Ein neues Kapitel für die Schwimmlandschaft der Sportstadt Leipzig beginnt!
Zum Ende der Sommerferien, am 11. August 2025, soll das neue Sportbad am Rabet im Leipziger Osten nach über drei Jahren Bauzeit endlich eröffnen. Am vergangenen Donnerstag (26. Juni 2025) wurde mit einer symbolischen Schlüsselübergabe ein weiterer Meilenstein für das neue Schwimmbad gefeiert. Der leitende Architekt Tobias Keil überreichte im Rahmen eines Festakts das überdimensionale Spind-Armband an den zukünftigen Badleiter Kay Leichsenring von den Leipziger Sportbädern.
„Wir gehen nun mit Riesenschritten auf die Eröffnung zu“, erklärte Sportbäder-Geschäftsführer Martin Gräfe. Noch stehen letzte behördliche Freigaben und technische Restarbeiten aus – zum Beispiel fehlen noch die Türen.
Ein Bad für alle
Schulschwimmen, Wettkämpfe, Profisport – all das soll ab August in der Schwimmhalle auf dem Otto-Runki-Platz stattfinden. Doch nicht nur Vereine finden hier Platz – auch die Öffentlichkeit profitiert von großzügigen Öffnungszeiten. Das neue Bad entlastet damit die acht bestehenden Sportbäder der Stadt. Laut Badleiter Leichsenring soll das Bad an fünf Tagen pro Woche für die Öffentlichkeit zugänglich sein: Montag & Donnerstag 7–9 Uhr, Dienstag & Mittwoch 15–21 Uhr, Freitag 17–21 Uhr, Samstag 14–20 Uhr.
Die Anlage bietet auf rund 3.000 m² beste Bedingungen für Training, Kursbetrieb und öffentliches Schwimmen – darunter ein 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen und einer Wassertiefe von 1,80 Metern, ein separates Lehrschwimmbecken sowie einen Kinderplanschbereich mit wasserspuckendem Orca.
Durch akustische Optimierungen soll eine ungestörte parallele Nutzung für unterschiedliche Gruppen ermöglicht werden. Ergänzt wird das Angebot durch einen Athletikraum, einen Besprechungsraum für bis zu 32 Personen, moderne Umkleide- und Sanitäreinrichtungen sowie ein helles Foyer mit Aufenthaltsbereich.
Auch optisch setzt das Bad bewusst schlichte Akzente: markante Startblöcke als Designobjekte, blaue Fliesen, Rohbeton und lichtdurchflutete Räume. Kein Bauteil ist ohne Funktion. Die große Fensterfront sorgt für Einblicke und Lichtblicke – zur Eisenbahnstraße und der direkt davorliegenden Station „Einertstraße“ hin wurde sie jedoch abgeklebt.
Bau mit Herausforderungen und Vision
Beim Bau wurde ein besonderer Fokus auf Nachhaltigkeit gelegt. So entstand das Gebäude im Passivhausstandard mit vorgefertigten, emissionsreduzierten Bauteilen. Auf dem begrünten Dach befindet sich eine von den Stadtwerken betriebene Photovoltaikanlage. Weitere Nachhaltigkeitsaspekte sind der Fernwärmeanschluss sowie eine Anlage zur Wiederaufbereitung des Beckenwassers: Bis zu 80 Prozent des anfallenden Schlammwassers können wiederverwendet werden – ein Beitrag zur wassersensiblen Stadtentwicklung und ein Schritt gegen zunehmende städtische Überhitzung und Flächenversiegelung.
Bis 2027 soll nebenan noch eine Bibliothek entstehen, die den Stadtteil zusätzlich bereichern wird – so sieht es die städtebauliche Infrastrukturplanung vor. Erste Überlegungen für ein neues Bad im Leipziger Osten begannen bereits 2014. Konkret wurde das Vorhaben mit dem 2019 ausgeschriebenen Architekturwettbewerb, den das Büro Gerkan, Marg und Partner (gmp) gewann. Am 16. März 2022 erfolgte der Spatenstich, das Richtfest fand am 27. September 2023 statt.
Trotz Herausforderungen wie Bauverzögerungen infolge der Finanzierung, der Corona-Pandemie, Zielkonflikten rund um die Grünflächen im dicht bebauten Stadtteil und komplexen Abstimmungen zum nachhaltigen Baukonzept ist Leipzig nun um ein Schwimmbad reicher. Die Stadt Leipzig unterstützte das Vorhaben mit erheblichen Mitteln und stellte sich klar hinter das Projekt – für Oberbürgermeister Burkhard Jung ein „wichtiger Beitrag für Gesundheit, Bewegung und Lebensqualität in Leipzigs Quartieren“. In seiner Rede zur Schlüsselübergabe betonte er: „Schwimmen ist gesund – und mit dem neuen Bad schaffen wir endlich wieder mehr Raum dafür.“


