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Klassik-Pianist Sebastian Knauer und Revolverheld-Sänger Johannes Strate machen am 13. Dezember im Gewandhaus gemeinsam Musik

"Ein total spannender Ausflug"

Sebastian Knauer (r.) und Johannes Strate stehen am 13. Dezember im Gewandhaus gemeinsam auf der Bühne © Gregor Hohenberg

Zwei Stars, zwei Welten, eine Vision: Sebastian Knauer, einer der erfolgreichsten Klassik-Pianisten, und Johannes Strate, Sänger von Revolverheld (offizieller ARD-Olympiasong: „Einfach machen"), machen gemeinsame Sache. Im Herbst sind die beiden auf ihrer ersten gemeinsamen „Klassik meets Pop Tour 2024" durch Deutschland zu erleben. Am 13. Dezember kommen die beiden nach Leipzig (Gewandhaus). Unsere Redaktion hat mit Knauer und Strate gesprochen.

Was ist Ihre Vision als Duo? 

Johannes Strate: Ich finde es immer spannend, sich mit anderen Genres zu beschäftigen. Auf dieser Tour bringen wir Klassik und Pop auf eine sehr ungewöhnliche und besondere Art zueinander. Für mich eine große Freude.

Sebastian Knauer: Als klassischer Pianist bin ich zwar mit Bach, Mozart und Beethoven aufgewachsen, aber mich hat schon immer Musik im Allgemeinen fasziniert, egal aus welchem Genre. Daher ist es seit langem meine Vision, immer wieder zu zeigen, dass die verschiedenen Musikwelten wunderbar miteinander harmonieren, wenn man es richtig angeht.

Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Knauer: Wir kennen uns lange, sind befreundet und waren früher Nachbarn. Und ganz wichtig: Wir beide schätzen uns als Musiker gegenseitig sehr. Bedingt durch viele Einschränkungen und Konzertabsagen im Jahr 2020 - wir alle wissen warum - habe ich mir damals viele Gedanken gemacht, was man Neues ausprobieren könnte. Dann habe ich Johannes angesprochen, ob er sich vorstellen könnte, mal mit einem „Klassiker" aufzutreten. Und da er glücklicherweise genauso wenig Berührungsängste hat wie ich, war die Idee schnell geboren.

Strate: In Corona-Zeiten, als wir beide nicht live spielen konnten, entstand die Idee. Wir haben sie dann im kleinen Rahmen ausprobiert und die Reaktionen waren so überwältigend, dass wir erst auf ein paar Festivals und dann in der Elbphilharmonie in Hamburg gespielt haben. Nun bringen wir es auf Tour.

Anfang des Jahres waren Sie noch mit Revolverheld unterwegs, da ging es härter zur Sache. Ist das jetzt eine Art Kulturschock für Sie?

Strate: Ich bin immer ein Freund davon, mich nicht auf eine Art von Musik festzulegen. Deswegen ist es für mich ein total spannender Ausflug, mit Sebastian meine Songs in ein so anderes Gewand zu stecken. Auch nach über 20 Jahren in der Branche ist dies ein einzigartiges Projekt für mich.

Wie ist Ihre Message?

Strate: Jegliche Art von Genre, jegliche Art von Musik kann zusammen funktionieren. Man muss es nur einfach machen.

Knauer: Musik sollte nicht für immer in die sogenannten E- und U-Musik-Schubladen gesteckt werden. Es gibt eigentlich nur gute und schlechte Musik, und das auf jeden Fall genreübergreifend.

Ihr gemeinsames Konzert-Debüt in der ausverkauften Hamburger Elbphilharmonie im vergangenen Jahr schrie nach mehr. Wie war das für Sie?

Strate: Es ist natürlich schon absurd, wenn du den aktuell bekanntesten deutschen Konzertsaal innerhalb einer Woche ausverkaufst. Das Konzert war sehr besonders und sicherlich ein Auslöser dafür, jetzt diese Tour zu spielen.

Knauer: Das Publikum hat mit seiner großen Begeisterung gezeigt, dass die Idee, zwei Musiker aus Klassik und Pop gemeinsam auf der Bühne auftreten zu lassen und große Emotionen zu erzeugen, aufgegangen ist. Genau deshalb setzen wir diese Idee fort und möchten in vielen weiteren Städten die Menschen einladen, diesen ganz besonderen Konzertabend mitzuerleben.

Herr Strate, welche Berührungspunkte hatten Sie bisher mit Klassik?

Strate: Meine Mutter ist eine studierte klassische Pianistin. Ich bin seit meiner Geburt mit Klassik aufgewachsen.

Und Herr Knauer, sind Sie privat auch ein Rocker und hören Sie gerne die Musik von Revolverheld?

Knauer: Ich bin auf jeden Fall ein Fan von Johannes und Revolverheld. Tolle Songs, tolle Musiker und das alles mit viel Empathie verbunden. Unabhängig davon habe ich mich schon seit meiner Kindheit immer auch für andere Musikgenres neben der Klassik begeistert. Ich liebe Rock- und Popkonzerte, war früher oft bei Konzerten von Pink Floyd, Michael Jackson, AC/DC, Simple Minds und Sting und begeistere mich auch heute für Live-Events wie Coldplay oder Bruno Mars. In der Schulzeit war ich sogar häufiger als DJ auf Partys unterwegs - es war also sicherlich absehbar, dass ich irgendwann mal mit einem Popstar zusammen auf der Bühne stehe. Und genau das passiert ja jetzt zu meinem Glück mit Johannes.

Klassik und Pop werden von Ihnen zu einem unvergleichlichen Sound vermischt. Wie schwer fiel Ihnen das?

Strate: Gar nicht schwer. Ich kann sagen, dass es musikalisch auf den ersten Ton gefunkt hat. Mit Fabian Richter haben wir einen großartigen Arrangeur gefunden, der die Welten für uns perfekt verbunden hat.

Knauer: Überhaupt nicht – für mich gibt es gute und schlechte Musik, und das in allen Genres. Die Musik von Johannes ist großartig, und die von Beethoven oder Gershwin ebenso. Das Einzige, was fehlte, waren die jeweiligen „Brücken", um die Verbindung zu schaffen. Diese sind uns schnell eingefallen, bedingt vor allem durch die gegenseitige Inspiration.

Sie haben in Ihren jeweiligen Genres Musikgeschichte geschrieben, füllen große Konzertsäle, Arenen und werden von Ihrem Publikum umjubelt. Wie groß ist da die Sehnsucht nach Normalität ohne das Scheinwerferlicht?

Strate: Ich glaube, es eint uns, dass wir beide abseits der Bühne ganz normale Familienväter sind.

Knauer: Johannes und ich sind glücklicherweise beide sehr bodenständig geblieben. Trotz unseres Erfolgs auf der Bühne sind wir ausgeprägte Familienmenschen und genießen beide ein aktives privates Sozialleben, in dem die Pflege von Freundschaften besonders wichtig ist.

Sie sind gute Freunde, ein Song von Revolverheld aus den Anfangstagen heißt „Freunde bleiben". Was ist das Besondere an Ihrer Freundschaft?

Strate: Grundsätzlich leben wir in einer ziemlich ähnlichen Lebenssituation. Wir sind beide tourende Musiker mit Familien zu Hause, daher überschneiden sich die Themen.

Knauer: Wir schätzen uns nicht nur als Musiker, sondern vor allem auch als Menschen. Dabei geht es um Familie, gewisse Ansichten im Leben, eine sehr professionelle Denkweise, aber vor allem auch um Humor und Leichtigkeit.

Klassik ist bei jungen Leuten noch verpönt. Inwieweit kann es, ähnlich wie beim Schlager, zu einer Begeisterung kommen?

Knauer: Rock, Pop, Jazz, Schlager – alles baut eigentlich auf der Klassik auf. Natürlich wirkt Klassik auf viele Menschen abschreckend, da sie befürchten, zu wenig darüber zu wissen und sich im Konzertsaal nicht „korrekt" zu verhalten. Aber genau deswegen liegt es an uns, allen Menschen klarzumachen, dass niemand Berührungsängste gegenüber der Klassik haben muss. Im Gegenteil – klassische Musik ist wunderschön und lässt sich genießen, ohne tiefgehendes Wissen darüber. Ab und zu müssen wir sie nur ein bisschen anders präsentieren. Daher ist diese Tournee mit Johannes eine wunderbare Gelegenheit, den weniger klassikaffinen Zuschauern im Saal diese Musik näherzubringen, sodass sie vielleicht neugierig werden und mehr hören möchten.

Worauf können sich die Zuschauer auf der Tour freuen?

Strate: Eine bisher nie dagewesene Kombination aus bekannten klassischen Werken, Revolverheld-Songs, Liedern von meinem Soloalbum und neu geschriebenen Songs, die für diese Tour exklusiv neu arrangiert wurden.

Knauer: Eine großartige Mischung aus Klassik und Pop: Klavierwerke von u.a. Beethoven, Chopin, Satie und Gershwin stehen den großen Hits von Johannes Strate und Revolverheld wie „Lass uns hier raus", „Ich lass für dich das Licht an" oder „Liebe auf Distanz" gegenüber, die teilweise neu arrangiert für Stimme, Klavier und Streicher erklingen. Dazu wird es Übergänge geben, die den Hörer manchmal nur erahnen lassen, ob er sich in der Klassik- oder in der Popwelt befindet.

Konzert: Sebastian Knauer & Johannes Strate - Klassik meets Pop, 13. Dezember, 20 Uhr, Gewandhaus Leipzig, Tickets gibt es hier

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