Rembrandt Harmensz. van Rijn war Mitte 20, als er von Leiden nach Amsterdam zog und in die Werkstatt des Kunsthändlers Hendrik Uylenburgh eintrat. Dort unterzeichnete er bald nur noch mit seinem Vornamen. Wie zuvor Michelangelo, Raffael oder Tizian – Rembrandt wurde zur Marke.
Auf diesen Lebensabschnitt rund um das Jahr 1632 konzentriert sich die Ausstellung im Herzoglichen Museum Gotha. Zentrale Werke stellt sie in einen historischen Kontext. Originale treffen auf Kopien aus jener Zeit. Und Rembrandts Experimentierfreude wird mit Bildern verschiedener Gattungen sichtbar.
Blick unter die Oberfläche
„Die Ausstellung führt mitten hinein in die Welt eines Künstlers, der mit Licht, Ausdruck und einer unverwechselbaren Handschrift die Kunstgeschichte geprägt hat“, sagt Timo Trümper, Direktor für Wissenschaft und Sammlungen und Kurator der Ausstellung. Doch einzelne Kapitel der Kunstgeschichte müssen immer wieder neu geschrieben werden.
Eine These gerät ins Wanken
So galt etwa das in Gotha befindliche Werk „Bärtiger alter Mann“ lange als in Rembrandts Werkstatt gefertigte Kopie eines im Fogg Art Museum in den USA gezeigten Originals. Warum aber offenbart das Werk Änderungen im Malvorgang, die bei einer reinen Kopie nicht nötig wären? War Rembrandt doch persönlich auf der Suche nach Perfektion?