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Das kaum bekannte Risiko

Radon – die unsichtbare Gefahr aus dem Erdreich

Radonmessgeräte gibt es in verschiedenen Ausführungen © Bild von TakeActionOnRadon auf Pixabay

In vielen Haushalten ist Radon ein kaum bekanntes Risiko, obwohl es in der Natur allgegenwärtig ist. Dieses unsichtbare, geruchlose Edelgas entsteht beim Zerfall von Uran im Erdreich und kann unbemerkt in Gebäude eindringen. In schlecht belüfteten Räumen kann es sich in hohen Konzentrationen ansammeln und langfristig die Gesundheit beeinträchtigen. Radon ist nämlich laut dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) nach dem Rauchen die häufigste Ursache für Lungenkrebs.

Um mögliche Risiken rechtzeitig zu erkennen, ist es wichtig, sich mit der Entstehung, den Auswirkungen, der Messung und eventuellen Schutzmaßnahmen auseinanderzusetzen. Ein besseres Verständnis dieses Themas hilft, Gefahren frühzeitig zu erkennen und das Wohnumfeld sicherer zu gestalten.

Entstehung von Radon

Radon entsteht beim radioaktiven Zerfall von Uran, das rund um den Globus in Böden und Gesteinen sein Vorkommen findet. Als geruchloses, farbloses Gas kann es mühelos durch Erdspalten, poröse Gesteinsschichten und Bodenrisse entweichen. Von dort gelangt es über undichte Fundamente, Kellerwände oder Rohrdurchführungen in Gebäude, wo es sich bei unzureichender Belüftung anreichern kann. In der freien Atmosphäre dagegen bleibt das Edelgas harmlos.

Besonders betroffen sind Häuser mit direktem Erdkontakt, etwa solche mit Kellerräumen oder schlecht abgedichteten Bodenplatten. Die Konzentration in Innenräumen wird von Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, Bauweise und Lüftungsverhalten beeinflusst. In Regionen mit hohen Radonvorkommen ist das Risiko einer erhöhten Innenraumkonzentration besonders groß, was gezielte Schutzmaßnahmen erforderlich macht. Um die Gefahr rechtzeitig zu erkennen, ist es empfehlenswert, entsprechende Radonmessgeräte von Radonova oder einem anderen zertifizierten Labor zu verwenden.

Gefahr für die Gesundheit

Radon und seine Zerfallsprodukte gelangen unbemerkt über die Atemluft in die Lunge. Während das Edelgas größtenteils wieder ausgeatmet wird, setzt sein radioaktiver Zerfallsprozess eine Reihe gefährlicher Folgeprodukte frei. Dazu gehören Polonium-218, Polonium-214, Blei-214 und Wismut-214. Diese Partikel sind chemisch reaktiv und haften an winzigen Staubpartikeln in der Luft an, die mit jedem Atemzug eingeatmet werden.

In der Lunge lagern sie sich im sensiblen Lungengewebe an und setzen dort tödliche Alpha-Strahlung frei. Diese Strahlung kann Zellen schädigen, das Erbgut verändern und unkontrolliertes Zellwachstum begünstigen. Langfristig erhöht sich dadurch das Risiko für Lungenkrebs erheblich. Besonders gefährdet sind Kinder und Senioren.

Radonmessung und Radonmessgeräte

Um die Radonbelastung in Innenräumen zu bestimmen, sind exakte Messungen unerlässlich. Da Radon unsichtbar und geruchlos ist, bleibt eine erhöhte Konzentration oft lange unentdeckt. Um verlässliche Werte zu erhalten, werden passive Radon-Detektoren eingesetzt. Diese kleinen Geräte enthalten eine spezielle Folie, die über einen Zeitraum von zwölf Monaten die Alpha-Strahlung geräuschlos aufzeichnet. Anschließend werden die gesammelten Daten in einem Labor analysiert, um die durchschnittliche Radonkonzentration zu ermitteln.

Für kurzfristige Messungen sind elektronische Radonmessgeräte eine Alternative. Sie liefern innerhalb weniger Tage erste Werte und zeigen Schwankungen in Echtzeit an. Allerdings sind sie weniger präzise für eine langfristige Bewertung, da sie die Jahreszeiten nicht mit einbeziehen. Experten empfehlen daher eine Kombination beider Methoden, um schnell zuverlässige Ergebnisse über die Radonbelastung im eigenen Heim zu erhalten.

Vorsorgegebiete und Grenzwerte

In Deutschland wurden bestimmte Regionen als Radon-Vorsorgegebiete ausgewiesen, in denen aufgrund geologischer Gegebenheiten eine erhöhte Radonbelastung in Innenräumen erwartet wird. Diese Gebiete befinden sich hauptsächlich in den Mittelgebirgen wie dem Erzgebirge, dem Fichtelgebirge und dem Hochschwarzwald. Die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben entsprechende Vorsorgegebiete festgelegt.

Der gesetzliche Referenzwert für Radon in Innenräumen liegt bei 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft. Wird dieser Wert überschritten, sind Schutzmaßnahmen gesetzlich zwingend vorgeschrieben, um die Radonbelastung zu senken.

Wichtig ist, dass auch außerhalb der festgelegten Vorsorgegebiete erhöhte Radonwerte auftreten können, insbesondere in Gebäuden mit schlechter Abdichtung, unzureichender Belüftung oder veralteter Bausubstanz. Daher empfiehlt sich eine Messung unabhängig von der Region, um mögliche Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Schutzmaßnahmen bei Neubauten

Bei der Planung und Errichtung neuer Gebäude ist es entscheidend, präventive Maßnahmen gegen Radon einzubeziehen, um eine langfristig niedrige Belastung sicherzustellen. Eine durchgehende, gas- und feuchtigkeitsdichte Bodenplatte sowie Kellerwände mit speziellen Sperrschichten verhindern das Eindringen von Radon aus dem Untergrund. Zusätzlich können radondichte Folien in Fundamenten und Wänden verbaut werden, um das Risiko weiter zu minimieren.

Besonders wichtig ist das sorgfältige Abdichten von Fugen, Rissen und Rohrdurchführungen, da Radon durch kleinste Öffnungen ins Gebäude gelangt. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt für regelmäßigen Luftaustausch und kann die Radonkonzentration in Innenräumen deutlich senken. Diese Maßnahmen sind besonders in Vorsorgegebieten sinnvoll, um gesundheitliche Risiken zu reduzieren.

Schutzmaßnahmen bei Bestandsbauten

In bestehenden Gebäuden gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Radonbelastung zu senken. Eine der einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen ist regelmäßiges Lüften, insbesondere in Kellerräumen und im Erdgeschoss, da sich hier Radon oft in höheren Konzentrationen ansammelt. Auch der Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kann dabei helfen, die Belastung zu reduzieren.

Zusätzlich sollten Risse im Fundament sowie Fugen an Wand- und Bodenübergängen sorgfältig abgedichtet werden, um das Eindringen von Radon zu verhindern. Besonders wichtig ist das fachgerechte Abdichten der Kellertür, da durch Spalten und undichte Übergänge Radon in den Wohnbereich gelangen kann. Dichtungslippen und ein automatischer Türschließer helfen dabei, den Luftaustausch zu begrenzen. Auch Leitungsgänge und Kabelstränge sollten mit Silikon oder speziellen Dichtungsmassen sorgfältig versiegelt werden, um unkontrollierte Eintrittsstellen zu schließen.

In Gebäuden mit stark erhöhten Werten kann der Einbau eines Radonbrunnens oder einer Absaugvorrichtung notwendig sein. Dabei wird das Gas unterhalb der Bodenplatte abgefangen und gezielt ins Freie geleitet. Nach der Umsetzung von Schutzmaßnahmen sind erneute Messungen empfehlenswert, um deren Wirksamkeit zu überprüfen.

Falls die Werte weiterhin über dem Grenzwert liegen, kann die Beratung durch einen Radonfachmann sinnvoll sein, um gezielte bauliche Maßnahmen umzusetzen. Eine Kombination aus mehreren Methoden ist oft am effektivsten, um langfristig eine sichere Raumluftqualität zu gewährleisten.

Fazit

Radon ist eine unsichtbare Gefahr, die in vielen Gebäuden unbemerkt auftritt und das Lungenkrebsrisiko erhöht. Besonders in Radon-Vorsorgegebieten oder in Gebäuden mit schlechter Abdichtung kann die Belastung erheblich sein. Regelmäßige Messungen sind der erste Schritt, um das Risiko zu erkennen.

Bei erhöhten Werten helfen bauliche Maßnahmen wie das Abdichten von Fugen, die Installation einer Lüftungsanlage oder der Einbau eines Radonbrunnens, um das Gas aus dem Gebäude zu leiten. Bei Neubauten sollten bereits in der Bauphase radonsichere Materialien und Abdichtungen integriert werden. Wer vorbeugt oder gezielt nachrüstet, sorgt für ein gesundes Raumklima und reduziert langfristig Gesundheitsrisiken.

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