„Endlich! Wieder! Sonne!“ - so rief es kürzlich mein Mann glückselig sitzend auf dem sonnigen Balkon. Endlich wieder Sonne! Endlich wieder warm! Endlich keine Nun-zieht-doch-endlich-eure-Jacken-an und Wo-sind-schon-wieder-deine-Handschuhe-Diskussionen mehr, einfach ab in den Garten, auf zum Eismann, die Energie ist zurück, die Sonne scheint. Doch gerade an Sonnentagen gehören wichtige Dinge an und ins Kind, damit uns die Freude auch erhalten bleibt. Zum Sonnenschutz bei Kindern & Co. bietet der UV-Index (UVI) eine gute Orientierungshilfe. Der UVI ist eine weltweit normierte Skala, die Richtwerte über die Stärke der UV-Bestrahlung angibt. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veröffentlicht online alle drei Tage Prognosen für den UVI und Empfehlungen für den Sonnenschutz, die sich am UVI ausrichten:
- Familie
Wie schütze ich mein Kind vor Sonnenbrand und Hitzeschlag?


Mittlerweile gibt es auch verschiedene Apps, in denen man seinen Hauttyp sowie den Aufenthaltsort eingeben kann, um tages- bis stundengenau eine Vorhersage des UVI zu bekommen. Das BfS betont allerdings, dass der UVI keine festgelegte Empfehlung für die Einzelperson ist, sondern vor allem für die Planung von Aktivitäten von Kindergärten und Schulgruppen im Freien genutzt werden soll.
Tipps für den richtigen Sonnenschutz bei Kindern
Den einfachsten und besten Sonnenschutz bei Kindern bietet Kleidung. Je dichter gewebt, umso stärker ist der Sonnenschutz. Vielen Eltern mittlerweile bekannt ist auch spezielle UV-Kleidung, die rasch wieder trocknet, so dass sie bei längeren Sonnenaufenthalten gerade am und im Wasser besonderen und praktischen Schutz bietet. Beim Thema "Sonnencreme" scheiden sich die Geister, ob mineralischer Filter oder chemischer Filter, ob Apothekenmarke oder günstiges Discounterprodukt. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz (BVL) lässt sich hier zu keiner konkreten Aussage hinreißen. Einige Empfehlungen seien hier aber genannt:
- Sonnencreme für Kinder mindestens Lichtschutzfaktor (LF) 30
- Produkt sollte vor UVB-Strahlen UND vor UVA-Strahlen schützen
- nachcremen alle 2 Stunden, vor allem nach dem Baden
- Ausreichende Menge an Creme auftragen (2mg Sonnenschutzmittel pro cm2 Haut, das entspricht bei einem Erwachsenen 3-4 Esslöffel!)
- Mittagssonne (11-15 Uhr) meiden
Wer doch genauer in die Zusammensetzung der Sonnencremes schauen will, dem seien die aktuellen Bewertungen von Ökotest empfohlen sowie hilfreiche Apps, mit denen man direkt im Geschäft den Barcode des Produktes mit dem Handy scannen und sich ggf. problematische Inhaltsstoffe anzeigen lassen kann. Dennoch gilt: Jedes Sonnenschutzmittel ist besser als Sonnenbrand durch fehlenden Sonnenschutz bei Kindern. Denn: Der Eigenschutz von Kinderhaut ohne Sonnenschutz beträgt maximal 10 Minuten! Und die Haut wird erst rot, wenn sie bereits geschädigt ist!
Schutz vor Sonne & Hitzeschlag: Sonnenbrille und viel trinken
Da direkte Sonneneinstrahlung auf den unbedeckten Kopf gerade für junge Kinder gefährlich sein kann, sollte das Kind in den sonnigen Monaten eine Kopfbedeckung als Schutz vor der Sonne tragen, welche möglichst auch Ohren und Nacken schützt. Zu empfehlen ist außerdem eine Sonnenbrille mit der Kennzeichnung „UV-400“, um das Eindringen der UV-Strahlen ins Auge zu vermeiden. Zu guter Letzt sei noch Platz im Kinderrucksack gelassen für eine große Flasche Wasser. Mehr denn je heißt es in den sonnigen Monaten für unsere Kinder „Trinken, trinken, trinken!“. Besonders bei sportlicher Betätigung in Hitze gibt die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin klare Empfehlungen:
- Sportliche Aktivität möglichst früh morgens oder abends außerhalb der Hitzespitzen
- Kurz vor körperlicher Betätigung 5-7 ml pro Kilogramm Körpergewicht trinken (Bsp. Kind 30 kg = 150 ml)
- Während des Sports 10-13 ml pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde trinken (Bsp. Kind 30 kg = 350 ml pro Stunde)
Bei Schwindel, Kopfschmerzen, schnellem Herzschlag, schneller Atmung, Übelkeit oder Erbrechen muss das Kind sofort raus aus der Sonne. Dies können Anzeichen für einen Sonnenstich oder gar Hitzschlag sein. Das Kind muss sofort in eine schattige, kühle Umgebung und Kopf sowie Nacken, ggf. auch der ganze Körper mit feuchten (nicht eiskalten!) Tüchern gekühlt werden sowie kühle Getränke verabreicht werden. Jede körperliche Anstrengung sollte vermieden und auf keinen Fall das Kind kalt abgeduscht werden. Bei Bewusstseinsveränderungen sollte natürlich der Notruf gewählt werden. Damit solch ein Schrecken nicht eintritt, nutzen wir also die Zeit, in der wir morgens keine Handschuhe mehr suchen, zum Eincremen und Trinkflasche befüllen. Dann kann der Sommer kommen!

