• Kunst
Dichtung in 3D

Wort im Raum

John Cage
„Not Wanting To Say Anything About Marcel“ von John Cage aus dem Jahr 1969 © Radu Colea

Sätze schweben als Hologramm. Wörter spiegeln sich in Glaskugeln. Fotos zeigen, wie Buchstaben durch die Natur getragen werden. Die Nachkriegsavantgarde suchte nach neuen Ausdrucksformen für ihre Dichtung, fand sie in Konkreter Poesie, Akustischer Poesie oder Action Poetry. Bis Gedichtobjekte die Grenzen zwischen den künstlerischen Disziplinen überwanden. „Sie lösen den Text von der Fläche des Papiers und verleihen ihm eine räumliche Dimension“, heißt es in der Ausstellung „Dichtung in 3D“ im Deutschen Buch- und Schriftmuseum.

Der Dialog zwischen Poesie und Skulptur hat bisher wenig Beachtung gefunden. Die Ausstellung zeigt internationale Positionen. Darunter eine Arbeit des Komponisten John Cage. Wie in seiner musikalischen Arbeit nutzte er Zufallsprozesse für seine Wortskulptur auf Plexiglas. Dieter Jung ließ in „Poem“ ein Gedicht als Hologramm leuchten.

Vom gefalteten Papier von Ludwig Gosewitz bis zu Timm Ulrichs’ Betonbuch („Concrete Poetry“) reichen die Exponate. Und ein Enzensberger-Text reflektiert die endlosen Möglichkeiten, die weit über die Ausstellung hinausreichen: ein Gedicht über die Vergänglichkeit auf einer Seife.

Dichtung in 3D
Deutsches Buch- und Schriftmuseum
Deutscher Platz 1
bis 8. Januar
Eintritt frei
www.dnb.de

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