An diesem Mittwochvormittag sitzen zwei Seniorinnen in der Rikscha von Pilotin Antje Schade. Es ist Mitte Dezember. Die Fahrt führt durch die Innenstadt, ins Salzgäßchen, bis vor das Kinderkarussell auf dem Weihnachtsmarkt.
Dort hält Antje Schade an. Ihre beiden Mitfahrerinnen leben in einem Pflegeheim und kommen nur selten nach draußen. Der Ausflug in die Stadt ist für sie eine seltene Gelegenheit, den Alltag zu verlassen.
Antje Schade fährt regelmäßig für Radeln ohne Alter in Leipzig. Die Initiative stammt ursprünglich aus Dänemark und ist inzwischen in vielen deutschen Städten aktiv. „Wir bringen Menschen an Orte, die sie allein nicht mehr erreichen, und schenken ihnen Zeit“, sagt sie.
Die Fahrten seien für sie mehr als nur ein Ortswechsel. Auch für die Ehrenamtlichen selbst seien die Begegnungen prägend. Daraus entstehe ein Austausch, von dem beide Seiten profitieren. „Die steigen bei mir grau ein und bunt wieder aus.“ – erklärt ein Pilot über seine Fahrgäste.
So funktionierts
Seniorenheime und Privatpersonen können die Fahrten online anfragen. Über eine Buchungsplattform wird versucht, Anfragen und verfügbare Piloten zusammenzubringen.
Ab Frühjahr 2026 sollen wieder neue Piloten ausgebildet werden. Eine zentrale Rolle spielt die Finanzierung. Die Anschaffung neuer Rikschas sowie Wartung und Reparaturen verursachen hohe Kosten. Radeln ohne Alter ist deshalb auf Spenden angewiesen.