//
//
  • Essen & Trinken
Leipzig Coffee Festival

Kaffee und Fairness

Beim ersten Leipzig Coffee Festival in den Pittlerwerken stand fair gehandelter Kaffee im Mittelpunkt. Lokale Röstereien stellten ihre Modelle vor – vom Direkthandel bis zur Genossenschaft.

Festivalatmosphäre: Zwischen Workshops, Tastings und Gesprächen entsteht Raum für Begegnung
Festivalatmosphäre: Zwischen Workshops, Tastings und Gesprächen entsteht Raum für Begegnung © Leipzig Coffee Festival

Am ersten September-Wochenende trafen in Leipzig Röstereien, Fachbesucher und Kaffee-Fans aus ganz Deutschland zusammen. Nachhaltigkeit im Handel und faire Bedingungen für Produzenten spielten eine zentrale Rolle. Beispiel: die Leipziger Rösterei hikoffi.

Inhaber Kristoph Koch bezieht Bohnen über das Kollektiv „Roasters United“ direkt von den Produzenten. „So können wir Marktschwankungen gemeinsam standhalten“, sagt er. Auffällig ist, dass 60 Prozent der Ernte vorfinanziert werden – so erhalten Betriebe im Anbauland frühzeitig Geld.

Kritik an Siegeln

Auch die Obenauf Kaffeemanufaktur aus Plagwitz setzt auf Direkthandel. Barista Giorgo berichtet, dass Bohnen aus El Salvador, Indien und Brasilien stammen – angebaut in Mischkulturen statt Monokulturen. Siegel wie das Bio-Siegel bewertet er kritisch, da sie für Landwirte hohe Kosten verursachen. Viele Festivalteilnehmer teilen diese Einschätzung.

Ein alternatives Konzept verfolgt das Leipziger co.hilo Kaffeekollektiv. „Wir sind als Genossenschaft organisiert. Jeder kann Mitglied werden und über die Ausrichtung mitentscheiden“, sagt Philipp Walther. Bisher ist die Mitgliedschaft auf Deutschland beschränkt. Künftig soll daraus eine Art transatlantische solidarische Landwirtschaft entstehen. Mitglieder zahlen nicht nur weniger, sondern stehen per Videocall und Newsletter in direktem Kontakt mit den Produzenten.

Neben Vorträgen und Verkostungen bot das Festival auch Workshops zu Röstverfahren, Anbauformen und Kaffeekultur. Ziel war es, Verbraucher stärker für faire Lieferketten zu sensibilisieren und einen direkten Austausch zwischen Röstern, Produzenten und Gästen zu ermöglichen.

« zurück
zur aktuellen Ausgabe