Ja, ich koche sehr gern. Aber das Ausmaß der Zubereitung muss auch immer in den Alltag passen und darf daher in aller Regel nicht zu lange dauern. Außerdem müssen die Kochprojekte in unserer Miniküche umgesetzt werden. Hier gibt es nur Raum für ein paar ausgewählte Küchengeräte und auch der Arbeitsplatz ist sehr eingeschränkt. Das ist die Realität, in der ich meine Liebe zum Kochen auslebe. Das meiste unserer wöchentlichen Gemüseration wächst auf 35 Hektar Ackerfläche in Taucha und wird von der Kooperative Landwirtschaft KoLa Leipzig eG bewirtschaftet. Regional, saisonal und damit besonders nachhaltig. Das funktioniert, weil die mittlerweile etwa 1.800 Mitglieder neben der ein- maligen Genossenschaftseinlage einen monatlichen Festbetrag zahlen. Dafür bekommen sie einmal in der Woche ihren Ernteanteil. Der fällt je nach Jahreszeit unterschiedlich vielfältig aus. In den Sommermonaten gibt es die leckersten Tomaten, frische Kräuter, bunte Rübchen und Möhren, Kohlrabi oder auch riesige, saftige Salatköpfe. Im Spätsommer sind auch schon mal Melonen dabei.
Auch das Gemüse in den Herbst- und frühen Wintermonaten ist farbenfroh und reichhaltig. Trotz der recht unterschiedlichen Sorten, die uns über das Jahr verteilt erreichen, gibt es ein Gericht, das ich zu jeder Zeit zubereiten kann. Mein persönlicher Lieblingsallrounder: der Rohkostsalat. Früher wurde Rohkostsalat inflationär und zu fast allen Speisen gereicht. Auch in vielen historischen Kochbüchern findet er sich beständig in fast jeder Rezeptliste. Daher mag er für einige seinen Reiz verloren haben – zu Unrecht. Denn Rohkostsalat muss nicht nur traditionell aus Weiß- und Rotkohl bestehen. Recht farbig und besonders frisch kommt er daher, wenn er aus bunten Möhren und Kohlrabi gemacht wird. Besonders an heißen Sommertagen ist er sehr willkommen.



