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  • Kunst
Bis zum 06. Dezember

Geheimnisse unter der Farbschicht

Gotha besitzt eine der ältesten Rembrandt-Sammlungen überhaupt. Die aktuelle Ausstellung untersucht, wie der Maler zur Marke wurde – und zeigt, wie technische Untersuchungen die Werkgeschichte umschreiben.

Die Ausstellung zeigt Werke von Rembrandt und anderen Malern seiner Zeit
Die Ausstellung zeigt Werke von Rembrandt und anderen Malern seiner Zeit © FSG / Philipp Hort

Rembrandt Harmensz. van Rijn war Mitte 20, als er von Leiden nach Amsterdam zog und in die Werkstatt des Kunsthändlers Hendrik Uylenburgh eintrat. Dort unterzeichnete er bald nur noch mit seinem Vornamen. Wie zuvor Michelangelo, Raffael oder Tizian – Rembrandt wurde zur Marke.

Auf diesen Lebensabschnitt rund um das Jahr 1632 konzentriert sich die Ausstellung im Herzoglichen Museum Gotha. Zentrale Werke stellt sie in einen historischen Kontext. Originale treffen auf Kopien aus jener Zeit. Und Rembrandts Experimentierfreude wird mit Bildern verschiedener Gattungen sichtbar.

Blick unter die Oberfläche

„Die Ausstellung führt mitten hinein in die Welt eines Künstlers, der mit Licht, Ausdruck und einer unverwechselbaren Handschrift die Kunstgeschichte geprägt hat“, sagt Timo Trümper, Direktor für Wissenschaft und Sammlungen und Kurator der Ausstellung. Doch einzelne Kapitel der Kunstgeschichte müssen immer wieder neu geschrieben werden.

„Infrarot schaut unter Farbschichten und lässt beispielsweise Übermalungen erkennen“, erklärt Katrin Tenner, die als wissenschaftliche Volontärin die Ausstellung mitentwickelt hat. Mikro-XRF-Untersuchungen können charakteristische Elementverteilungen und lokale Anreicherungen bestimmter Pigmente sichtbar machen. Insgesamt, so Tenner, lässt sich auf diese Weise der Malprozess nachvollziehen – und das kann entscheidend sein.

Infrarot schaut unter Farbschichten und lässt beispielsweise Übermalungen erkennen. Katrin Tenner, wissenschaftliche Volontärin der Friedenstein Stiftung Gotha

Eine These gerät ins Wanken

So galt etwa das in Gotha befindliche Werk „Bärtiger alter Mann“ lange als in Rembrandts Werkstatt gefertigte Kopie eines im Fogg Art Museum in den USA gezeigten Originals. Warum aber offenbart das Werk Änderungen im Malvorgang, die bei einer reinen Kopie nicht nötig wären? War Rembrandt doch persönlich auf der Suche nach Perfektion?

„Wir können die Frage nicht final beantworten. Aber die kunsttechnologischen Untersuchungen haben die These ins Wanken gebracht, dass Rembrandt jedes Motiv nur einmal gemalt hat“, sagt Tenner. In einem Laborbereich kann das Publikum am Touchscreen selbst in die Rolle von Forschenden schlüpfen.

„Rembrandt 1632. Entstehung einer Marke“
bis 6. Dezember
Herzogliches Museum Gotha
​​​​​​​www.stiftung-friedenstein.de

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