Um eine nachhaltige Stadt zu werden, müssen eine Vielzahl von Faktoren – wie die Erhöhung des Grünflächen- anteils oder grüne Architektur – durchgesetzt werden. Auf welchem Weg befindet sich Leipzig aktuell?
Burkhard Jung: Wir verfügen mit dem im Oktober 2022 beschlossenen Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 über ein zentrales Instrument auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt bis 2040. Natürlich treten auch in Leipzig die Herausforderungen des Klimawandels klar zutage. Das Wachstum unserer Stadt und die Schaffung von Wohnraum führt zu mehr Verdichtung. Der Erhalt und die Förderung der grün- blauen Infrastruktur, etwa des stadtbildprägenden Auensystems oder der zahlreichen Park- und Grünanlagen, sind deshalb von besonderer Bedeutung. Auch das Pflanzen von Bäumen, Entsiegelungsmaßnahmen, Begrünung von Gebäuden und multifunktionale Erholungsräume tragen zur Regulierung des Stadtklimas bei.
Über eine freiraumorientierte Stadtentwicklung wollen wir die Balance zwischen Bebauung und Freiraum zugunsten des Schutzes der Lebensgrundlagen und der Lebensqualität in den Quartieren verbessern. In den zukünftigen Neubauquartieren stehen beispielsweise hohen Dichten in den Baufeldern große öffentliche Parkanlagen gegenüber. Darüber hinaus setzt die Stadt – Stichwort „grüne Architektur“ – Standards, um auch auf privaten Grundstücken den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Dennoch ist das Wachstum, zum Beispiel bei Schulen und Kitas, zulasten der grünen Infrastruktur unumgänglich gewesen.


