Als Stimme des legendären Pop-Duos MODERN TALKING war Thomas Anders in den 80ern eine Ikone. Nach der endgültigen Trennung von Dieter Bohlen im Jahr 2003 machte Anders auch als Solo-Künstler international seinen Weg – der Sound von “You’re my heart, you’re my soul” und “Cheri, Cheri Lady” bleibt jedoch unsterblich und füllt noch immer zuverlässig jede Tanzfläche. Als Hommage an das Werk von Modern Talking hat Anders die Hits auf sechs CDs neu herausgebracht: in modernem Dolby-Atmo-Sound, gepaart mit den ikonischen Klängen der 80er Jahre.
Auf seiner “THOMAS ANDERS sings MODERN TALKING”-Tour kommt der Künstler am 25.03.26 in die Quarterback Immobilien Arena nach Leipzig. Wir durften vorher mit ihm sprechen.
Lieber Thomas, wir freuen uns, dass wir dich Ende März hier in Leipzig begrüßen dürfen! Gibt es von deiner Seite einen Bezug zu Leipzig; warst du schon mal hier?
T.A.: Ja, ich bin tatsächlich sehr häufig in Leipzig, weil hier beim MDR viele TV-Sendungen aufgezeichnet werden, zum Beispiel die Florian Silbereisen-Show, bei der ich ja mehrfach zu Gast sein durfte. Eigentlich bin ich öfter in Leipzig als in Berlin!
Das hören wir hier natürlich gern! Dann mal direkt zu deinem aktuellen Programm, bei dem du die Modern Talking “Ohrwürmer” in neuer Fassung präsentierst: Was ist denn dein persönlicher Lieblingssong aus den alten Zeiten?
T.A.: Also, das ist ganz einfach: “You’re my heart, you’re my soul." Der Song hat mein Leben komplett verändert. Um es auf den Punkt zu bringen: Hätte es den Song nicht gegeben, würden wir beide jetzt wahrscheinlich nicht telefonieren! (lacht)
Wenn man dich heute erlebt, strahlst du meistens. Schaut man sich die Bilder von damals an, wirkst du… sagen wir mal, längst nicht so sympathisch, weil du meist sehr ernst, fast ein wenig böse geschaut hast. Hörst du das öfter, beziehungsweise nimmst du das selbst so wahr?
T.A.: Ich weiß, was du meinst. Ich glaube, da steckte damals eine ganz große Unsicherheit dahinter. Ich war 22 oder 23, als dieser Erfolgs-Tsunami über uns hereinbrach. Erfolg zu haben bedeutet aber nicht automatisch, ein sicheres Auftreten zu haben. Heute ist es so, dass ein ganzes Stück Lebenserfahrung dazu kam und ich meine Mitte gefunden habe. Da kann ich mit Erfolg ganz anders umgehen.
Wärst du heute gern noch mal so jung?
T.A.: Auf gar keinen Fall! (lacht)
In der Show wirst du dank Videoeinspielung neben deinem jüngeren Ich auf der Bühne stehen. Wie fühlt sich das an?
T.A. Man muss sich das so vorstellen, dass im Hintergrund der Bühne eine LED-Wand ist, auf der eine KI-Projektion des jungen Thomas zu sehen ist. Ich bin ehrlich gesagt selbst ein bisschen gespannt, denn wir haben das noch nicht geprobt. Als ich das Video zum ersten Mal gesehen habe, war das schon irgendwie komisch. Ich schaue mich selbst an und denke: Wenn du wüsstest, was du noch alles erleben wirst!
Wenn du deinem damaligen Ich heute noch einen Tipp geben könntest, was würdest du ihm sagen?
T.A.: Ich würde ihm sagen: Sieh das mal locker! Denn: Hätte ich damals alles lockerer gesehen, hätte ich auch mehr gelacht – und damit schließt sich der Kreis! (lacht)
Und würdest du heute in Bezug auf deine Karriere irgendwas anders machen?
T.A.: Nein, tatsächlich nicht. Denn dann wäre ich nicht da, wo ich heute bin, und das ist fantastisch. Ich darf auf der ganzen Welt auftreten und fühle mich super wohl.
Ich schaue mich selbst an und denke: Wenn du wüsstest, was du noch alles erleben wirst!
Hast du auf der Tour irgendwelche Rituale? Viele Künstler machen ja bestimmte Dinge, bevor sie auf die Bühne gehen.
T.A. Nein, das lehne ich vollkommen ab. Stell dir vor, man hat so ein Ritual und vergisst es einmal, dann ist man möglicherweise während der gesamten Show abgelenkt, weil man befürchtet, dass jetzt irgendwas schief geht. Und wahrscheinlich geht dann auch was schief… Ich bin auch kein Mensch, der sich zu Silvester irgendwas vornimmt. Damit setzt man sich nur unnötig unter Druck.
Du hast ja sehr erfolgreich mit Florian Silbereisen im Duett gesungen. Gibt es jemanden, der für dich ein absoluter Wunschpartner für ein Duett wäre?
T.A.: Da greife ich nach den Sternen: Es wird leider nie passieren, aber das wäre Barbra Streisand. Sie ist die perfekte Entertainerin. Mit ihr zu singen wäre ein absoluter Ritterschlag. Mehr geht nicht.
Wo wir gerade bei Florian Silbereisen waren: Der hat es ja quasi vom Sänger zum Kapitän des Traumschiffs gebracht. Gibt es bei dir auch schauspielerische Ambitionen?
T.A.: Tatsächlich ist beim ZDF was in Planung, aber ich kann leider noch nicht darüber reden. Ich habe großen Respekt vor der Schauspielerei und ich möchte nichts machen, wo ich nur für zwei Sekunden durchs Bild laufe. Wenn, dann will ich was Vernünftiges abliefern. Aber mein Haupt-”Spielfeld” wird immer die Musik bleiben.
Eine letzte Frage, die wir allen Interviewpartnern stellen: Was war das Dümmste, das du in letzter Zeit gemacht hast?
T.A.: Das Dümmste, das mir gerade einfällt: Ich war zu einem Auftritt im Ausland, in einer Gegend, wo es um die Jahreszeit eigentlich warm sein müsste. Normalerweise schaue ich mir vorher die Wettervorhersage an, damit ich weiß, was ich einpacken muss. In diesem Fall hatte ich zwar eine Woche vorher geschaut, aber nicht einen Tag vorher, und es gab einen Temperatursturz vor Ort. Ich saß dann dort bei 7 Grad und hatte nur T-Shirts mit. Sowas ähnliches ist mir schon mal in Kuala Lumpur passiert, wo man eigentlich von 35 Grad ausgehen kann. Was mir nicht klar war: Die Show war aber in einer Konzerthalle im Gebirge auf 1.800 Höhenmetern, und die Hotels dort sind auch alle auf 15 Grad heruntergekühlt. Und ich hatte nichts dabei, das in irgendeiner Form gewärmt hat. Ich habe mich dann wirklich in die heiße Badewanne gelegt, weil ich dachte, ich reise sonst mit einer Lungenentzündung ab!


