Am 18. März startet die neunte Staffel „Tierärztin Dr. Mertens“ im Ersten – inklusive einer besonderen Jubiläumsfolge und einem Blick hinter die Kulissen des Leipziger Zoos! Die 100. Folge der Familienserie läuft am 8. April 2025. Ahoi hat mit der Hauptdarstellerin Elisabeth Lanz über ihre Verbindung zur Rolle Susanne Mertens, die Arbeit mit Tieren und spannende neue Entwicklungen der Serie gesprochen.
Das Ende von „Tierärztin Dr. Mertens“ war schon angekündigt – jetzt gibt es eine 9. Staffel inklusive Folge 100. Wie fühlt sich das Jubiläum für Sie an?
Elisabeth Lanz: Ich empfinde eine große Dankbarkeit. Es grenzt ja fast an ein Wunder, dass wir es so weit geschafft haben. Die Liebe der Zuschauer hat die Sendung so langlebig gemacht!
Sie verkörpern Dr. Mertens seit 2006. Was schätzen Sie besonders an Susanne?
Elisabeth Lanz: Für Susanne fühlt sich die Arbeit als Chef-Tierärztin nicht nach Pflicht an – es ist ihre Bestimmung. Ich bewundere ihr Verantwortungsbewusstsein und wie sehr sie in ihrer Aufgabe aufgeht. Ich wünsche jedem, so im Leben, in seiner Funktion und Bestimmung anzukommen.
Was haben Sie mit Dr. Mertens gemeinsam?
Elisabeth Lanz: Ich versuche, meine Figur Dr. Susanne Mertens mit so vielen Facetten wie möglich anzureichern und dabei auch persönliche Erkenntnisse aus meinem eigenen Leben einfließen zu lassen. Als Schauspielerin gestalte ich jede Rolle mit einer eigenen Innerlichkeit, die sich aus meiner Interpretation und meinen Erfahrungen speist. Mein Augenmerk liegt darauf, mich innerhalb des vorgegebenen Rahmens der Figur zu bewegen, ihr aber dennoch eine lebendige und authentische Tiefe zu verleihen. Besonders wichtig ist mir dabei, Pflichten nicht als Last, sondern als etwas zu begreifen, das man mit Freude gestalten kann – eine Haltung, die ich sowohl bei Dr. Mertens als auch in meinem eigenen Leben wiederfinde.
Wie viel Tierärztin steckt in Ihnen? Über die Jahre haben Sie bestimmt einiges mitgenommen.
Elisabeth Lanz: Ich hatte schon immer ein medizinisches Interesse. In meiner Zeit als Dr. Mertens habe ich viel gelernt – zum Beispiel über die Kaltplasmatherapie zur Wundbehandlung und -heilung. Auch die Frequenztherapie beeindruckt mich sehr, da hier mit minimalen Eingriffen in den Körper behandelt wird. Das ist besonders schonend für das Tier.
Haben Sie ein Lieblingstier?
Elisabeth Lanz: Vor der Kamera: immer das, mit dem ich gerade zu tun habe! Die Tiere spüren ja auch, ob ich ihnen wohlgesonnen bin, und „spielen“ dementsprechend mit. Privat mag ich besonders gerne Chamäleons – ihre Wandelbarkeit und wie die Veränderung ihrer Farbe mit Emotionen zusammenhängt, fasziniert mich. Auch zu Elefanten habe ich eine besondere Verbindung. Sie sind trotz ihrer Masse so sanft und gutmütig.
Was haben Sie in der Zusammenarbeit über die Tiere oder sogar von ihnen gelernt?
Elisabeth Lanz: Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, die Emotionen eines Tieres besser zu lesen und noch genauer auf ihre Körpersprache zu achten. Tiere sind unglaublich feinfühlig, und wenn man sie aufmerksam beobachtet, kann man viel über ihr Verhalten und ihre Reaktionen verstehen. Diese Empathiefähigkeit ist nicht nur im Umgang mit Tieren wichtig, sondern auch im zwischenmenschlichen Bereich von großer Bedeutung. Dennoch liegt meine größte Leidenschaft in der Auseinandersetzung mit dem Menschen – insbesondere mit psychologischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Aber egal, ob Mensch oder Tier: Für mich ist es essenziell, jeder Begegnung mit größtmöglicher Zuneigung und Respekt zu begegnen.
Wie hilft Ihnen Ihr psychologischer Hintergrund im Schauspiel?
Elisabeth Lanz: Ich bin im SOS-Kinderdorf aufgewachsen, was mir von klein auf tiefe Einblicke in die menschliche Psyche und unterschiedlichste Lebensgeschichten ermöglicht hat. Die Begegnungen mit so vielen verschiedenen Schicksalen haben mich sehr berührt und gleichzeitig meine Fantasie beflügelt. Schon mit zehn Jahren habe ich begonnen, Regie zu führen – in einer Theatergruppe im Kinderdorf. In gewisser Weise war das Kinderdorf meine erste Schauspielschule, weil ich dort nicht nur Theaterstücke und Sketche inszeniert und gespielt habe, sondern auch das Leben selbst mit all seinen Facetten intensiv erfahren konnte. Neben der Schauspielerei war meine große Leidenschaft das Tanzen. Ich war Teil einer Tanzgruppe, und diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie viel sich durch Bewegung ausdrücken lässt – oft mehr als durch Worte. Diese körperliche Ausdruckskraft fließt auch heute noch stark in mein Schauspiel ein. Statt mit Puppen zu spielen, habe ich als Kind immer mit echten Menschen interagiert, was mir geholfen hat, ein tiefes Gespür für zwischenmenschliche Dynamiken zu entwickeln – etwas, das mir bis heute in meiner Arbeit als Schauspielerin sehr zugutekommt.
Sie leben in München, drehen aber in Leipzig – was schätzen Sie an der Stadt?
Elisabeth Lanz: Ich schätze an Leipzig besonders die gelungene Mischung aus urbanem Stadtfeeling und der Nähe zur Natur. Die Stadt bietet eine hervorragende Anbindung, und rundherum gibt es wunderschöne Seen, die zum Entspannen einladen. Besonders beeindruckend finde ich, dass das Stadtzentrum so nah an den Seen liegt – das ist eine tolle Kombination. Eine kleine Herausforderung beim Dreh ist manchmal, darauf zu achten, dass meine österreichische Färbung nicht zu stark durchkommt. Aber menschlich und von der Mentalität her habe ich mich in Leipzig immer sehr wohlgefühlt – das war nie ein Problem.
Was macht die „neue Generation Zoo“, die in dieser Staffel zum bekannten Team dazukommt, aus?
Elisabeth Lanz: In der neuen Staffel von „Tierärztin Dr. Mertens“ spielt der Generationswechsel im Leipziger Zoo eine große Rolle. Neben dem bewährten Team bringt die sogenannte „neue Generation Zoo“ frischen Wind in den Arbeitsalltag. Ein wichtiger Neuzugang ist Dr. Matteo Berger, gespielt von Tobias Licht, der als neuer Kollege in die Veterinärmedizin einsteigt. Zudem sind Studierende der Veterinärmedizin Teil des Geschehens, was Susanne Mertens vor eine besondere Aufgabe stellt: Sie möchte nicht nur ihr eigenes fachliches Können weitergeben, sondern auch die nächste Generation bestmöglich auf die Zukunft vorbereiten. Dabei geht es ihr nicht nur um das handwerkliche Wissen, sondern auch um die persönliche und berufliche Reife der Nachwuchskräfte. Sie sieht es als sinnstiftende Aufgabe, junge Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und sie für die Herausforderungen dieses anspruchsvollen Berufs zu rüsten. Der Generationswechsel im Zoo bringt für sie auch auf persönlicher Ebene Herausforderungen mit sich. Junge Menschen auf ihren Weg zu bringen, erfordert viel Empathie und Geduld. Sie weiß, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss, und genau dabei möchte sie unterstützen – sowohl fachlich als auch menschlich.
Beschreiben Sie die neue Staffel „Tierärztin Dr. Mertens“ in drei Worten!
Elisabeth Lanz: Emotional, spannend, lebensnah.



