- Stadtleben
Ressourcen schonen für die Zukunft

Nachhaltigkeit im Veranstaltungsgeschäft
LEIPZIGER MESSE
Unter dem Motto „Wachsen in Balance“ bekennt sich die Leipziger Messe zu ihrer unternehmerischen Verantwortung und zum Prinzip der Nachhaltigkeit. Dabei respektiert und achtet die Unterneh- mensgruppe die Interessen der Umwelt sowie ihrer Mitmenschen und Partner im Wirtschaftskreislauf.
100 Prozent Ökostrom
Kontinuierlich werden entlang der gesamten Wertschöpfungskette Prozesse kritisch hinterfragt, um Möglichkeiten der Optimierung auszuloten. Etwa beim Energieverbrauch. Bereits 2021 hat die Leipziger Messe den „Net Zero Carbon Events Pledge“ unterzeichnet, mit dem sie sich dazu verpflichtet, konkrete Schritte zur Reduzierung ihrer CO2-Emissionen zu unternehmen. Im Einklang mit den Zielsetzungen der Stadt Leipzig wird die Geschäftstätigkeit der Unternehmens- gruppe bis spätestens 2040 CO2-neutral ausgestaltet. Seit Jahresbeginn 2023 be- zieht das Unternehmen zu 100 Prozent Ökostrom. Zudem läuft die Errichtung einer Photovoltaik-Aufdachanlage, die rund 15 Prozent des Strombedarfs des Messegeländes abdecken wird. Zu den Optimierungen gehört eine neue Beschallungsanlage, die sich durch energiesparende Elektronik und ressourcenschonenden Betrieb auszeichnet. Alle Leistungsverstärker wurden durch moderne Hocheffizienztechnik ersetzt, was zu einer Energieeinsparung von mehr als 80 Prozent führt.
Zertifizierung nach Green-Globe-Standard
Die Leipziger Messe hat im Februar 2023 erneut das renommierte Green-Globe- Siegel für nachhaltiges Handeln erhal- ten. Mit der jüngsten Rezertifizierung geht die Auszeichnung als Platin-Mitglied einher. Diese wird nicht automatisch nach Erfüllung aller Grundvoraussetzungen verliehen, sondern beruht auf einer Überprüfung der Gesamtleistung des Mitglieds in den vergangenen zehn Jahren, um sicherzustellen, dass kontinuierliche Anstrengungen in den Schlüs- selthemen der Zertifizierung unternom- men wurden. Diese umfassen Aspekte wie nachhaltiges Management, Soziales/ Wirtschaft und Umwelt. [mha]
www.leipziger-messe.de

Geschirr aus Zuckerrohr, Brot aus der Stadt
FAIRGOURMET
Nachhaltig zu wirtschaften, hat Routine bei einem der größten Caterer Mitteldeutschlands. Seit 2001 setzt das Tochterunternehmen der Leipziger Messe Maßnahmen zur Ressourcenschonung um. Es reduziert seinen CO2- Ausstoß beim Ausliefern und verwendet fair gehandelte wie ökologisch angebaute Produkte. Dazu heißt es beim Unternehmen: „Wir sind uns unserer gesellschaftlichen und ökologischen Verantwortung bewusst.“ Kaffee und Tees sind Fairtrade-zertifiziert, die Limonaden mischt ein Obstbauer aus der Umgebung zusammen, Brötchen und Brot liefert ein Leipziger Bäcker, Gemüse und Kräuter stammen ebenfalls aus der Stadt, das Fleisch kommt aus dem nahen Erzgebirge.
In diesem Rahmen bewegt sich der Dienstleister, wenn er Buffets oder Essen für seine Kunden zusammenstellt und sie beliefert, inklusive der Reduzierung von Müll. Fairgourmet setzt größtenteils auf Mehrweggeschirr aus Porzellan oder Edelstahlbesteck. Ist Einweggeschirr mal trotzdem nicht zu vermeiden, dann verwendet der Caterer Zellulose-Pappbecher oder Geschirr aus Zuckerrohrabfällen. Mehr geht aber immer, also arbeitet fairgourmet nach eigenen Angaben an weiteren Lösungen, wie die Geschäfte noch nachhaltiger gestaltet werden können. Für den geschäftsführenden Direktor Detlef Knaack ist das eine Frage von Verantwortung. „Das Thema Nachhaltigkeit ist nicht nur eines für jetzt“, sagt er, „sondern auch für kommende Generationen.“ [mha]
www.fairgourmet.de

Im Kiez unter Menschen
KONSUM LEIPZIG
Nicht auf der „grünen Wiese“. Mit diesem Leitmotiv steht man mit- tendrin im Thema Nachhaltigkeit bei der Ur-Leipziger Einzelhandelsgenossenschaft KONSUM. Über 60 Filialen unterhält das fast 140 Jahre alte Unternehmen und das immer unter der Maßgabe: Wir gehören in den Kiez, unter die Menschen.
Damit beginnt das sozioökologische Bewusstsein der Genossenschaft. Die Standorte zu Fuß erreichen zu können oder mit dem Rad, erspart das Anfahren mit dem Auto. CO2 muss man also nicht ausstoßen, um im KONSUM einzukaufen, der zudem ein Viertel seines Sortiments aus der näheren Umgebung bezieht.
Darüber hinaus ist viel in Bewegung. Die Fahrradparkplät- ze vor den Filialen werden gerade erweitert. Wo es möglich ist, wird Photovoltaik installiert. Peu à peu verschwinden auch die alten Kühlschränke, die früher offen in die Räume hineinkühlten. Ihre Nachfolger brauchen ohnehin weniger Strom und sind mittlerweile verschließbar.
Ein Musterbeispiel für dieses nachhaltige Betreiben der Geschäfte ist die Filiale „An der Märchenwiese". Oben auf dem Dach liegen Solarzellen, in den Räumen kühlen die modernsten Geräte, beleuchtet wird mit LED und draußen stehen die neuen Fahrradparkplätze, die auch ihren Teil zur Nachhaltigkeit bei-tragen, denn unterhalb der Ständerbügel befinden sich sogenannte „Sportböden". Reißt doch mal eine Tüte, geht deutlich weniger zu Bruch als auf Beton. Auch das schont die Ressourcen. [mha]
www.konsum-leipzig.de
Ein Tiny House aus Holzresten
MINIHÄUSER MADE IN EILENBURG
Andreas Ende baut in Eilenburg Minihäuser aus Holz. Damit liegt er voll im Trend, denn die Energiepreise sind gestiegen, die Baupreise auch. Immer mehr Menschen entscheiden sich daher für ein Tiny House mit nur wenigen Quadratmetern.
Begonnen hat seine Geschäftsidee mit einem Campingplatz im Harz, der kleine Schlafpods, eine Art Zelt aus Holz zum Übernachten, bestellt hat. Ende kreier- te daraufhin mit seiner Firma, die große Blockhäuser aus massiven Naturstämmen baut, eine erste Unterkunft. „Und dann kamen plötzlich die Privatleute“, sagt er. Menschen, die den ausgebauten Schlafpod mit Bad und Küche sahen und dachten: Noch einen Tick größer und es ist ein Wohnhaus.
So entstanden die ersten Minihäuser, die unter dem Namen „Haus Markklee- berg“ vermarktet werden und in Eilenburg ausgestellt werden. Das Haus bietet auf 31 Quadratmetern ausreichend Wohnkomfort für lange Urlaube oder dauerhaftes Wohnen. Weil sich die Anfragen häuften, hat Ende inzwischen eine eigene Tiny- House-Website eröffnet. Der Clou: der Prototyp seiner Minihäuser wurde aus Holzresten der Blockhaus-Baustelle gebaut. [job]
www.die-blockhausbauer.de und www.tinyhausbauen.de


