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Subkultur in Leipzig

Was hinter Open Air steckt

Open Airs gehören längst zum Leipziger Sommer. Das Freiflächenkonzept der Stadt gilt inzwischen bundesweit als Vorbild, auch wenn die Organisation für viele Veranstalter herausfordernd bleibt.

Musik unter freiem Himmel: Open Air im Friedenspark
Musik unter freiem Himmel: Open Air im Friedenspark © Leipzig OpenAir

Warum machen wir das eigentlich?“, fragen sich Chris und Steven von Leipzig OpenAir manchmal, wenn sie spät nachts Technik auf LKWs verladen. Die Antwort: für hunderte Menschen, die zu Techno, HipHop oder Bassmusik tanzen.

Vereinfachter Online-Antrag

Möglich macht das ein Konzept, das aus der Zusammenarbeit von Szene und Stadt entstand. Seit 2022 können nicht kommerzielle Open-Air-Events auf zehn ausgewiesenen Grünflächen (wie Clara-Zetkin-Park und Friedenspark) vereinfacht online beantragt werden. Für die Flächen gelten vorab festgelegte Vorgaben zu Lautstärke, Technik, Zeiten und Besucherzahl.

„Ziel war es, ein Angebot zu schaffen“, sagt Nils Fischer, Fachbeauftragter für Nachtkultur der Stadt Leipzig. Legale Open Airs waren bis dahin für viele ehrenamtliche Veranstalter nur mit umfangreichen Gutachten, Anträgen und hohen Kosten umsetzbar. Leipzig OpenAir nutzt das Angebot: Das fünfköpfige Team organisiert mit wechselnden Musik-Kollektiven regelmäßig Open Airs.

Trotz Vereinfachungen dauert die Vorbereitung Monate. Technik, Toiletten, Sicherheitskonzept und Müllentsorgung müssen organisiert werden. Hinzu kommt die Unsicherheit, ob die Genehmigung rechtzeitig kommt oder das Wetter mitspielt. Manchmal treffe die Zusage erst ein paar Tage vorher ein. „Geld ist auf jeden Fall nicht die Motivation“, sagt das Team. „Wir kreieren einen Ort, an dem andere einen geilen Tag haben!“

Wir kreiren einen Ort, an dem andere einen geilen Tag haben! Chris, Leipzig OpenAir

Vorbildpotenzial

Die Nachfrage nach den Flächen wächst. Gleichzeitig wünschen sich Veranstalter mehr Planungssicherheit und schnellere Verfahren. Auch Fischer sieht Optimierungsbedarf. Erfahrungen aus der Szene sollen das Verfahren weiter verbessern. Ideen wie vermehrte Feedbackgespräche und ein Belegungskalender stehen im Raum.

Trotzdem gilt Leipzig als Vorreiter. Städte wie Hannover, München oder Münster orientieren sich bereits am Leipziger Modell. Für Fischer zeigt das den Stellenwert der Open-Air-Kultur. Sie sei Teil des Leipziger Lebensgefühls und Ausdruck eines Do-it-yourself-Gedankens, bei dem Menschen ihre Kultur selbst gestalten.

Subkultur in Leipzig. Julia Weiske ist als DJ, Veranstalterin und Workshopleiterin Teil der Leipziger Subkultur. In ihren Texten gibt sie Akteuren aus der Szene eine Stimme und macht auf die Herausforderungen kleiner Kulturorte aufmerksam.

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