Ein Abstecher nach Leipzig lohnt sich jederzeit, nicht zuletzt, um die aufregende Gastronomieszene der Stadt näher zu ergründen: Die Stadt isst und trinkt sich sozusagen quer durch die Welt. Neben vietnamesischen Lokalen, die sich in gleich mehreren Vierteln angesiedelt haben, findet man auch georgische Teigtaschen und Khachapuri. In Connewitz und Reudnitz haben sich syrische, türkische und libanesische Adressen etabliert. Auch asiatische Lokale wie Japaner und Koreaner oder die edle französische Küche sind in Leipzig zu Hause. Während man vor Jahren noch für solche Vielfalt nach Berlin fahren musste, kann man heute zu Fuß durch Leipzig laufen und sich an einem Wochenende um die halbe Welt essen.
Umso schöner ist es, dass der Trend nicht nachlässt und immer mehr Lokale eröffnet werden. Oft ist das ganz schön mutig, denn für die Eröffnung eines Restaurants benötigt man nicht nur eine Idee, sondern auch eine Küche samt Profi-Einrichtung, die das Konzept stemmen kann. So ist ein gut durchdachter Gastrobedarf oft die Grundlage dafür, dass in der Küche alles reibungslos zusammenspielt und die Gäste glücklich sind.
Leipzigs kulinarischer Spannungsbogen
Leipzig hatte schon vor zehn Jahren eine spannende Gastronomie. Auerbachs Keller ist seit jeher ein Klassiker, das Stadtpfeiffer im Gewandhaus trägt seit 2003 durchgehend einen Michelin-Stern, und im Barfußgässchen entstand in den späten 90ern und 2000ern eine lebendige Kneipenszene, die bis heute gut besucht ist. Mittlerweile kann die Stadt sogar schon auf drei Michelin-Sterne-Restaurants verweisen, das Stadtpfeiffer, das Frieda und das Kuultivo.
Aber auch jenseits der Spitzengastronomie ist viel passiert. Die Karl-Heine-Straße im Westen, die KarLi im Süden und die Eisenbahnstraße im Osten haben sich zu eigenständigen Gastro-Meilen entwickelt, jede mit ihrem eigenen Charakter. Und das Schöne ist: Man kann sich von Stadtteil zu Stadtteil treiben lassen und entdeckt überall etwas Neues.
Was die Mischung in Leipzig besonders macht
Was Leipzig kulinarisch so besonders interessant macht, ist die Mischung aus alteingesessenen Adressen und Neueröffnungen, die direkt nebeneinander funktionieren. Du sitzt in einer urigen Eckkneipe, die seit Jahrzehnten existiert, und ein paar Straßen weiter eröffnet jemand ein Lokal mit einer für den deutschen Gaumen exotischen Karte und neuem Konzept. Beides hat seinen Platz, beides findet seine Gäste.
Dazu kommt, dass viele Inhaber aus anderen Ländern stammen und ihre jeweiligen Spezialitäten auf die Karte setzen. Man hat somit ganz neue Geschmackserlebnisse und lernt dadurch internationale Traditionsgerichte aus erster Hand kennen, ohne dafür in den Flieger steigen zu müssen. Es ist ein Unterschied, ob jemand mit alten Familienrezepten arbeitet oder einfach nur ein Rezept nachkocht, das er auf einem YouTube-Kanal gefunden hat. Diese Authentizität ist es, die Leipzigs Szene so spannend macht und dafür sorgt, dass man auch nach Jahren in der Stadt noch Neues entdeckt.
Wo man am besten einsteigt
Wer Leipzigs Gastro-Welt erkunden will, muss mit keiner teuren Reservierung im Sterne-Restaurant einsteigen. Man kann auch morgens nach dem Aufstehen die Stadt erkunden und irgendwo nett frühstücken oder brunchen.
Auch in den weniger bekannten Ecken lohnt sich ein Bummel. In Plagwitz reihen sich Cafés und Restaurants am Karl-Heine-Kanal entlang. In Connewitz oder Gohlis findest du unterwegs immer wieder kleine Lokale, die einen kurzen Stopp wert sind. Wer mit offenen Augen durch die Straßen läuft, findet eigentlich überall einen guten Platz.


