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Frauentag im Museum

Frauen der Leipziger Stadtgeschichte

Annemarie Riemer im Alten Rathaus

Am 8. März fand um 14 Uhr im Alten Rathaus Leipzig eine öffentliche Führung zu Frauen der Leipziger Stadtgeschichte statt. Entwickelt wurde das Format von Annemarie Riemer aus dem Team Bildung und Vermittlung des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig. Die Veranstaltung gehört seit mehreren Jahren zum Programm rund um den Internationalen Frauentag.

Die Führung "Frauensache! Die Geschichte ist weiblich" spannt einen historischen Bogen vom späten Mittelalter bis in die Moderne. Sie zeigt, welche Rollen Frauen in unterschiedlichen Epochen einnahmen und warum viele von ihnen in der klassischen Geschichtsschreibung kaum vorkommen. Lange Zeit erzählten Chroniken vor allem von politischen Ämtern, Kriegen und Herrschaft. Diese Bereiche waren überwiegend Männern vorbehalten.

Ein Blick in die Ehrengalerien zeigt dieses Ungleichgewicht bis heute. Von 92 bisher ernannten Ehrenbürgern der Stadt Leipzig (sechs wurden später aberkannt) sind bislang nur zwei Frauen.

Die Führung verbindet ältere und neuere Biografien. Dazu gehören etwa Johanna Christiane Woost – deren Schicksal als Vorlage für Georg Büchners Drama Woyzeck gilt – sowie Katharina von Bora und die Kurfürstinnen Christina von Sachsen und Anna von Sachsen.

Auch Persönlichkeiten der Frauenbewegung kommen zur Sprache: die Publizistin Louise Otto-Peters, die Pädagoginnen Auguste Schmidt und Henriette Goldschmidt sowie politische Aktivistinnen wie Clara Zetkin und Käthe Duncker.

Die Führung wird jährlich weiterentwickelt. Neue Forschungsergebnisse und zusätzliche Biografien erweitern den Blick auf Frauen in der Leipziger Geschichte. Neben öffentlichen Rundgängen bietet das Museum auch thematische Führungen und Bildungsangebote für Schulklassen an.

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