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  • Stadtleben
LEIPZIGER KULTURINSTITUTIONEN IM CHECK

So nachhaltig ist ...

Neben der Oper haben sich auch andere Kulturhäuser der Stadt klar zum Thema „Nachhaltigkeit“ positioniert. Wir haben nachgefragt.

pushen der Eingangsbereich des Werks 2 in der Dämmerung
Das Werk 2 lädt junge Menschen zu Ausflügen in die Natur ein © Falk Johnke

... das Theater der Jungen Welt

 

Das Theater der Jungen Welt ist zwar das älteste professionelle Kinder- und Jugendtheater Deutschlands, aber trotzdem – oder gerade deshalb – immer dran an aktuellen Themen, auch an Nachhal- tigkeit. Während der Spielzeit-Reihe „This is my Generation, Baby“ waren unter anderem eine Vertreterin der Letzten Generation und der Nachhaltigkeitskurs eines Leipziger Gymnasiums
zu Gast. Außerdem wird das TDJW durch das Programm Zero – Klimaneutrale Kunst- und Kulturprojekte des Bundes gefördert. Jörn Kalbitz ist Chefdramaturg und Beauftragter für Nachhaltigkeit am TDJW und weiß: „Klimaneutral werden wir nie sein können.“ Zentral ist das Thema trotzdem: „Nur, wenn wir es schaffen, Theater nachhaltiger zu denken und zu produzieren, wird Kunstfreiheit auch eine Zukunft haben.“

... das WERK 2 – Kulturfabrik Leipzig e. V.

 

Direkt am Connewitzer Kreuz befindet sich das soziokulturelle Zentrum Werk 2. Neben regelmäßigen Konzerten gibt
es hier auch Werkstätten und Künstlerateliers. Die Werkstätten der Kinder- und Jugendarbeit stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Aus/Flug“. „Junge Menschen werden zu Ausflügen in die Natur eingeladen, um ihnen kreative Freiräume und neue Erkenntnisse für den Alltag mitzugeben“, erklärt Antje Hempel, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. „Da wir Pächter eines Gebäudes unter Denkmalschutz sind, sind wir bezüglich baulicher Eingriffe an bestimmte Vorgaben gebunden“, erklärt sie. Im Alltag würden sich die Mitarbeitender dafür umso mehr einsetzen: Statt Einweggibt es Mehrwegbecher, Papier wird im Büro und beim Ticketscan gespart, Müll wird getrennt und das Fahrrad genutzt.

 

... das Grassimuseum

Das Museumsquartier Grassimuseum vereint drei Museen unter seinem Dach. Ausstel- lungen zum Thema Nachhaltigkeit sind hier keine Seltenheit, so wurden unter dem Titel „WERT/VOLL“ Schmuckstücke aus Plastikmüll, Elektroschrott und anderen Abfällen präsentiert. Gleichzeitig geht man beim Umweltschutz viele kleine Schritte im Alltag, wie die stellvertretende Direktorin Anett Lamprecht beispielhaft aufzählt: GRASSI URBAN GARDENING erfolgt auf einer Terrasse, Leuchten wurden auf LED umgestellt, das Mobiliar für die GRASSI-Innenhöfe besteht zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial. Das Material der Ausstellungspräsentationen wird wiederverwendet und Drucksachen werden klimaneutral und lokal hergestellt.

... das Krystallpalast Varieté

Erstklassige Unterhaltung und kulinarische Köstlichkeiten bietet das Krystallpalast Varieté in Leipzigs Zentrum. Immer wieder wechselt das künstlerische Programm. Kostüme, Bühnenbilder und Requisiten werden zu diesem Zweck wiederverwendet, in der Gastronomie wird auf lokale Produzenten geachtet. „Die VINETA auf dem Störmthaler See symbolisiert die verlorene Magdeborner Kirche und ist Mahnmal für die Orte, die dem Espenhainer Braunkohletagebau weichen mussten“, erklärt Sabine Schön, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. Der schwimmende Veranstaltungsort im Leipziger Süden gilt als höchstes schwimmendes Bauwerk auf einem deutschen See.

... das Gewandhaus zu Leipzig

1981 wurde das Gewandhaus als Konzertgebäude eingeweiht. Seitdem ist eine Menge passiert, auch in puncto Nachhaltigkeit. So wurde etwa das Gebäude in den vergangenen Jahren energetisch saniert. Dazu gehören unter anderem die Dämmung des Daches, der Austausch aller Fenster, die Umrüstung auf LED und die Klimatisierung des Hauses. Ein Nachhaltigkeitsmanager überprüft kontinuierlich laufende Prozesse, zum Beispiel, „die Tourneen des Gewandhausorchesters ökologischer zu planen“, erklärt Pressesprecher Dirk Steiner. Auch an die Konzertbesucher wird gedacht: Im Rahmen einer Kooperation mit den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) gibt es zu den Tickets eine Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr.

GREEN-SHOOTING

736 aktive Film­ und Fernsehproduktions­firmen gab es 2020 in Deutschland. Um deren Produktionen nachhaltiger zu gestalten, wurde die Green-Shooting-Initiative ins Leben gerufen: ein branchenweites gemeinsames Vorgehen, um die CO2-Emissionen zu reduzieren. „Beteiligt sind Filmförderer, Produzenten und TV-Sender, neben ARD und ZDF auch die RTL-Group und ProSieben- Sat.1“, so die Nachhaltigkeitsbeauftragte des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Anett Jung. 21 ökologische Mindestkriterien wurden für die Medienproduktion entwickelt – unter anderem die Nutzung von zertifiziertem Ökostrom für alle Produktionen. Um das Label „green motion“ im Abspann tragen zu dürfen, müssen bei den im Inland realisierten Produktionsteilen mindes- tens 16 dieser Kriterien erfüllt sein. Auch der Mitteldeutsche Rundfunk als Mitglied der ARD beteiligt sich an der Initiative und hat einige Produktionen auf eine ökologisch nachhaltige Produktionsweise umgestellt. Dazu gehören die Sendungen „Schlager des Monats“, „In aller Freundschaft“, „Tierärztin Dr. Mertens“ sowie Tatorte aus Dresden. Dabei soll es nicht bleiben: „Ziel ist, möglichst bis Ende 2024 unsere Eigenproduktionen nachhaltig aufzustellen“, erklärt Anett Jung. Umgesetzt wird das unter anderem durch Öko- strom, LED-Beleuchtung und Müllvermeidung.

 www.greenfilmshooting.net

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