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  • Leipzig engagiert sich
49,2 Prozent der Stadt sind unter Beton

Versiegelung nimmt zu

Zwischen 2018 und 2024 sind in Leipzig acht Quadratkilometer Grünfläche verloren gegangen, zeigt eine Recherche von CORRECTIV. Mit einer ungewöhnlichen Aktion machen die Journalisten deutlich, was das bedeutet.

Der Teppich auf dem Nikolaikirchhof zeigt das Ausmaß der Versieglung
Der Teppich auf dem Nikolaikirchhof zeigt das Ausmaß der Versieglung © Marisa Becker

Wer Ende Oktober auf dem Nikolaikirchhof unterwegs war, konnte einen riesigen Teppich entdecken, den CORRECTIV dort ausgebreitet hat. Darauf abgebildet: ein Stadtplan von Leipzig – jedoch mit einem speziellen Fokus. Versiegelte, Grün- und Brachflächen sind hier in Rot, Grün und Gelb markiert.

Wer bisher dachte, Leipzig sei eine grüne Oase, wurde eines Besseren belehrt: 49,2 Prozent der Stadt sind unter Beton begraben. Dies zeigt eine Auswertung von Satellitenbildern durch CORRECTIV.

Entsiegelung als Schlüssel

Mit ihrer Recherche möchten die Journalisten auf das Thema Versiegelung aufmerksam machen, wie Katharina Huth, eine der Journalistinnen, erklärt: „Im letzten Jahr haben wir zur Klimafolgenanpassung recherchiert und dabei die Frage gestellt: Was können Kommunen überhaupt tun, um Menschen zu schützen? Die Antwort lautete immer wieder: Entsiegelung.“

Entsiegelte Flächen beeinflussen nicht nur die Hitzeentwicklung in einer Stadt, sondern dienen auch als Versickerungsflächen, die bei Hochwasser die Folgen abmildern können. Viele Städte planen deshalb, Flächen zu entsiegeln. CORRECTIV hat untersucht, ob in Hamburg, Stuttgart und Leipzig zwischen 2018 und 2024 tatsächlich entsiegelt wurde. Das Ergebnis: In allen drei Städten nahm die Versiegelung zu.

Die Stadtteile, die besonders versiegelt sind, die sind auch besonders heiß. Katharina Huth, die Journalistin hat für CORRECTIV zum Thema Versiegeltung recherchiert

Stadt reagiert zurückhaltend

Passend zum Thema lud CORRECTIV Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal zu einer Podiumsdiskussion ein. Rosenthal verteidigte dabei Leipzigs Ziel, bis 2040 eine Netto-Null-Versiegelung zu erreichen. Katharina Huth hält dieses Ziel jedoch für wenig ambitioniert: „Wir müssen deutlich mehr Flächen ent- als versiegeln, und das Ziel ist auch viel zu spät angesetzt.“

Rosenthal verwies darauf, dass dafür kein Budget vorhanden sei. Ein Argument, das Huth nicht gelten lassen möchte: „Es ist eine Tatsache, dass das Unterlassen von Klimafolgenanpassung langfristig teurer ist als Klimaschutz.“

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