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30 JAHRE SPORTWISSENSCHAFTLICHE FAKULTÄT

Künftiges Profil sorgt für Diskussionen

An der Uni Leipzig sollen künftig auf Wunsch des Freistaates wieder verstärkt Spitzentrainer ausgebildet werden. Die Diskussion darüber prägt den 30. Geburtstag der Sport­ wissenschaftlichen Fakultät.

Sportwissenschaftliche Fakultät an der Jahnallee
Traditionsreicher Campus: Sportwissenschaftliche Fakultät an der Jahnallee © Universität Leipzig

Als „Husarenritt“ bezeichnete Alt-Dekan Jürgen Krug die Zeit der Gründung der Sportwissenschaftlichen Fakultät an der Univer- sität Leipzig. Nach der Wende wurde die traditionsreiche, aber politisch und durch das Dopingsystem belastete Deutsche Hochschule für Körperkultur (DHfK) abgewickelt. Von einst 1.000 Mitarbeitern wurden für die Lehre lediglich 50 übernommen.

MODERNES SCHMUCKSTÜCK

Im vergangenen Dezember nun feierte die Fakultät ihren 30. Geburtstag mit einer leider spärlich besuchten Festvorlesung samt Podiumsdiskussion. Knapp 45.000 Studierende hatte die Fakultät seit 1993, 3.500 Trainer aus 125 Nationen wurden seit 1991 im Internationalen Trainerkurs ausgebildet und etwa 100 Millionen Euro in die Fakultät investiert. Ein „Schmuckstück“ sei entstanden, so Krug, mit modernen Sportstätten und Laboren. Nun soll die Fakultät für die kommenden Dekaden auch wieder die Bedeutung erlangen, die dieser gesamte Campus einmal hatte – in Verbindung mit dem Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT), dem Sportgymnasium und der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät.

MEHRWERT DURCH AKADEMISIERUNG

Der drängende Wunsch des sächsischen Innenministeriums ist, den Fokus wieder wie früher auf die akademische Trainerausbildung für den Spitzensport zu legen. Dieser Schwerpunkt stieß nicht sofort auf Gegenliebe beim aktuellen Dekan Gregor Hovemann, Professor für Sportökonomie. Die Universitätsrektorin Ines Obergfell stellte jedoch klar: „Ich fin- de es super, wenn der Innenminister sagt, dass alle erfolgreichen Trainer künftig von der Uni Leipzig kommen sollen. Dagegen ist doch nichts einzuwenden. Die Akademisierung führt dazu, dass ein Mehrwert entsteht. Das ist nichts, was Abwehr und Sorge auslösen sollte.“ Doch aktuell ist die Fakultät nicht (mehr) auf die Ausbildung von Spitzentrainern ausgelegt. Es bedarf einer Umstrukturierung der Lehre, die mit viel Fachkenntnis, neuem Personal und vor allem mit dem Willen zum Wandel angeschoben werden muss. Dass der Bedarf vorhanden ist, unterstrich Christian Pöhler, Leiter des Olympiastützpunktes Leipzig. Etwa 50 Prozent der Spitzentrainer im Leistungssport gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. „Spitzentrainer braucht das Land“, sagt Pöhler (siehe auch Kolumne, Seite 30). „Die große Stärke hier war, dass Theorie und Praxis in perfekter Art und Weise verzahnt waren und daraus ein Alleinstellungsmerkmal entstanden ist.“ In diesem Feld sei die Leipziger Sportwissenschaft nicht mehr die Nummer 1. Sieht ganz so aus, als stünde der Fakultät für die kommenden Jahre ein erneuter Husarenritt bevor. 

Mehr Infos: www.spowi.uni-leipzig.de

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