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  • Stadtleben
NACHHALTIGE STADT

Mensch und Meinung

Leipzig diskutiert gerne und gerade zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit hat jeder Mensch eine Meinung. Was also denken Leipziger über das Thema Nachhaltigkeit? Fünf von ihnen haben geantwortet.

Boris Koch

Schriftsteller

Betrachte ich speziell die Kulturbranche, sehe ich in Leipzig großes und breites Interesse an Nachhaltigkeit, etwa aktuell mit der Entwicklung des „CO2-Rechners für den Kulturbetrieb“, zusammen mit Dresden. Allerdings würde ich mir eine noch größere Flexibilität im ÖPNV bei Großveranstaltungen wünschen wie auch ein wenig mehr Zurückhaltung beim Fällen von älteren Bäumen. Angesichts steigender Temperaturen ist jedes Grün außerhalb von Parks wichtig und Bäume wachsen erwiesener- maßen langsam.

Angelika Kell

Stiftung Bürger für Leipzig

Nachhaltigkeit ist schon lange Lebensthema, viele Jahre lag der Schwerpunkt auf Umwelt- und Klimaschutz. Immer stärker sind soziale Fragen in meinen Fokus gerückt. Gute Bildung und gesellschaftliche Teilhabe für alle Kinder, unabhängig von der regionalen Herkunft und vom Einkommen der Eltern, sind für mich eine Voraussetzung für ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben. Ehrenamtliches Engagement können wir als Bürgerstiftung gut mobilisieren, wir wollen und können aber staatliches Handeln nicht ersetzen.

Michaela Koschak

Meteorologin

Leipzig ist eine wirklich grüne Stadt mit ihren vielen Parks und dem Auwald. Damit sind wir schon mal nicht schlecht gewappnet gegen viele kommende Hitzewellen. Auch der neue breite Radweg auf dem Dittrichring geht genau in die richtige Richtung der Stadtplanung. Jedoch muss viel mehr passieren: weniger neu bauen, mehr Fassadenbegrünung und vor allem ein viel günstigerer ÖPNV. Im Moment zahlen wir als fünfköpfige Familie 29,40 Euro, wenn wir für zwei Stunden von Markkleeberg in die Stadt fahren wollen. Da reizt es niemanden, die S-Bahn zu nehmen, und es vergrößert leider die soziale Schere noch mehr.

Friederike Holzapfel

TV- und Radiomoderatorin

Meine Kinder bekamen beide zur Geburt einen Baum im Garten meiner Eltern gepflanzt – übrigens jeweils auf meiner Plazenta. Ich versuche, mit meiner Familie ganz selbstverständlich ans Ressourcenschonen und -sparen zu denken. Wir kochen die Eier mehrfach im selben Wasser, haben Wassersparduschen, die Terrassenbeleuchtung funktioniert größtenteils mit Solar, den Geschenkeschrank ums Eck bestücken wir regelmäßig mit aussortierten Schätzchen, zum Einkaufen habe ich immer den eigenen Stoffbeutel mit – natürlich in Pink –, meine Kosmetik ist tierversuchsfrei, zur Arbeit geht’s mit dem Zug und zum Fußball mit dem Rad. Wir versuchen es mit Respekt und Achtsamkeit.

Tobias Fiedler

Musiker

Ich habe beispielsweise keinen Führerschein und das sehr bewusst. Als Musiker fährt man ja regelmäßig längere Strecken, ich wollte da aber nicht auch noch das x-te Auto in der Band haben. In unserem Musikerkreis ist es Usus, immer Fahrgemeinschaften zu bilden, um zu den Auftrittsorten und zurückzukommen. Das könnte und sollte auch Schule machen. Man hat nämlich auch immer einen Menschen zum Reden dabei. Mein Beitrag zur Nachhaltigkeit ist es, nie ein Auto besessen zu haben und wahrscheinlich auch nie eins zu besitzen.

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