//
//
  • Musik
Am 03. November

„Schlechte Gefühle sind erlaubt“

Julia Meladin singt offen über eigene Ängste oder die Zumutung, von anderen beurteilt zu werden. Fast über Nacht wurde sie zum Sprachrohr einer Generation. Jetzt geht sie auf große „Rosarote Mauer“-Tour.

Julia Meladin kommt mit der „Rosarote Mauer“- Tour nach Leipzig
Julia Meladin kommt mit der „Rosarote Mauer“- Tour nach Leipzig © Hiên Võ

Was überwiegt vor dem Tourstart: die Vorfreude oder die Nervosität?

Julia Meladin: Beides spielt eine Rolle, weil man alles, was man sich ausgedacht und geprobt hat, zum ersten Mal auf die Bühne bringt. Aber hauptsächlich freue ich mich darauf, endlich wieder auf der Bühne zu stehen. Den Sommer über habe ich kaum live gespielt.

Eine bewusste Auszeit?

Meladin: Ich wollte viel Zeit im Studio verbringen und an neuen Songs arbeiten, um musikalisch neue Richtungen auszuprobieren.

Nach einem harten Bruch mit der musikalischen Vergangenheit klingt „Rosarote Mauer“ nicht.

Meladin: Der Wandel findet weniger musikalisch statt, obwohl sich auch die Musik kontinuierlich weiterentwickelt. Aber meine ersten Songs habe ich mit 16 oder 17 geschrieben und Themen behandelt, die mich in dieser Phase beschäftigt haben. Jetzt bin ich 22 und führe ein ganz anderes Leben. Trotzdem erreiche ich meine Zielgruppe sehr gut, obwohl sie etwas jünger ist. Ich bin überrascht, mit welchen Themen sich Jugendliche beschäftigen und wie reif sie sind.

Textlich geht es immer noch um einen ehrlichen Blick. Es ist dir wichtig zu zeigen, dass es hinter der „rosaroten Mauer“ Schattenseiten gibt?

Meladin: Ja, das ist ein Thema, das sich durch meine Songs zieht. Es existiert ein gesellschaftlicher Erwartungsdruck, das perfekte Leben zu präsentieren. Ich möchte vor allem den jungen Mädchen zeigen, dass sie nicht allein sind. Schlechte Gefühle sind erlaubt und man darf sie zeigen.

Kommen die traurigen Seiten deiner Songs von deinen Fans?

Meladin: Ich bin tatsächlich anfangs auf TikTok auf das eingegangen, was sich Leute gewünscht haben. Aber ich habe nur Themen aufgegriffen, die mich bereits beschäftigt haben, und Emotionen, die ich schon gefühlt habe.

Wie kam es dazu, die Community als Inspirationsquelle zu nehmen?

Meladin: Als ich mit TikTok anfing, habe ich zu meinem Song „Angst“ die Frage gestellt: „Was sind eure Ängste?“ Es hat mich überwältigt, wie viele Leute ihre tiefsten Gefühle gezeigt haben.

Julia Meladin
3. November, 19.30 Uhr
Täubchenthal

Tickets und Infos unter
www.taeubchenthal.com

« zurück
zur aktuellen Ausgabe