christopher Werge in seinem Lieblings-Shirt © Werge privat

Es braucht Hilfe! Damit die Tischtennis-Jugend des SV DKF Böhlitz-Ehrenberg e. V. ins Trainingslager fahren kann wird fleißig Geld gesammelt und alle Menschen können mitmachen. Ahoi-Redakteur Volly Tanner sprach mit Christopher Werge über die Sammelaktion, den Sportverein, ehrenamtliches Engagement, Corona und die DDR sowie Gemeinschaft als Lösung gegen die Probleme, die aus der alles überwuchernden moosgrünen Einsamkeit erwachsen

Ahoi: Guten Tag, Christopher Werge. Am Rande von „Hier las Goethe nie 3.0“ in Böhlitz-Ehrenberg sprachen wir miteinander. Dabei machtest Du mich auf den Kuchenverkauf aufmerksam und erzähltest, dass es hier um den guten Zweck ginge. Wofür wurde gesammelt?

Christopher Werge: Hallo Volly, vom 12. bis 14. Dezember 2025 fahren acht unserer 17 Tischtenniskinder zusammen mit drei unserer Trainer ins Trainingslager nach Erdmannsdorf. Für die Kids wird das ein echtes Highlight – aber natürlich ist es auch mit einigen Kosten verbunden. Deshalb freuen wir uns sehr, dass der Erlös aus dem Kuchenverkauf hilft, die finanzielle Last ein bisschen abzufedern.

Ahoi: Kannst Du uns etwas zur Tischtennis-Jugend des SV DKF Böhlitz-Ehrenberg e. V. erzählen? Wer macht alles mit? Wer trainiert die Jugend?

Christopher Werge: Unsere Tischtennis-Jugend beim SV DKF Böhlitz-Ehrenberg e. V. besteht derzeit aus 17 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 8 und 16 Jahren. Es ist eine großartige, bunt gemischte Truppe – von absoluten Einsteigern bis hin zu echten Wettkampftalenten ist alles dabei. Trainiert wird die Gruppe von einem engagierten Trio: Roman Stock, Christian Merbach und Stefan Laut, die nicht nur Fachwissen mitbringen, sondern auch viel Herzblut in die Nachwuchsarbeit stecken. Besonders stolz sind wir darauf, mit einer Jugendmannschaft in der 1. Stadtliga Jugend 15 vertreten zu sein.

Ahoi: Den Verein gibt es seit 1949. Da war doch mal was … also, seit Beginn des untergegangenen Landes in dieser Gegend. Wie hat der Verein den Systemwechsel überstanden?

Christopher Werge: Unser Verein gehört einfach zu Böhlitz-Ehrenberg – gegründet wurde er 1949, also im Jahr, als die DDR entstand. Was genau in den ersten Jahrzehnten passiert ist, weiß ich leider nicht. Vielleicht wäre das mal ein schönes Projekt für unseren Heimatverein hier im Ort: gemeinsam ein Stück dieser Geschichte aufarbeiten. Was ich aber sagen kann: Über die Wende hat Lothar Lapön den Verein gerettet und mit viel Herzblut weitergeführt. Später hat dann Maik Schwarze übernommen – erst kommissarisch, und vor 20 Jahren wurde er offiziell zum Vorsitzenden gewählt. Seitdem hat er zusammen mit seinem Kassenwart René Wendland wirklich viel auf die Beine gestellt: neue Sportarten wie Zumba eingeführt und vor allem die Mitgliederzahl verdreifacht. Das zeigt, wie lebendig unser Verein heute ist – und wie wichtig er für den Ort geblieben ist.

Ahoi: Und das Corona-Tief? Hier ließen ja viele Sportvereine Federn. Wie habt Ihr das überlebt?

Christopher Werge: Ich selbst oder besser gesagt mein Sohn Tristan war in der Corona-Zeit noch nicht aktiv dabei, aber was ich von den anderen mitbekommen habe, beeindruckt mich sehr. Damals hat sich gezeigt, wie stark der Zusammenhalt im Verein ist. Gemeinsam sind wir weniger allein – das war mehr als nur ein Spruch. Der Teamgeist zwischen Vorstand, Trainerteams und Mitgliedern – und ganz besonders auch die Unterstützung der Eltern im Tischtennisbereich – haben dafür gesorgt, dass der Verein gut durch die Krise gekommen ist. Es gab nur wenige Austritte, und viele sagen, dass Corona sie als Gemeinschaft sogar noch enger zusammengeschweißt hat.

Ahoi: Ihr trainiert in der Böhlitz-Ehrenberger Pestalozzi-Schule, wenn ich richtig informiert bin. Wie funktioniert es dort? Gibt es Reibereien mit anderen Vereinen oder Strukturen?

Christopher Werge: Ja, unsere Kinder und Jugendlichen trainieren in der Turnhalle der Heinrich-Pestalozzi-Schule hier in Böhlitz-Ehrenberg. Wichtig, dass man das ‚Heinrich‘ nicht vergisst – das war damals mal ein großes Thema, als es um die Dachsanierung der Oberschule ging, aber das ist eine andere Geschichte … Heute haben wir dort einmal pro Woche Training, immer dienstags von 18:15 bis 19:30 Uhr. Zusätzlich können freitags vier Kinder im Wechsel bei uns im Vereinsclub trainieren – dort ist allerdings nur Platz für eine kleine Gruppe.

Natürlich wünschen sich alle mehr Trainingszeit. Die Hallenkapazitäten sind einfach begrenzt, das merken viele Vereine im Stadtteil. Trotzdem läuft das Miteinander mit den anderen Vereinssektionen sehr gut. Auch bei unseren Heimspielen am Samstagmorgen ab 08:30 Uhr klappt die Absprache reibungslos. Reibereien? Eigentlich nicht – die Beteiligten stimmen sich einfach gut ab. Und ganz ehrlich: Wir alle hoffen auf den geplanten Hallenneubau. Der würde uns Luft verschaffen und vor allem den Kindern mehr Zeit an der Platte ermöglichen.

Ahoi: Das Geld wird ja – wie Du schon sagtest – dem Trainingslager der Tischtennis-Jugend zugutekommen. Wie kann Euch weitergeholfen werden? Euch speziell als Tischtennis-Jugend und dem Verein ebenfalls?

Christopher Werge: Ja, genau – der Erlös vom Kuchenverkauf fließt ins Trainingslager der Tischtennis-Jugend, aber damit allein ist natürlich noch nicht alles gedeckt. Wir freuen uns über jede Unterstützung – sei es für uns als Tischtennis-Gruppe oder auch für den Gesamtverein.

Was wir konkret brauchen? Ganz vorne stehen neue Tischtennisplatten, Netze, Bälle und Balleimer für das Training. Auch Trikots und Shorts sind immer ein Thema – die Kids wachsen ja gefühlt im Monatsrhythmus. Außerdem wären Spielfeldumrandungen super, um die Halle besser zu strukturieren. Kurz gesagt: Es fehlt an vielem, was den Trainingsalltag erleichtert und professioneller macht.

Und wer Lust hat, uns langfristig zu unterstützen – z. B. als Sponsor für unser zweites Trainingslager, das wir für 2026 planen – der ist natürlich herzlich willkommen!

Ahoi: Die Sammelaktion finde ich gut. Wo und wie kann ich mich denn jetzt ganz konkret einbringen?

Christopher Werge: Volly, Du und Deine Leserschaft seid jederzeit herzlich eingeladen – kommt doch mal vorbei und stellt Euch einem Tischtennismatch mit unseren Kids! Aber seid gewarnt: Die sind schnell, ehrgeizig und nehmen es auch mit Erwachsenen locker auf! (lacht)

Wer uns darüber hinaus unterstützen will – umso besser! Am einfachsten geht das mit einer Mitgliedschaft über unsere Website. Denn ein Verein lebt von seinen Mitgliedern – egal ob aktiv an der Platte oder im Hintergrund. Jeder Beitrag zählt – und wer Lust hat, kann sich gern auch mal selbst ein Bild vom vielfältigen Vereinsangebot machen. Wir freuen uns immer über neue Gesichter!

Ahoi: Danke, lieber Christopher … und als letzte Frage: Was machst du eigentlich bei der Tischtennis-Jugend? Du bist ja einen Hauch jünger als ich, aber das Wort Jugend würde ich für uns Beide nun nicht unbedingt benutzen.

Christopher Werge: Volly, den Altersunterschied merkt man wirklich kaum – zumindest nicht, solange wir uns nicht gleichzeitig gegen unsere Tischtennis-Kids an die Platte stellen!

Mein Sohn spielt seit etwas über einem Jahr im Verein, meine Tochter war früher beim Kindersport und ist heute mit Begeisterung beim Zumba dabei. Ich selbst engagiere mich im Ort in der Bürgergesellschaft und als stellvertretender Ortsvorsteher im Ortschaftsrat.

Was mir besonders wichtig ist: Wir haben in Böhlitz-Ehrenberg ein lebendiges Vereinsleben – und das ist alles andere als selbstverständlich. Gerade nach Corona hat man gemerkt, wie wichtig Gemeinschaft ist. Unsere Vereine wirken aktiv gegen Einsamkeit, und das geht nur mit Menschen, die sich mit Herz und Zeit einbringen. Unsere Trainerinnen und Trainer leisten hier Unglaubliches – Woche für Woche, oft ehrenamtlich. Und genau da kommt auch der finanzielle Aspekt ins Spiel: Geld ist nicht alles, aber es ist eben auch eine Form von Wertschätzung. Eine gute Trainingsausstattung, funktionierende Strukturen, ein gemeinsames Trainingslager – das alles zeigt den Kindern und Jugendlichen: Ihr seid es uns wert. Deshalb unterstütze ich den Verein gern, auch als Sponsor der Tischtennis-Mannschaft. Jeder, der mithilft – ob mit Zeit, Ideen oder einem finanziellen Beitrag – trägt dazu bei, dass unser Vereinsleben stark und offen für alle bleibt.

Ahoi: Dann viel Erfolg und weiterhin viel Freude beim Engagement.

Christopher Werge: Vielen lieben Dank, Volly! Das wünsche ich Dir auch – und wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja mal an der Platte oder bei einer unserer nächsten Aktionen. Es macht wirklich Freude, wenn man sieht, was gemeinsames Engagement im Ort bewegen kann.

Homepage des Vereins:

www.sv-dkf.de

Wer lieber finanziell helfen möchte, hat auch dafür zwei Möglichkeiten:

Spendenkonto:
SV DKF Böhlitz-Ehrenberg e. V.
IBAN: DE93 4306 0967 1156 2826 00 (GLS Bank)
Verwendungszweck: Tischtennis Kinder

Oder per PayPal:
https://www.paypal.com/DE/fundraiser/charity/4004489
Textfeld: Tischtennis Kinder

Spendenquittungen stellt der Verein natürlich gern aus – einfach nach der Überweisung kurz unter https://www.sv-dkf.de/spenden das Formular für die Spendenbescheinigung ausfüllen.

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