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LaFee im Interview

Vom Teenie-Star zur selbstbestimmten Sängerin

LaFee ist zurück – mit ehrlicher Musik und authentischen Texten. © Lars Laion

Bekannt wurde sie mit 15, als Stimme der Widerspenstigen, mit Tribal im Gesicht: laut, ehrlich, unangepasst. Jetzt ist LaFee zurück – mit neuem Album, neuem Lebensabschnitt und altem Klartext. Ahoi Leipzig traf sie in der Vorbereitungsphase ihrer Tour, kurz vor dem Release des Albums „Schatten und Licht”. Paula Goos sprach mit LaFee darüber, was bleibt vom Teenie-Image, was kommt mit LaFee 2.0, Support unter Frauen und warum sie bis heute lieber aneckt, statt mitzuschwimmen. 

Wie lange geht denn so eine Vorbereitungsphase für eine Tour und vor allem, wie lange arbeitest du schon an deinem neuen Album? 
LaFee: An meinem sechsten Album arbeite ich jetzt schon weit über ein Jahr und an der Tour auch schon ein Dreivierteljahr. Es ist viel Vorbereitung und am Ende greifen dann alle Räder ineinander. Ich mache ja alles allein mit meinem Team, das ist sehr, sehr viel Arbeit, aber ich freue mich sehr darüber, alles selbst bestimmen zu können.

Du machst Musik, seitdem du selbst noch ein Kind warst, jetzt bist du Mutter. Was hat sich dadurch verändert? 
LaFee: Alles erfordert viel mehr Planung! Aber das Musizieren ist nach wie vor gleich. Meine Musik kommt nach wie vor aus dem Herzen, ist nach wie vor so ein Bauch-Ding, ein Gefühls-Ding.

Was schätzt du am meisten daran, Musikerin zu sein? 
LaFee: Die Sache an sich. Dass ich das machen kann, was ich mache. Ich bin dafür so dankbar, dass ich das nicht wirklich in Worte fassen kann.

Es ist für mich ein unfassbares Geschenk, meine Liebe zur Musik zu meinem Beruf machen zu können.

Dein erstes Album war für viele Mädchen und junge Frauen in den frühen 2000ern ein Befreiungsschlag. Eine Sängerin, die sagt, was sie will, die laut und unangepasst ist. Hast du dich aktiv dafür entschieden, zu polarisieren oder ist das etwas, das deiner Musik im Nachhinein zugeschrieben wird? 
LaFee: Das war damals eher eine Entscheidung meines Produzenten-Teams, die haben das sehr forciert, jemanden zu finden, der dieses Image tragen kann. Mein Team hat damals etwas in mir gesehen, das anscheinend da war. Wir haben uns getraut, auszusprechen, was keiner macht, Tabus zu brechen und gegen den Strom zu schwimmen. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, weil ich auch immer ein sehr direktes und gradliniges Mädel war. Also ja, es war auf jeden Fall eine bewusste Entscheidung, diesen Weg zu gehen.  Entweder du trägst das, weil du es fühlst oder es ist nicht authentisch und es kommt nicht rüber. Ich habe damals als 15-jähriges Mädchen auch Blümchen gehört. und hätte mich ja auch für sowas entscheiden können, aber das war für mich zu langweilig.

Damit hast du sicher auch für andere Frauen in der Musikbranche eine Tür geöffnet. Feministische Werte und Einstellungen werden zum zentralen Thema vieler Musikerinnen. Junge Künstlerinnen predigen heute bedingungslosen Support unter Frauen. Wie siehst du das? 

Ganz ehrlich, ich kriege nicht viel Female Support von meinen Kolleginnen. Das ist kompletter Bullshit.

LaFee: Frauen untereinander sind oft ganz katastrophal zueinander. Also ich weiß nicht, was das ist, ob das Angst ist, dass man jemandem was vom Butterbrot nimmt. Aber ich erlebe das unter Künstlerinnen leider nicht so. Man redet von weiblicher Bewegung und einem Miteinander – aber man supportet sich nur, wenn man zwei Millionen Follower auf Instagram hat und auf Platz eins der deutschen Charts ist. Aber wenn der eine gerade erfolgsmäßig weiter unten ist, interessiert das niemanden.

In Songs wie „Prinzesschen” oder „Virus” schießt du auch gegen andere Frauen. Wie stehst du heute zu diesen Inhalten?
LaFee: Diese Songs habe ich gesungen, weil das ein Thema für mich war. Aber ganz ehrlich, es gibt einfach Mädels, bei denen alles einfacher ist. Wenn wir jetzt 20 Jahre später darauf schauen, dann ist das natürlich ziemlich hart. Aber das ist immer noch die Realität. Diese Bewegung unter Künstler-Kolleginnen findet in meinen Augen gar nicht statt, davon erlebe ich persönlich nichts. Wenn, dann supporte ich Girls auf ihrem Weg und gebe ihnen eine Bühne, zum Beispiel als Voract. 

Das neue Album heißt Schatten und Licht. Was ist ein LaFee-Konzert für ein Ereignis? Eher dark oder erleuchtend?
LaFee: Der Name trifft es eigentlich schon ganz gut. Ich werde alle, die an dem Abend dabei sind, auf eine Reise mitnehmen durch mein Leben, das ich selbst geführt und gefühlt habe, bis zum heutigen Tag. Und da gehören schöne Ereignisse dazu, aber auch sehr traurige.

Also fasst das neue Album dein bisheriges Leben zusammen? 
LaFee: Ja, auf jeden Fall. Um LaFee 2.0 zu verstehen und fühlen zu können und mit dem anzuknüpfen, was man früher bei meiner Musik gefühlt hat, sollte man sich einfach mal das Album von vorne bis hinten anhören. 

Gibt's auch was, was wir jetzt auf dem Album vielleicht hören werden, was man vorher so noch nie von dir gehört hat? 
LaFee: Das ist eine gute Frage. Aber was wäre etwas, was ihr noch nie gehört habt? Jodeln oder Rap? Das wird es auf dem Album nicht geben. Aber ich besinge sehr persönliche Ereignisse aus meinem Leben, die ich vorher nie so groß thematisiert habe. Das ist etwas sehr Besonderes für mich. Ich bin eigentlich dafür bekannt, mich in den Medien zurückzuhalten. Es gibt bei mir keine Skandale, und man weiß nicht viel weiß über mein Privatleben.

Deswegen ist es für mich sehr besonders, so intime Dinge preiszugeben.

Gibt es auch Feature-Gäste auf dem Album?
LaFee: Nein, tatsächlich habe ich mich bei dem Album auch bewusst dagegen entschieden. Ich wollte mir  selber den Raum geben zu sagen, was ich sagen will. Da würden sowieso nicht viele Leute für mich infrage kommen.

Hast du ein Traum-Feature? 
LaFee: Ein möglicher Feature-Partner für mich wären Tokio Hotel, als Kollegen aus der damaligen Zeit. Ein Featuring machst du ja wirklich nur, wenn es wirklich Sinn macht. Die zwei Kindheitsidole treffen sich nach über 20 Jahren und machen zusammen einen Song – das wäre doch was! Da würde auf jeden Fall für viele Fans ein Traum in Erfüllung gehen. 

Wenn du eine Zeitreise machen könntest, wo würdest du dann gerne hin und warum?
LaFee: Ich würde gerne noch mal in die Zeit zurückgehen, als mein Schwiegervater noch gelebt hat.

Würdest du gerne nochmal in deine anfängliche Zeit als Teenie-Star zurück? 
LaFee: Das muss nicht nochmal sein, ich bin gerade so dankbar für mein kleines Wunder, das da draußen herumläuft und „Mama” zu mir sagt. Es ist schon gut so, alles hat seine Zeit.  Ich bin glücklich mit meinem Leben gerade, bis auf eine Person, die fehlt. 

Hast du ein Lebensmotto?
LaFee: Jeden Tag so zu leben, als wäre es mein letzter. 

Vielen Dank. Dann noch alles Gute für die Vorbereitung und alle kommenden Interviews und Promo-Termine. 
LaFee: Ciao. Bleibt gesund!
 

LaFee – Schatten & Licht Tour 2025

07.11.2025 - Leipzig, Felsenkeller

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