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  • Stadtleben
VERKEHR IN LEIPZIG

Vielfältiger, vernetzter, elektrischer

Ein Ticket vom Leihfahrrad bis zur Bahn: Die Mobilität der Zukunft ist vernetzt, einfach und preiswert. Nur so ist die Verkehrswende zu schaffen, glauben die Leipziger Verkehrs-betriebe. Helfen soll dabei die Mobilitätsstrategie 2030 der Stadt Leipzig.

zusehen: ein Radfahrer der an der Ampel, steht auf dem großzügigen Radstreifen
Radfahrer Jonas Youmbi möchte vor allem mit Kind in sicherer Entfernung vom Autoverkehr fahren können © Jochen Reitstätter

Dass der Verkehrssektor der Bereich ist, in dem in puncto Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit noch am meisten zu tun ist, wissen die Mobilitätsexperten in Deutschland und auch bei der Stadt Leipzig. Diese Lücken im Verkehrsbereich sollen auf kommunaler Ebene mit dem Mobilitätskonzept 2030 geschlossen werden, wobei man hier auf den vielen bereits angeschobenen und umgesetzten Maßnahmen aufbaut. Konflikte zwischen Autofahrern, Radfahrern, Fußgängern und seit ein paar Jahren auch E-Scooter-Fahrern sind dabei fast zwangsläufig vorprogrammiert. Denn: Der Platz ist rar! Leipzig ist kompakt und im Vergleich zu anderen Städten wie Dresden oder Magdeburg im Zentrum eng bebaut - da bleibt wenig Spielraum für eine Neuordnung der Ver-kehrswege. Umso wichtiger sind daher auch die öffentlichen Verkehrsmittel.

Alle Mobilitätsleistungen in einer App

Das Stichwort lautet hier „einfach", meint Marc Backhaus. Der Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) kennt die Bedürfnisse der mobilen Stadtgesellschaft: „Der Preis ist vielen Nutzern tatsächlich eher zweitrangig, entscheidend ist auch das Angebot, ohne große Hürden von A nach B fahren zu können: egal, ob mit dem Leihrad, der Straßenbahn oder heutzutage mit dem E-Scooter." Die LVB verstehe sich hier als „Mobilitätsdienstleister" für die Stadt und die Nutzer wie auch als Leistungserbringer von Verkehrsangeboten. „Mit einem einzigen Vertrag können die Kunden alle Verkehrsmittel schon heute nutzen, digital buchen und abrechnen. Die Straßenbahn betreiben wir natürlich weiterhin selbst, aber auch Mobilitätsstationen für E-Scooter fallen in unser Mobilitätsportfolio", erklärt Backhaus.

Effizienz in der Mobilität gehört zur Nachhaltigkeit

„Der Lebensalltag der Menschen wird immer individueller, Corona hat das beschleunigt, und somit auch die Mobilitätserfordernisse", weiß auch Verkehrsexperte Ferdinand Fischer vom Deutschen Bahnkunden-Verband in Sachsen, der auch die Interessen der ÖPNV-Nutzer vertritt. „Wir haben heutzutage mehr gebrochene Verkehre, nehmen das Klapprad mit in die Tram oder laufen die letzte Meile zum Ziel", so Fischer. „Auch das erhöht den Anteil des klimafreundlichen Verkehrs im Modal Split der Stadt. Somit entstehen effiziente Verkehrsströme - bei ausreichendem Angebot."

Dies bestätigt auch LVB-Sprecher Backhaus: „Wir können den Verkehr in der Stadt nur ökologisch umbauen, wenn wir mehr Menschen zu umweltfreundlichen Verkehrsmitteln bewegen oder den Umweltverbund insgesamt attraktiver gestalten", erklärt Backhaus das Ziel. Die gerechtere Neuaufteilung des Verkehrsraums spielt dabei eine wichtige Rolle, wie das am Innenstadtring mit der breiten Fahrradspur zulasten des Individualverkehrs beispielhaft schon umgesetzt wurde. Eine wichtige Größe im Verkehrsraum ist die Gruppe der Pendler. Bei ihnen sehen Verkehrsexperten großes Potenzial, sie zum ÖPNV zu bewegen und nachhaltige Umwelteffekte zu erzielen. Hier zählt vor allem ein attraktiver Preis, gepaart mit einem guten Angebot auch in den Tagesrandlagen.

Individualität mit E-Mobilität

In den Stadtrandgebieten läuft seit 2019 das Pilotprojekt Flexa der LVB, um teils auch individuell anmeldbare Fahrten aus nicht mit ÖPNV erschlossenen Gebieten zu ermöglichen, zum Beispiel zum Arzt oder Bäcker. Ebenso wie die kleinen Verbindungsfahrzeuge des FlexaModells wird auch weiterhin die große Busflotte der LVB konsequent mit E-Bussen erneuert. 21 kleinere Busse surren bereits durch die Stadt, weitere Gelenkbusse sollen dazukommen. Allerdings, so die LVB, bedarf das auch in Zukunft weiterer Fördergelder für die dreimal so teuren Elektro-Varianten.

Für mehr Infos zur Mobilitaetsstrategie 2030 für Leipzig einfach den QR-Code scannen.

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