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Interessante Frauen aus Leipzig

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Zwischen Beamtinnenalltag und Bodybuildingbühne: Katharina lebt Disziplin © Pro Image Team

In unserer Kolumne über starke Frauen aus Leipzig trifft Anja Herzog auf Katharina Kolbe: Bodybuilderin, Beamtin und Personal Coach. Ein Gespräch über Disziplin, Durchhaltevermögen und die Kraft, immer wieder die eigene Grenze zu verschieben.

Anja Herzog: Wenn du dich selbst in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?
Katharina Kolbe: Stark, diszipliniert, selbstbewusst.

Anja: Du bist Profi-Bodybuilderin, Beamtin und Personal Coach, drei Rollen, die viel Disziplin und Leidenschaft erfordern. Wie würdest du deinen bisherigen Weg dahin beschreiben? 
Katharina: Ich habe es immer gemocht, nach festen Vorschriften und Strukturen zu arbeiten. Im Laufe meiner Persönlichkeitsentwicklung kam dann mehr und mehr das freie Arbeiten hinzu. Der Sport war aber schon immer meine feste Konstante. Ich habe es geschafft, innerhalb von einem Jahr Profi-Bodybuilderin zu werden und möchte mein Wissen durch meine Coachings weitergeben.

Anja: Gab es einen Moment, in dem dir klar wurde: Das ist mein Weg? 
Katharina: Einen Schüsselmoment gab es nicht. Der Wille, mich zu verbessern, war schon immer in mir. Ich liebe Wettbewerbe, bei meinen letzten Bodybuilding-Wettkämpfen erreichte ich Top-10-Platzierungen in den USA. Das bestärkt und motiviert mich sehr. Ich möchte irgendwann zu den Besten gehören. Dies bedarf Geduld, Disziplin und Zeit. Step by Step.

Anja: Bodybuilding ist weit mehr als nur Training. Was bedeutet der Sport für dich persönlich? 
Katharina: Angefangen habe ich mit Kraftsport. Daraus wurde Bodybuilding. Anfangs dachte ich, es gehe dabei nur um Training und Ernährung. Ich habe aber gemerkt, dass Bodybuilding ein 24/7-Job ist und man sein ganzes Leben danach ausrichtet.

Anja: Was war dein bisher intensivster Wettkampf? 
Katharina: Es ist weniger ein bestimmter Wettkampf, sondern der Wettkampf mit mir selbst. Ich will immer eine bessere Version meiner selbst sein. Seit letztem Jahr bin ich in der IFBB Pro League, mit dem Ziel, mich für Olympia zu qualifizieren. Dieses Jahr bin ich das erste Mal in den USA gestartet, das war tatsächlich auch meine allererste Reise dorthin. Ich war sehr aufgeregt, weil ich ohne Begleitung oder Coach gereist bin und vor Ort vieles allein organisiert habe. Das war eine tolle Lebenserfahrung für mich, welche ich niemals vergessen werde. Das macht mich sehr stolz.

Anja: Du begleitest als Coach Menschen dabei, fitter und gesünder zu werden. Was motiviert dich?
Katharina: Mich motiviert es, gemeinsam mit ihnen ihre Ziele zu verwirklichen und innerhalb des Prozesses zu beobachten, wie sie zu einer besseren Version ihrer selbst heranwachsen.

Anja: Gibt es ein Erlebnis, das dir mit einem Coachee besonders in Erinnerung geblieben ist? 
Katharina: Ja, das gibt es. Ich habe eine 59-jährige Frau mit gesundheitlichen Herausforderungen in mein Coaching aufgenommen. Sie hatte wenige Erfahrungen im Bezug auf Training und ausgewogene Ernährung. Gemeinsam haben wir von heute auf morgen ihren kompletten Lebensstil verändert. Sie hat in einem Jahr nicht nur 15 kg abgenommen, sondern auch ihre Gesundheit zurückbekommen. Der größte Erfolg für mich ist jedoch zu sehen, wie sie weiterhin auch ohne mich dieses Leben lebt. Sie nimmt bei mir regelmäßig Personal-Training-Stunden in Anspruch, und jedes Mal bin ich erneut darüber erstaunt, was wir aus ihr gemacht haben. Sie ist ein neuer Mensch. Dies beweist mir, dass nichts unmöglich ist. Egal wie alt man ist.

Anja: Dein Beruf bringt Verantwortung und Ernsthaftigkeit mit sich. Hilft dir der Sport, im Job gelassener oder fokussierter zu sein? 
Katharina: Ich glaube, dass Sport es allgemein schafft, dass man fokussierter, konzentrierter ist und sich besser fühlt. Für mich ist es der perfekte Ausgleich.

Anja: Was ist für dich die größte Herausforderung, alles unter einen Hut zu bringen?
Katharina: Die Herausforderung meistere ich tagtäglich. Den Job, das Privatleben, Familie, Freunde und den Sport zu vereinen, bedarf viel Struktur und teilweise auch Verzicht. Man muss Prioritäten setzen, und es ist wichtig, tolle Menschen um einen herum zu haben, die das Ganze mittragen und unterstützen.

Anja: Mit welchen Klischees bist du konfrontiert? 
Katharina: Bodybuilding gilt noch immer als Männersport. Viele denken, Frauen und Muskeln passen nicht zusammen. Anfangs hat mich das ein wenig verletzt, heute stehe ich größtenteils darüber. Mir ist bewusst, dass ich auffalle, und es wäre ja auch schade, wenn man mir all die Arbeit nicht ansehen würde. Dennoch würde ich mir wünschen, dass die Menschen die harte Disziplin dahinter erkennen, welche es tatsächlich erfordert, um so auszusehen. Unabhängig davon, ob man es ästhetisch findet. Schönheit liegt schließlich im Auge des Betrachters.

Anja: Welche Frauen haben dich auf deinem Weg inspiriert und warum? 
Katharina: Ich habe kein direktes Vorbild. Jede Frau, die bestimmte Ziele anstrebt und sich selbst verwirklichen möchte, inspiriert mich. Ich freue mich sehr, dass ich mittlerweile selbst für viele ein Vorbild sein darf.

Anja: Was würdest du einer Frau sagen, die mit Sport und Selbstdisziplin beginnen möchte? 
Katharina: Trau dich und fang an. Nimm dir Zeit für dich selbst. Probier die Dinge aus, die dir Spaß machen, und setz dir Ziele. Wichtig ist: Bleib dabei. Das Ganze ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Veränderung benötigt Zeit.

Über Anja Herzog

Anja Herzog ist Kommunikationsexpertin mit einem Gespür für Menschen und Ideen. Aus Leipzig heraus hat sie ein deutschlandweites Frauen-Netzwerk aufgebaut, das Austausch, Mut und Sichtbarkeit ermöglicht. In ihrer Kolumne bringt sie die Stimmen starker Frauen zu Wort.

Mehr zum Netzwerk: https://netzwerken-deutschland.de/

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