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Stadtgeschichte Teil 76

Ein Ort für die Ewigkeit

Auf dem Begräbnisplatz zwischen der Berliner Straße und der Theresienstraße ruhen die Gebeine von über 5.500 jüdischen Leipzigern aus den letzten 200 Jahren

Stolze Grabmale zeugen von tiefer Religiosität
Heute: Stolze Grabmale zeugen von tiefer Religiosität. Gleichzeitig stehen sie für Präsenz und Selbstverständlichkeit jüdischen Lebens in Leipzig. Die zwei Hektar große Gesamtanlage steht als größter jüdischer Friedhof Sachsens unter Denkmalschutz. © S. Hauptmann

Im Jahr 1814 entstand der erste israelitische Friedhof im Johannistal. Doch als Mitte des 19. Jahrhunderts die Zahl der jüdischen Mitbürger Leipzigs enorm anstieg, wurde im Jahr 1864 der Alte Israelitische Friedhof in der Nähe des Nordfriedhofs in Leipzig begründet.

Hier findet man über 5.500 Grabstätten von jüdischen Leipzigern, die dicht an dicht stehen. Die Grabsteine weisen mit Ortsangaben wie Krakau, Tarnopol oder Brody auf die Herkunft der Bestatteten hin.

Andere Grabstätten ohne Stein sind mit Symbolen wie dem Davidstern gekennzeichnet. Nach den Regeln der jüdischen Religion müssen männliche Besucher eine Kopfbedeckung tragen, sobald sie den Friedhof betreten.

Die Verstorbenen haben an diesem Ort ein ewiges Ruherecht, weshalb die Gräber niemals neu belegt werden dürfen. Aus diesem Grund gibt es in Leipzig auch einen Neuen Israelitischen Friedhof, den man in der Delitzscher Straße findet.

Erinnerung an eine schwere Zeit

Hauptsächlich in der NS-Zeit musste der alte Friedhof stark erweitert werden. Die Grabstätten erinnern an ein dunkles Kapitel der Geschichte; an eine Zeit der Ausgrenzung und an die Ermordung von Millionen Juden.

Beim Betreten dieses Ortes müssen sich Besucher auf eine emotionale Zeitreise in das vorherige Jahrhundert vorbereiten, die eng mit Vernichtungsorten wie Dachau, Sachsenhausen und Buchenwald verbunden ist.

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