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GRÜNER FUSSBALL BEI RB LEIPZIG

„WIR HABEN VIEL VOR!“

Im April veröffentlichte RB Leipzig seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht. Wir haben bei der für Nachhaltigkeit mitverantwortlichen Evelyn Holderbach nachgefragt.

zusehe: das RB Stadion
Moderner Fußballklub: Beim Umbau des Stadions spielte auch Nachhaltigkeit eine Rolle © RB Leipzig/motivio

Frau Holderbach, welche Nachhaltigkeitsthemen stehen im Zentrum der Nachhaltigkeitsstrategie von RB Leipzig?

Evelyn Holderbach: Im Rahmen des Strategieprozesses wurden anhand einer Wesentlichkeitsanalyse bereits 2021 neun Nachhaltigkeitsthemen identifiziert. Für den Bereich Ökologie sind das beispielsweise die Themenfelder „Materialien & Entsorgung“, „Energie & CO2 - Emissionen“ und „Wasser“. Nachhaltigkeit bedeutet für uns jedoch, nicht ausschließlich an Natur und Umwelt zu denken. Deshalb haben wir uns auch in den Bereichen Ökonomie und Soziales ambitionierte Ziele gesetzt, um langfristig erfolgreich zu sein. Dazu gehört neben der gesellschaftlichen Verantwortung etwa die Entwicklung unserer Mitarbeitenden, integres Verhalten, nach- haltiges Wirtschaften und nachhaltige Partnerschaften sowie die Teilhabe unserer Fans.

Konkret: In welchen Bereichen ist RB schon nachhaltiger geworden?

Holderbach: Allein der Schritt, Nachhaltigkeit in die Geschäftsordnung einzubinden, zeigt, dass dieses wichtige Thema in allen Bereichen des Klubs präsent ist. Der Anfang 2022 geschaffene Geschäftsbereich Sustainability hat zunächst analysiert, wo wir in Sachen Nachhaltigkeit stehen, welche Potenziale wir haben und es wurde eine sogenannte Roadmap entwickelt. Dabei erfolgte eine Priorisierung anhand von Wirksamkeit und Machbarkeit.

Mit welchen Ergebnissen?

Holderbach: Neben der Umstellung unserer Entsorgung haben wir zum Beispiel erste messbare Erfolge im Energieverbrauch erzielt: Durch Maßnahmen in den Bereichen Beleuchtung sowie Wasser- und Raumtemperatur konnten wir unseren Energieverbrauch zum Jahresende 2022 um knapp 20 Prozent senken. Seit Juli 2022 setzen wir zu- dem ausschließlich auf Ökostrom. Auch im Bereich der Mobilität zeigen unsere Maßnahmen Wirkung: Den Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen am gesamten Fuhrpark haben wir bis Ende des vergangenen Jahres auf 35 Prozent steigern können und wir erhöhen die Quote stetig weiter. Außerdem sind wir stolz, ein sehr umfangreiches veganes Produktangebot im Stadion anbieten zu können, eines der größten in der Bundesliga.

Welche Rolle spielte Nachhaltigkeit beim Umbau des Stadions?

 

Holderbach: Der Umbau der Red-Bull- Arena, den wir 2019 begonnen haben, erfolgte in erster Linie, um das Fan-Erlebnis und den Komfort im Stadion zu verbessern. Dennoch haben wir im Zuge des Umbaus sehr viel in Mess- und Regeltechnik investiert, um unseren Energie- und Was- serverbrauch detaillierter zu analysieren und den Betrieb somit weiter zu optimieren. Zudem haben wir ein innovatives Beleuchtungskonzept entwickelt und nicht effiziente Leuchtmittel ausgetauscht. Beim Wechsel der Sitze wurde die Stahlkonstruktion beibehalten und es wurde auf eine hohe Recyclingquote geachtet – unsere neuen Sitzschalen bestehen zu 90 Prozent aus recycelten Materialien. Auch die alten Sitze haben wir größtenteils in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt oder an unsere Fans übergeben. Weitere Beispiele sind wasserlose Urinale in den Toiletten sowie der flächendeckende Einsatz von Mehrwegbechern oder die Mülltrennung. Grundsätzlich finden sich in jedem Bereich des Stadions Nachhaltigkeitsaspekte. Ganz aktuell steht das Thema Mülltrennung auf der Agenda. Wir haben zum Ziel, Abfälle bestmöglich zu vermeiden, unsere Recyclingquote entschieden zu erhöhen und wir streben eine Zero-Waste-Zertifizierung noch vor der EM 2024 an.

Wo und wie muss Rasenballsport noch besser werden?

 

Holderbach: Es ist ganz klar, dass wir noch am Anfang stehen, aber wir haben viel vor! Unseren CO2-Fußabdruck wollen wir bis 2040 bestmöglich verkleinern. Neben Optimierungen im Betrieb bedingt dies auch weitere bauliche und infrastrukturelle Maßnahmen in der Zukunft. Auch wenn der Großteil der Emissionen nicht im Stadion selbst entsteht, sondern bei der An- und Abreise der Zuschauer. Die Verkehrssituation rund um die Red Bull Arena beschäftigt uns seit Jahren, hier hoffen wir auf spürbare Verbesserungen und arbeiten dazu mit der Stadt und der Leipziger Gruppe eng zusammen.

Außerdem wollen wir den Anteil regionaler Lieferanten weiter erhöhen und mit der knappen Ressource Wasser noch sorgfältiger umgehen, etwa indem wir den Anteil an Regen- sowie Grauwasser in der Nutzung erhöhen. Neben den ökologischen Projekten gibt es auch eine Reihe sozialer. Wir möchten zum Beispiel die Zusammenarbeit mit NGOs verstärken, Bildungs- und Fußballangebote für Kinder und Jugendliche fördern und die Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden weiter verbessern.

Mehr Informationen: www.rbleipzig.com/de/ klub/sustainability

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