Noch bis zum 15. August ist im Untergeschoss der Halle 14 auf dem Gelände der Baumwollspinnerei die Preisträgerausstellung „Im Namen der geheiligten Mittel“ von Hans-Hendrik Grimmling zu sehen. Der Künstler wurde 2025 mit dem Preis der 31. Leipziger Jahresausstellung ausgezeichnet und nutzt das damit verbundene Preisgeld von 10.000 Euro, um die dreiwöchige Ausstellung zu realisieren.
Grimmling setzt sich stets in seiner Kunst mit gesellschaftlichen Strukturen, politischen Machtverhältnissen und der Frage nach individueller Freiheit auseinander. Auch seine aktuelle Ausstellung bleibt dieser Haltung treu. Die großformatigen Werke entfalten eine starke Präsenz: Kräftige Signalfarben wie Gelb, Rot und Weiß treffen auf tiefes Schwarz, das Flächen begrenzt und Kontraste schafft. Die Arbeiten wirken unmittelbar und fordern dazu auf, sich mit den darin verhandelten Themen auseinanderzusetzen.
Besonders die Werke „der große seher“ und „bedingtes aufbegehren I und II“ überzeugten die Jury der 31. Leipziger Jahresausstellung. In ihrer Begründung würdigte sie Grimmlings Werk wie folgt: „Damit wird eine künstlerische Position ausgezeichnet, die Tradition als Grundlage für Zukunft hochhält: Klassisch die Kompositionen, ausdrucksstark die Wirkung, berührend die Themen, zukunftsträchtig die Konservativität, weltsprachlich die Bildgrammatik, überzeugend die Anschaulichkeit, würdig ihre Bildlichkeit.“
Der Standort Leipzig ist eng mit der persönlichen Geschichte des Künstlers verbunden. 1947 in Zwenkau geboren, wuchs Grimmling in der DDR auf und studierte später an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Schon früh erlebte er die Grenzen künstlerischer Freiheit im staatlich kontrollierten Kulturbetrieb. Als Mitinitiator des 1. Leipziger Herbstsalons, einer unangepassten und staatsunabhängigen Kunstausstellung, geriet er ab 1984 verstärkt ins Visier der Behörden. Unter Überwachung stehend, stellte er einen Ausreiseantrag und übersiedelte 1986 mit seiner Familie nach West-Berlin. Dort lebt er nun noch immer und arbeitet weiterhin aktiv als Maler und Künstler.


