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  • Kunst
Elisabeth Wolf

Kleine Farbpalette, große Vielfalt

Ein Ingenieurdiplom hat Elisabeth Wolf in der Tasche – dann zog es sie aber doch zur Kunst. Ihr vielseitiges Werk zeigt sie in der gemeinsamen Ausstellungsreihe von Gromke Hörzentrum und Ahoi.

Rätselhafte Hände spielen immer wieder eine Rolle in Elisabeth Wolfs Werk
Rätselhafte Hände spielen immer wieder eine Rolle in Elisabeth Wolfs Werk © Rico Thumser

Der Tisch wirkt geradezu winzig. Wenige Farbtuben drängeln sich an seinem Rand. Entsteht hier tatsächlich das facettenreiche Werk aus Stadtansichten, Straßenszenen, Stillleben? Elisabeth Wolf sagt auf den fragenden Blick nur: „Mehr brauche ich nicht.“

Die Künstlerin konzentriert sich auf die Grundfarben. „Vielleicht noch ein sehr dunkles Blau und Magenta“, ergänzt sie. So entstehen ihre vielseitigen Bildwelten. Wolf ist seit 2024 Teil des Künstlerkollektivs „Quartier 5“, das sich ein Atelier im Westwerk teilt. Im repräsentativen Eingangsbereich arbeitet Michael Schreckenberger gerade mit Brenner und Alu-Elementen an einer Installation. Eine enge Treppe führt auf eine abgeschirmte Galerie, auf der Wolf arbeitet. „Ich hatte lange kein Atelier, aber hier habe ich mich gleich mit dem Ort verbunden gefühlt.“ Mit ihren Drucken, die im Westfach erhältlich sind, war sie ohnehin schon auf dem Gelände präsent.

Ich arbeite lieber auf Holz als auf Leinwand. Ich mag die glatte Oberfläche. Elisabeth Wolf, Künstlerin

Bilder mit erzählerischer Kraft

Im Postkartenformat erscheinen sie, und ihre Motive entfalten sofort eine erzählerische Kraft, erinnern an Science-Fiction- oder Traumwelten. Rätselhaft auf jeden Fall, man will hinter das Geheimnis der Figuren kommen. Oft dient Literatur als Inspirationsquelle, sagt Wolf. „Ich lese viel.“

Wolf malt, übernimmt Illustrationsaufträge und gibt Zeichenunterricht. Dabei könnte sie auch in einem Planungsbüro Statik berechnen oder mit unhandlichen Plänen auf Baustellen stehen. „Ich komme aus einer Ingenieurfamilie“, sagt sie und hat selbst ein Diplom als Bauingenieurin in der Tasche. Doch nach dem Studium zog es sie schnell in die Kunst. Und ein künstlerisches Vorbild findet sich in der Familie: Ihr Urgroßvater Franz Karl Mohr zeichnete und gravierte Zinnfiguren.

Aus dem Stadtleben gegriffen

„Ich arbeite lieber auf Holz als auf Leinwand. Ich mag die glatte Oberfläche“, sagt Wolf. Auf einer Staffelei sieht man schon ein fast fertiges Werk. Menschen stehen dicht an dicht, Blicke gehen aneinander vorbei. Der übliche Versuch, in der Enge Distanz zu wahren. „Das“, sagt Wolf, „wird meine Straßenbahnserie.“ Bilder, mitten aus dem Leipziger Leben gegriffen.

Nächster Halt für Wolfs Bilder ist am 28. September gleich beim Bayerischen Bahnhof: Dann stellt sie in der gemeinsamen Ausstellungsreihe von Gromke Hörzentrum und Ahoi aus.

Vernissage
28. September 16.30– 18.30 Uhr
Gromke Hörzentrum, Riemannstraße 8-10 (am Bayerischen Platz)

Mehr Infos zu Elisabeth Wolf unter
www.lagqaffe.de

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