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  • Interviews
Gespräch mit dem Foto- und Videografen Felix Mauersberger

"Bei all dem Leid auf dieser Welt darf man auch einmal vor seine eigene Haustür schauen."

Felix Mauersberger kümmert sich © Fero Zboray

Es gibt sie, die unauffälligen Helden. Allerorts helfen sie, auch ohne Presseabteilung und Plena, Marketingstrategien und Fördergeldaquise. Sie sind fleißig und es braucht für Journalisten Freunde, die von ihnen erzählen und Kontakte herstellen. Felix Mauersberger wurde vom Vater der Helfe-Elfe Magda empfohlen. Also sprach Ahoi-Redakteur Volly Tanner auch mit ihm.

Ahoi: Guten Tag, Felix Mauersberger. Der literarische Vater der Helfe-Elfe Magda zwitscherte mir im Netz zu, dass Sie gerade an einer Ausstellung zum Thema Barber Angels im Tapetenwerk arbeiten. Da wurde ich sofort hellhörig, da mein guter Freund Bastian Schauer dort ja auch mitmischt. Aber für die Menschen, die noch nicht so viele Quer- und Schrägverbindungen haben: Was sind denn Barber Angels?

Felix Mauersberger: Die Barber Angels sind Friseurinnen und Friseure, die als Mitglieder des karitativ tätigen Vereins Barber Angels Brotherhood e.V. (deutsch etwa Bruderschaft der Friseur-Engel, abgekürzt B.A.B.) in verschiedenen Ländern obdachlosen und bedürftigen Menschen ihre Friseurdienstleistungen kostenlos zur Verfügung stellen. Diese Wohltätigkeitsorganisation wurde 2016 von Claus Niedermaier gegründet.

Ahoi: Und was haben Sie mit den Barber Angels zu tun? Wie sind Sie zu diesem Thema gekommen?

Felix Mauersberger: Ich wurde von meiner Mutter (Jana Mann, Friseurmeisterin aus Leipzig) inspiriert, da sie als Friseurin in dem Verein bereits vor mir tätig war. Da der Verein stets auf der Suche nach weiteren Friseuren, Sponsoren bzw. ehrenamtlichen Unterstützern ist, kam ich ins Spiel. Mithilfe meiner Fotos und Videos bringe ich dieses Thema in die Sozialen Medien und auch bald auf Leinwand. Nun begleite ich die Einsätze des Chapters Sachsen seit drei Jahren als Foto- & Videograf. Bei all dem Leid auf dieser Welt darf man auch einmal vor seine eigene Haustür schauen. Die individuellen Schicksale der Gäste haben mich seit Tag 1 sehr berührt, denn egal wie gut es einem selbst geht, man ist selbst nur ein Augenzwinkern davon entfernt, selbst auf der Straße zu landen. Da man mich aber lieber nicht an Schere und Kamm heranlässt, freue ich mich mit meiner digitalen Kunst etwas zurückgeben zu können. Ich bin dankbar, so etwas Gutes tun zu dürfen.

Ahoi: Können Sie uns schon einige Hardfacts zur Ausstellung sagen? Anfang und Ende? Wird es Vernissage und Finissage geben? Was ist geplant und wo ganz konkret? Das Tapetenwerk ist ja auch groß.

Felix Mauersberger: Bei der Ausstellung „Schichtwechsel 4.0“ stelle ich mit zwölf weiteren Leipziger Fotografinnen und Fotografen aus. Da bin ich ein Teil davon.
Die Vernissage findet am Freitag, den 16.08.2024 ab 18:30 Uhr im Leipziger Tapetenwerk statt. Natürlich kann die Ausstellung auch noch am Samstag und Sonntag, zwischen 13:00 und 18:00 Uhr besucht werden. Bei der Schichtwechsel-Ausstellung geht es natürlich nicht nur um die von mir ausgestellten Bilder zum Verein: Barber Angels Brotherhood. Es sind verschiedene Künstlerinnen und Künstler dabei. Von der Darstellung unserer schönen Stadt Leipzig über Landschafts- & Naturaufnahmen bis hin zur Street- & Aktfotografie ist alles zu finden. Es stellen aus: Axel Schneegass, Benjamin Rühle, El Gozo, Eric Donath, panoRAL Foto, Steve Rohde, Strohhut Pictures, Susanne Koeppek, Sven Kretzschmar, Tino Jahnke, Timeless Impressions & Felix Mauersberger

Ahoi: Als ich Ihren Namen recherchierte, fiel mir zuerst der Namensgeber einer Oberschule in Netzschkau entgegen. Nun ist Mauersberger ein nicht zu selten genutzter und getragener Name: es gibt eine Schriftstellerin, Musikmachende und Komponisten, mehrere Fußballspieler etc. mit dem Nachnamen Mauersberger. Und jetzt auch Sie ganz vorn in der Fotografie. Wie ist es, einen solchen berühmten Namen zu haben – und dann auch noch Felix, wie der geehrte aus Netzschkau?

Felix Mauersberger: Ja, mit diesen großen Namen werde ich oft in Verbindung gebracht. Leider muss ich alle Leserinnen und Leser, die jetzt auf eine spannende Story gewartet haben, enttäuschen. Ich habe mich in diesen Namen „eingeheiratet“. Meine Ehefrau und ihre Tochter haben diesen Namen mitgebracht, für den ich mich bei unserer Eheschließung entschieden habe. Tatsächlich beschäftige ich mich nicht viel mit Größen aus der Vergangenheit. Mein Fokus liegt darauf, selbst zu einer Größe zu wachsen. Mein Ziel ist es, der Felix Mauersberger zu sein, der etwas geschaffen hat und keiner, der es immer nur versucht hat. Das verbindet mich mit meinen Namensvettern – sie haben etwas geschaffen! Und wer weiß, was nach dem Fotografen Felix Mauersberger in vielen Jahren benannt wird.

Ahoi: In Ihrer Hauptarbeit, so verstehe ich Ihre Homepage, fotografieren Sie Brautpaare, Hochzeiten, Emotionen. Kann man so in ungefähr zusammenzählen, bei wie vielen Hochzeiten Sie schon tanzten?

Felix Mauersberger: Meine Hauptarbeit besteht darin, anderen Foto- und Videografen zu helfen, sich ein profitables Kreativbusiness aufzubauen. In dieser Funktion und der als Vertriebsleiter, beschäftigt mich Elias Kaltenberger, selbst Premium Fotograf aus St. Pölten (AT). Mit diesem Beruf oder besser der Berufung kann ich meine Leidenschaft, die Hochzeitsfotografie und die persönliche Entwicklung der Menschen, gut miteinander verbinden. Wie schon richtig beschrieben, gehört aber die Hochzeitsfotografie zu einem sehr großen Bestandteil meiner Kreativarbeit. Da ich seit über zehn Jahren hinter der Kamera stehe, sind es definitiv schon mehr als 50 glückliche Brautpaare gewesen, auf dessen Traumhochzeiten ich mit meiner Kamera getanzt habe – oder besser, welche vor meiner Kamera tanzen durften.

Ahoi: Welche Momente berühren Sie selbst besonders?

Felix Mauersberger: Die Challenge besteht eher darin, nicht selbst zu emotional zu werden, während der Trauung, der Beglückwünschung oder dem Shooting selbst. Ja, die ein oder andere Freudenträne hebe ich mir auf, wenn ich die Fotos oder Videos bearbeite. Ich muss gestehen und das liebe ich auch so sehr, dass jede Hochzeit besonders und einzigartig ist. Zudem fotografiere ich nur ausgewählte Hochzeiten im Jahr, da ich meinen Brautpaaren maximale Hingabe und mehr gebe als ein klassischer Hochzeitsfotograf. Aber um die Frage zu beantworten: Am emotionalsten finde ich Trauungen und Reden, welche besondere Einblicke zu den Heiratenden geben. Lebensgeschichten, Kennlerngeschichten oder auch die ein oder andere Tragödie, die das Paar zusammengeschweißt haben, ja, da darf ich als Fotograf standhaft bleiben.

Ahoi: Seit Januar gibt es die Visual Storytellers Leipzig mit Ihnen im Boot. Was ist das denn? Und wofür, für wen und was machen Sie dort?

Felix Mauersberger: Die Visual Storytellers Leipzig führe ich gemeinsam mit einem Geschäftspartner Lukas Wolf (Fotograf aus Leipzig) neben meinem Hauptjob und der Hochzeitsfotografie. Unser Angebot richtet sich hauptsächlich an Unternehmen. Wir haben festgestellt, dass es vielen Firmen an professionellem Marketing fehlt. Wobei es nicht einmal nur die Professionalität allein ist. Meist ist es die fehlende Zeit, sich mit Instagram, LinkedIn und Co. zu befassen. Wir helfen somit Unternehmen regional sowie überregional sichtbar zu werden, mithilfe von Social Media neue Kunden zu gewinnen oder sogar Mitarbeiter zu finden. Dazu erstellen wir einen individuellen und an die Zielgruppen angepassten Marketingplan, erstellen Videos und Reels sowie professionelle Fotografien. Wir schreiben Texte und übernehmen das Teilen und Posten. Kurz um: ein riesiger Gewinn für jedes Unternehmen.

Ahoi: Dann bedanken wir uns bei Ihnen für Ihre Zeit und Ihre Antworten.

Felix Mauersberger: https://www.homiliusphotographie.de/

Barber Angels Brotherhood: https://b-a-b.club/

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