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Einblick ins Naturkundemuseum Leipzig

Interaktion mit der Tiefseefauna

Bis 2029 soll das Naturkundemuseum in den einstigen Bowlingtreff ziehen. Es könnte sogar noch schneller gehen, deutet Direktor Dr. Ronny Maik Leder im Interview an – und spricht über Ausstellungspläne.

Dr. Ronny Maik Leder
Dr. Ronny Maik Leder, mit einem Monorhaphis chuni, eine Art der Glasschwämme, benannt nach Carl Chun © Rico Thumser

Ihr Video-Podcast „School’s out!?“ gibt einen Einblick in das neue Gebäude, das sehr eng aussieht. Kann dort ein Museum gelingen?

Dr. Ronny Maik Leder: Es wirkt tatsächlich bedrückend, aber das wird sich komplett ändern. Das Tragwerk erlaubt großartige Möglichkeiten. Wir gönnen uns die nötige Ellenbogenfreiheit, Vertikalachsen werden geschaffen mit 15 Meter hohen Lichthöfen für Installationen. Es werden schon Mauern entfernt.

Sind Sie im Zeitplan?

Leder: Das Ziel 2029 ist sportlich, aber es ist gut möglich, dass wir es schneller schaffen. Ich träume schon von Ende 2027.

Die Video-Podcasts machen Sie persönlich …

Leder: … weil sie für mich zum Kerngeschäft gehören. Ich habe mich nie im Elfenbeinturm gesehen und wollte Fakten so präzise und kompakt vermitteln, dass sie in jeden Kopf passen. Was mich fasziniert, kann auch andere faszinieren. Das ist die Hauptaufgabe eines Naturkundemuseums: Freude machen, Staunen und Erkenntnis herzustellen. Erkenntnisgewinn löst Glückshormone aus.

Wir wollen die Zusammenhänge des Lebens beleuchten, die man nicht auf den ersten Blick sieht. Dr. Ronny Maik Leder, Direktor des Naturkundemuseums

Wie schlägt sich das in der künftigen Ausstellung nieder?

Leder: Man kann zwar die Schönheit der Welt bewundern, vor allem aber wollen wir Zusammenhänge des Lebens beleuchten: die Chemie und Physik dahinter, die Interaktion der Lebewesen. Wir wollen Lust provozieren, tiefer in die Materie einzudringen. Letztlich hoffen wir, dass die MINT-Fächer wieder mehr Interesse finden.

Wie?

Leder: Wir planen die perfekte Illusion, zum Beispiel in Interaktion mit der Tiefseefauna. Ich will nicht zu viel verraten,  aber es wird in Richtung Fischeflüsterer gehen.

Welche Schwerpunkte planen Sie?

Leder: Drei Hauptinszenierungen, die alle einen Leipzig-Bezug haben. Die erste deutsche Tiefsee-Expedition wurde vom Leipziger Zoologen Carl Chun geleitet. Das Mammut von Borna spielt eine Rolle. Und die Schaffensphase von Herman H. ter Meer als bedeutendster Präparator der Welt. Verknüpft werden damit die mannigfaltigen Themen des Lebens. Auch die permanente Ausstellung wird immer im Fluss sein.

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