5.500 Wohnungen für insgesamt etwa 6.000 Menschen in Leipzig und Delitzsch betreibt die Wohnungsgenos-senschaft UNITAS. Ein immenses Potenzial für die Gestaltung von Wohnraum nach nachhaltigen Ge-sichtspunkten. „All das, was die Stadt der Zukunft mal ausmachen wird, finden wir im Brennglas bei der UNI-TAS", sagt Martin Rüger, Vorstand für Wohnungswirtschaft und Technik. Zwar baut die Genossenschaft grundsätzlich auch neu, wie zum Beispiel den Geschäftssitz in der Käthe-Kollwitz-Straße 37, der bereits 2014 nach Nach-haltigkeitsstandards gebaut und als erstes Objekt dieser Art in Sachsen von der Organisation NaWoh zertifiziert worden war. Vornehmlich liegt die Strategie der kommenden Jahre aber auf der Bestandserhaltung samt Sanierung und Erweiterung mit nachhaltigen Ideen. „Würden wir statt einer Sanierung ein Gebäude abreißen, würden wir wahnsinnig viel Müll produzieren und graue Energie verschwenden. Deswegen nutzen wir das vorhandene Potenzial, um unsere Gebäude zu entwickeln", betont Rüger. „Die nachhaltigste Investition ist doch die, bei der Materialien wiederver-wendet und so lange wie möglich benutzt werden können."
- Stadtleben
Stadt der Zukunft im Brennglas



Infrarotheizung und Photovoltaik
So beschreitet die UNITAS zum Bei- spiel bei einem Sanierungsprojekt in Delitzsch neue Wege, indem dort Infrarotheizung mit Photovoltaik-Solaranagen mit Wärmespeicher installiert werden sollen. Aktuell befindet sich das Projekt noch in der Ausschreibungspha- se. Bei einem anderen Sanierungsvorhaben sollen Heizung und Warmwasser auf 55 Prozent regenerative Energie durch Wärmepumpen umgestellt werden. „Das sind alles Schritte, mit denen wir uns in Richtung nachhaltiges Bauen bewegen. Wir schieben bei der UNITAS viel in diese Richtung an“, sagt Mario Voigtländer, der den Bereich Technik bei der UNITAS leitet. Bei Ausschrei- bungen achtet die Genossenschaft darauf, ob regenerative und alternative Baustoffe verwendet werden. So wurden bereits Aufstockungen in leichter Holzbauweise realisiert. Auch bei der Nutzung der vielen großen Grünflächen rund um die Gebäude geht die UNITAS erfrischend neue Wege – im wahrsten Sinne des Wortes. „Wir haben die Anforderung, diese Flächen zu entwickeln und Grün- anlagen mit höherer Aufenthaltsqualität zu schaffen, um etwa Hitzestau-Räumen entgegenzuwirken“, sagt Rüger. Dabei ist weniger mehr. Auf 3.000 Quadratmetern verbrannter Wiese im Hinterhof mag sich im Sommer kaum jemand aufhalten. Gemeinsam mit einer Landschaftsarchitektin und der Umweltorganisation BUND sollen Flächen sinnvoll entwickelt werden. „Fakt ist: So wie die Innenhöfe jetzt an vielen Orten aussehen – gemähter Rasen und eine Wäschespin- ne oder -stange in der Mitte –, das wird nicht das Konzept für die Zukunft sein“, sagt Rüger. „Wir streben Lösungen an, bei denen nur noch ein Teil dieser Fläche zum Verweilen vorgesehen ist, dieser dafür umso attraktiver für die Bewohnerinnen und Bewohner ist.“ Der Rest der Fläche könnte als Blühwiese Raum für Insekten bieten. Dadurch soll die ökologische und klimatische Qualität steigen.
Soziale Nachhaltigkeit
Die UNITAS steht für Nachhaltigkeit mit Effizienz und Augenmaß statt pla- kativer Vorhaben. „Wir schieben keine riesigen Projekte an, nur um nachhaltig zu sein. Aber wir prüfen all das, was wir tun, dahingehend, die Nachhaltigkeit in all unseren Beständen zu steigern", erklärt Rüger. Auch um die vergleichsweise günstigen Mietkosten von 5,49 Euro pro Quadratmeter (Ende 2022) - gut zwei Euro günstiger als der Mittelwert in Leipzig - weiter aufrechterhalten zu können. Denn Genossenschaft steht per se für soziale Nachhaltigkeit. Die Verweildauer in den Wohnungen beträgt etwa 15 Jahre (Leipzig ge-samt: unter zehn Jahre), weil es eine hohe Bindung der Mitglieder, keine Eigentümerwechsel und damit Eigenbedarfskündigungen gibt wie auf dem privaten Wohnungsmarkt. Vielmehr herrschen stabile Nachbarschaften und sichere Strukturen. Als Treuhänder der Genossenschaftswerte und des genossenschaftlichen Vermögens ist die UNITAS-Leitung sehr nah dran an den Mitgliedern. „Die Mitglieder schauen genau darauf, wie wir mit den Mitteln der Genossenschaft umgehen. Ein sehr demokratischer Weg, eine Stadt zu ent-wickeln", sagt Vorstand Rüger. Nachhaltigkeit spielt bei diesem Weg der UNITAS eine immer wichtigere Rolle.

Mehr Infos: www.wg-unitas.de

