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  • Interviews
Gespräch mit dem Musiker, Sänger und Veranstalter Robert Weinkauf

Ich wollte und will nie einer dieser im Weg stehenden, Schatten verordnenden Männer sein

Robert Weinkauf in sich und in Aktion © Daniel Stojek

Manchmal muss man einfach ausreden lassen. Die Geschichte von Robert Weinkauf bis hin zum Liederabend „Das letzte Lied“ duldet an diversen Stellen keine Zwischenfragen. Das nennt sich Respekt. Ahoi-Redakteur Volly Tanner vertraut auf die Mündigkeit der Leserschaft und ihre Kompetenz, auch längere Texte im Netz auszuhalten und zu verstehen. Schließlich hat Robert Weinkauf viel zu erzählen.

Ahoi: Guten Tag, lieber Robert Weinkauf. Demnächst geht es mit Paula Linke auf Kleintournee mit Deinem Liederabend „Das letzte Lied“. Neben der Tatsache, dass Ihr miteinander Musik macht, verbindet Euch auch familiär noch etwas. Was denn?

Robert Weinkauf: Paula ist einundzwanzig Jahre jünger als ich. Ich wüsste das auch noch genauer, sogar bis auf die Stunde, denn sie ist das älteste meiner vier Kinder - wobei mein Jüngster inzwischen auch schon einundzwanzig wird, also so alt wie ich, als… ach, lassen wir das …

Im Gegensatz zu meinen drei Jungs ist Paula allerdings nicht mit mir „groß geworden“. Das haben seinerzeit „das Leben“ oder vielmehr mein damaliger „Lebenswandel“ Anfang der Neunziger so „entschieden“. Spätestens rückblickend war das natürlich auch die richtige Entscheidung ihrer Mutter und am Ende nun sogar gut für alle, glaube ich. Hoffe ich. Ich bin unendlich dankbar, dass sie in einer wunderschönen Familie aufgewachsen ist, die ich erst viel später hätte bieten können. Und heute stehe ich mit ihr gemeinsam auf der Bühne! In vielerlei Hinsicht - und eigentlich auch ausschlaggebend für unsere aktuelle Zusammenarbeit - ist das ein großes „Kollegenglück“, weil sie eine begnadete Liedermacherin und bezaubernde Persönlichkeit ist und sie - anders herum gesehen - „mein Zeug“ mag. Aber ganz tief in mir drinnen ist es natürlich - und dort auch zuvorderst - ein riesiges „Vaterglück“.

Ahoi: In unserer Gegend bespielt Ihr beispielsweise die Kirche in Zuckelhausen, einem Stadtteil unserer Stadt, der knapp sieben Kilometer vom Zentrum gelegen ist und den die wenigsten Menschen in Plagwitz oder Connewitz kennen. Was bringt Ihr denn für Musik mit dem Programm „Das letzte Lied“ nach Leipzig? Und wann?

Robert Weinkauf: Ich habe mich noch gar nicht so lange intensiver damit beschäftigt, mit eigenen Liedern etwas ausdrücken zu wollen, was ich allein mit meiner Sprache nicht schaffe. Das begann erst Ende 2018. Ich habe mir also eigentlich auch die Frage noch nicht gestellt, was es sei, was ich da anbiete, womit oder mit wem es vergleichbar wäre.

Jetzt, nachdem ich im Herbst diese eigenen Lieder auf Schloss Goseck erstmals einem großen Publikum gezeigt habe, sagt man mir aber nach - und es freut mich, es so zu hören! - dass man mich ganz klar inmitten der „klassischen Liedermacher“ verorten könne. Am prominentesten wird neben der allgemeinen Aussage „Singer/Songwritern der Siebziger“ immer mal wieder „Konstantin Wecker“ genannt, wobei ich weiß, dass ich - musikalisch und inhaltlich - sehr weit entfernt bin von dem, was er wie schreibt, zumal er ja nicht nur ein genialer Sänger, Musiker und Komponist, sondern auch ein bedeutsamer Dichter und Denker ist. Vielleicht sind es einfach nur mein Habitus und mein Bühnen-Ego, dieses „mal zu laut, mal zu zärtlich“, die diesen Vergleich zulassen? Ich weiß es nicht.

Aber ja: Strophen, Bridge, Refrains, ein bisschen „klassisches Lied“, manchmal auch leichte Rockmusik-Anflüge, bei denen außer der Gitarre halt alles andere nicht mitspielt - darin würde ich mir selber schon auch ganz gut gefallen. Doch. Aber letztlich bin ich natürlich nicht mehr oder weniger als einer von all denen, die früher mal versucht haben, halbwegs (!) das Gitarrenspiel zu lernen, um sich am Lagerfeuer bemerkbar machen und ausdrücken zu können und sich ein Stückchen weiter in den Mittelpunkt einer größeren Gemeinschaft zu lancieren. Als Alternativen hätten mir damals auch noch Klavier und Waldhorn zur Verfügung gestanden. Ist doch klar, was da letztlich gewonnen hat …

Ahoi: Wie kam es zur Liedauswahl? Ich hörte von einem Schicksalsschlag, der Dich ereilte und dass die Lieder damit etwas zu tun hätten. Kannst Du uns die ganze Geschichte bitte erzählen?

Robert Weinkauf: Das ist tatsächlich eine ganze Geschichte für sich… - wenn wir die Zeit haben?

In der Nacht zum Frauentag 2022 hatte mein Hirn einen Infarkt erlitten. Eine meiner Halsschlagadern war offensichtlich einen Moment lang blockiert, was zu einer Sauerstoffunterversorgung und damit zu diesem Schlaganfall führte. Die entsprechende (und zudem für mein Alter viel zu dünne) Ader musste also geöffnet, gereinigt und wieder verschlossen werden. Da war sehr gutes Handwerk vonnöten, von dem ich im Naumburger Krankenhaus allerdings vollumfänglich profitieren konnte! Dennoch blieben meine Synapsen erst einmal komplett verwurschtelt und konnten mir zum Beispiel bei der Sprache nicht mehr mit ihren alten Gewohnheiten behilflich sein.

Irgendwie hatte ich am Morgen der Einlieferung meinen Rechner mitgenommen - falls es ein bisschen länger dauern würde im Wartezimmer, oder so. Keine Ahnung, was mich bewog. Ich hatte an diesem Morgen überhaupt keine richtige Idee, was mit mir warum so „merkwürdig“ war. Zumindest habe ich aber darauf einen riesigen, über viele Jahre angesammelten Ordner voller Gedichte von vor allem Autorinnen des 19. Jahrhunderts, die kaum jemand kennen wird - Auguste Kurs, Anna Ritter, Lessie Sachs und Thekla Lingen, um nur ein paar zu nennen. Und als ich nach der komplizierten Operation merkte, dass ich erst einmal das Sprechen wieder würde lernen müssen, habe ich das gleich noch im Krankenhaus damit begonnen, dass ich diese Gedichte versuchte zu rezitieren. Anfangs freilich viel mehr schlecht als recht.

Aber dadurch habe ich manche von den Gedichten so oft gelesen, dass sich in mir alsbald Melodien dazu fanden. In mir wurden Lieder daraus, deren Worte ich glücklicherweise auch recht bald wieder mit nur wenigen Fehlern verständlich singen konnte. Erst wenige Jahre zuvor hatte meine damalige Lebensgefährtin allein durch ihr lichtes Sein und unsere außergewöhnlich verbindende Liebe ein Tor in mir aufgestoßen, das mir das überhaupt ermöglichte und so zu meinem künstlerisch bislang kreativsten Lebensabschnitt führte.

Zwar bin ich einerseits ein sehr kommunikativer Mensch, so kennt man mich auch völlig zu recht, aber je näher ich jemandem komme oder - umgekehrt - „bis unter die Haut“ an mich heran lasse, desto weniger gelingt es mir manchmal, die unzähligen Nuancen, die ich im Zusammensein empfinde, die ich fühlen oder wenigstens nachfühlen kann, ausschließlich über Worte oder Gespräche so formulierend zu reflektieren und entsprechend zu adressieren, dass ich mich danach verstanden fühle. Habe ich dieses Gefühl zu oft, oder auch nur die Befürchtung, darin scheitern zu können, dann ziehe ich mich oft in mich zurück und - logisch - scheitere genau daran dann wirklich. Dadurch verschwinde ich ja „als Gegenüber“ halbwegs, was unter Umständen, wenn es unerklärt bleibt, sogar verletzend sein kann. Irgendwie hat man doch aber als Kunstschaffender auch immer ein bisschen die Hoffnung, solcherlei Defizite über die Kunst ausgleichen zu können?

In den zwei Jahren nach dem Schlaganfall waren also Unmengen von Liedern entstanden, indem ich auf meinem Rechner archivierte Frauen-Lyrik vertonte. Ich habe nie in meinem Leben Tagebuch geschrieben. Aber diese Lieder könnten beinahe eins sein, wenn man sie nach ihrer Entstehung sortierte. Denn das waren alles Texte, die mich jeweils „tagesaktuell“ berührten, weil sie Gedanken und Gefühle eingefangen hatten, die mich in bestimmten Momenten ganz direkt betrafen, die ich selber grad zutiefst empfand - darin neben der Reflektion unseres zweisamen Alltags auch manch gesellschaftlicher und politischer Unmut, den ich nur schwer ertrug, und dazu auch noch ganz viel Zerrissenheit und Zaudern ob der Einschränkungen, denen ich vor allem anfangs permanent unterlegen war durch den Infarkt, wenn auch immer nur latent. Aber ich konnte dieses Fühlen eben oft selber so nicht ausdrücken oder gar vermitteln. Mit Musik erschien mir das etwas leichter. Eigentlich sollte mir die Musik wie eine Art Brücke sein. Letztlich waren diese Lieder in dieser Zeit mein Versuch, mich adäquat zu artikulieren, vor allem meinem wichtigsten Fixstern, meiner Geliebten gegenüber, die so oft überfordert war - überfordert sein musste - mit all dem, was in mir vorging, aber nicht nach draußen drang. Nicht einmal bis zu ihr. Darüber und durch den vorübergehenden Verlust meiner Achtsamkeit, weil ich ständig mit mir zu tun hatte, habe ich sie dann letztlich sogar verloren. In meiner Empfindung ist das auch die mit Abstand dramatischste Folge des Schlaganfalls. Alle anderen sind inzwischen behoben oder ich kann mich mit deren Auswirkungen mindestens arrangieren. Bitter.

Nun ja… immerhin sind mir von den entstandenen Liedern etwa dreißig geblieben, von denen ich denke, dass andere sie ruhig auch hören dürfen. Lieder, von denen ich glaube, dass sie „gut genug“ sind, um nicht von mir „versteckt“ werden zu müssen. Die Lieder mit den Texten also, die auch ein bisschen mehr „Gemeingültigkeit“ haben und nicht nur immer wieder meine ganz privaten Befindlichkeiten beleuchten. Ein paar davon, auch natürlich das Titelgebende nach einem Text von Johanna Ambrosius, bilden nun diesen in sich geschlossenen Abend „Das letzte Lied“. Alles Worte von Autorinnen, die mir zum Teil schon vor über einhundert Jahren unwissentlich meine Gedanken in schöne Worte gefasst haben, was mir selber nach dem Schlaganfall noch schwerer fiel als schon zuvor. Und dann war es Paula, die es letztlich geschafft hatte, mich - auch gleich noch mit ihr zusammen - aus meiner Küche auf die Bühne zu locken. Das war ihre Idee! Ich habe die Herausforderung angenommen und bin recht froh darüber.

Ahoi: Noch einmal zu den Autorinnen deiner Lieder: Sie selbst und ihre Texte sind ja nicht durch die Reihe bekannt. Ihr macht sozusagen Bildungsarbeit, Aufklärungsarbeit und musische Kompetenzschulung in einem. Wie wird das Programm denn bis dato angenommen?

Robert Weinkauf: Dass es eine solche Bildungsarbeit ist - und die ist es ja wirklich! - war mir anfangs gar nicht und auch später nicht gleich bewusst. Ich war mir ohnehin eher unsicher „mit all dem“. Wieso musste ich jetzt auch noch anfangen, Lieder öffentlich singen zu wollen, wo es doch schon so viele tolle Leute gibt? Gerade aktuell. Allein schon in Leipzig! Und muss ich mich dann auch noch so „offenbaren“ mit den Texten und was ich dazu zu erzählen habe? Irgendwie war es mir suspekt. Das Bühnenbedürfnis dafür kristallisierte sich erst während der bereits laufenden Proben für die Premiere im Oktober 2024 heraus. Erst da gestand ich mir ein, dass es gut sei, was ich da tue und dass ich es plötzlich bin, der auch außerhalb einer Zweisamkeit anderen etwas zu sagen haben könnte, wenn ich auch an keiner Stelle einen Hehl daraus mache, dass es alles Worte von Frauen sind, die zu ihrer Zeit im Normal(!)fall nicht gehört wurden, die unbekannt waren und zumeist bis heute geblieben sind. Wir verleihen uns also gegenseitig Stimme. Darin spüre ich für mich selbst eine großartige Kraft. Auch gerade, weil es Texte von Frauen sind.

Ich könnte womöglich auch problemlos „schummeln“, weil man mir vermutlich jedes Wort als das eigene abnehmen würde. Aber im Gegenteil, ich verteile für die Konzertgäste Literatur-Listen und widme diesen Abend ganz bewusst allen Frauen, die nur deshalb nicht die ihnen gebührende Aufmerksamkeit und Anerkennung erfahren, weil sie Frauen sind. Eine schreiende Ungerechtigkeit des Patriarchats, gegen die ich mich auf unterschiedlichste Weise schon mein ganzes Leben lang zu artikulieren versuche. Ich wollte und will nie einer dieser im Weg stehenden, Schatten verordnenden Männer sein, sondern ich will in einer tatsächlichen Emanzipation und Gleichberechtigung die paar wenigen Parameter mitbestimmen, die ich diesbezüglich beeinflussen kann - in meinem engsten Umkreis, im Bekanntenkreis und nicht zuletzt in und mit meinem Publikum, ob nun als Musiker oder als Veranstalter.

Die Premierengäste auf Goseck haben sich im Oktober in der proppevollen Schlosskirche offenen Herzens und offenen Geistes von uns mitnehmen lassen. Dabei war spürbar, dass der fortschreitende Abend trotz auch witziger und charmant pointierter Momente tiefer und tiefer in die Seele eindrang - nicht nur in die der Autorinnen, nicht nur in meine, sondern auch in die des Publikums. Das hat manchmal richtig geknistert, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Und nach dem letzten Lied entlud sich das dann auf berührend stürmische Weise über uns. Und für mich - ganz tief in mir selbst - war das zugleich auch die Eruption dessen, was in den letzten Jahren mit diesen neuen Liedern in mir „brodelte“. Nicht zuletzt dadurch wurde mir dieser Abend zu einem „Lebensereignis“, das mir da bereitet wurde. Und ja, es führte bereits am Tag danach zu der Überlegung, dieses Programm auch noch anderen Menschen zukommen zu lassen, was ursprünglich gar nicht meine zwingende Intuition war. Aber ich habe noch Paulas SMS auf meinem Telefon, in der sie schrieb: „Lass es uns auf jeden Fall noch einmal machen!“

Ahoi: Wohin führt Euch denn die Kleintournee noch und wann?

Robert Weinkauf: Ich kenne die Veranstaltungslandschaft ganz gut - sowohl als Musiker mit vielen anderen Projekten, die ich seit Jahrzehnten verfolge, als auch als „Veranstalter“ auf Schloss Goseck und von dort aus; dementsprechend also besonders in den Bereichen, die man „Kleinkunst“ nennen würde. Und da ist es schon sehr auffällig, dass sich viele Konzertorte spätestens seit der Corona-Pandemie in die Kirchen verlagert haben. Einerseits sind das oftmals besonders schöne Räume, aber es sind vor allem auch die Entscheidungsträger, die flexibler sind, weil sie flexibler sein können als die noch existierenden, „klassischen“ Veranstalter, die damit neben aller Liebe auch unbedingt ihr Brot verdienen müssen.

Unser „Letztes Lied“ wurde also auch in erster Linie von Kirchgemeinden mit offenen Armen auf- und angenommen, das waren richtiggehende „Spontan-Zusagen“. Mir kommt das insofern entgegen, als dass ich zumeist sowieso eine gute Verbindung mit solchen spirituellen Räumen spüre und ich mich auch mit meinen Texten und Aussagen darinnen wohl fühlen kann. Außerdem kommt mir die Akustik entgegen, weil ich sie „schon immer“ gewohnt bin mit meiner mittelalterlichen Kirchenmusik, und weil ich es zudem absolut bevorzuge, ohne elektrische Verstärkung zu arbeiten. Und das können wir an allen bislang fixierten Orten so handhaben.

Wir beginnen am 3. Mai in Thüringen in St. Peter und Paul zu Worbis, gefolgt von der Trinitatiskirche Klettbach bei Erfurt am 4. Mai. Und weil es ganz offensichtlich einen dringenden Wunsch und Bedarf von vielen Leipzigern gibt - ich bin ja selber ehemaliger Leipziger und auch Paula ist waschechte Leipzigerin - hat uns der Kirch-Gemeinderat von Leipzig-Zuckelhausen eingeladen, am 31. Mai dort zu gastieren. Das ist ein besonders schöner Ort mit schönen Menschen, der regelmäßig auch von der Leipziger „Liedertour“ bespielt wird, in der ich mich ja auch schon seit etwa dreißig Jahren „zu Hause“ fühle, nicht nur als Musiker, sondern mit Schloss Goseck vor allem auch als einer ihrer regelmäßigen Kooperationspartner. Und die letzte gemeinsame Aufführung geben wir dann am 1. Juni im „Neuen Theater am Franziskanerkloster“ in Zeitz - unterstützt unter anderem von der Kultur- und Bildungsstätte „Kloster Posa“.

Ahoi: Bei Deinen vielen sonstigen Aktivitäten … wie geht es mit denen weiter demnächst?

Robert Weinkauf: Das Jahr ist voll, wie auch bei Paula. Deshalb wird es also vermutlich wirklich neben den Mai- keine weiteren Termine für „Das letzte Lied“ geben.

Allein schon auf Schloss Goseck habe ich als „Veranstalter“ einiges vor in diesem Jahr. Als mein „Hauptwerk 2025“ vielleicht, auch was Kraftanstrengung und organisatorische Herausforderung betrifft, die Feier des Geburtstages eines meiner langjährigsten engen Freunde: Der Londoner Blues’n’Soul-Poet Paul Millns feiert am 30. August seinen Achtzigsten bei uns - ein „open air“-Konzert mit seiner Band im idyllischen Schlosshof und mit weiteren musikalischen Gästen und ganz besonderen „Konstellationen“, die es nur dieses eine Mal an diesem einen Abend geben wird. Die Tickets dafür sind bereit erhältlich.

In Naumburg, wo ich in diesem Jahr eine regelmäßige Lesereihe in „Einfacher Sprache“ etablieren möchte, werde ich am 10. Mai mit Paula auf der selben Bühne stehen, aber nicht gemeinsam: Wir gehören beide zu den Akteuren der Veranstaltung „Lesen wider das Vergessen“ - in dringend notwendiger Erinnerung an die „Bücherverbrennung“ der Nazis im Jahre 1933, die auch vor unseren hiesigen Bibliotheken nicht Halt gemacht hat. Für „Kumbra“, die Kulturinitiative des Burgenlandkreises, werde ich im Herbst ein paar Veranstaltungen beisteuern; monatlich läuft die Liedermacher-Reihe „Weinkauf trifft…“ in Weißenfels; in Leipzig moderiere ich dann gemeinsam mit Judith von Hiller für die „Leipziger Liederszene“ wieder viermal den „Leipziger Liederladen“ im „Buddehaus“; mit unserem regionalen Internet-Radio „Saalewelle“ würde ich gern auch noch ein bisschen enger zusammenarbeiten; und auch mit dem „Gosecker Heimatverein“, in dessen Vorstand ich sitze, will ich natürlich wieder ein paar schöne Gedanken in die Realität umsetzen. Ideen schwirren mir ständig durch den Kopf. Mal sehen, was da also noch kommt, was davon überhaupt zu schaffen ist.

Ende Juni dann zum 35. Male unser Festival „montalbâne“ in Freyburg/Unstrut, das internationale Festival für mittelalterliche Musik. Mit dem „montalbâne Ensemble“ werden wir ein paar interessante Konzerte singen im Rahmen des diesjährigen Landes-Themenkomplexes „500 Jahre Bauernkriege“, und im Dezember haben wir mit „Advent 1500“ endlich auch mal wieder ein - diesmal spätmittelalterliches - Weihnachtsprogramm anzubieten.

Und zu guter Letzt werde ich als „Liedermacher unplugged“ dann fast den ganzen Monat November auf einer der monatlichen „Liedertouren“ des gleichnamigen Leipziger Vereins unterwegs sein - vermutlich mit den bis dahin noch nicht öffentlich gespielten meiner seinerzeit entstandenen Vertonungen. Einmal quer durch ganz Mitteldeutschland bis Nord-Hessen: „Ich bin ein roter Rosenstrauch - Die Einmal-im-Leben-Tour“. An manchen Orten vielleicht mit mir lieben, musikalischen Gästen. Mal sehen …

Naja, und nebenher gehe ich natürlich arbeiten, um mir all das auch irgendwie „leisten“ zu können. Da aber die multimediale Ausstellung zur Geschichte von Kloster und Schloss in der Gosecker Schlosskirche auch mein offizieller Arbeitsplatz bei der „Kulturstiftung Sachsen-Anhalt“ ist, kann ich da vieles von dem, was mir liegt und was ich kann, alltäglich verwirklichen - letztlich auch im gegenseitigen, bestenfalls sogar in aller Interesse.

Ahoi: Dann wünschen wir Dir und Euch jetzt erst einmal, dass Zuckelhausen ein großes Fest wird, und den Leipzigerinnen und Leipzigern wünschen wir offene Ohren und einen freundlichen, offenen Geist, auf dass sie Euch auch genießen können.

Robert Weinkauf: Herzlichen Dank! Ach ja, auf diesen freundlichen, offenen Geist freuen wir uns ganz besonders! Denn nicht zuletzt ist dieses Projekt für uns natürlich auch mit ein bisschen Aufregung verbunden:

Paula verzichtet in diesem Programm vollständig auf ihr eigenes Material, sogar auf ihre Gitarre, und wird also meine Lieder „als Band, als Big Band, als Orchester“ multiinstrumental illustrieren und „auf höhere Ebenen“ heben. Das ist für Paula eine neue Facette in ihrem Schaffen, genau so, wie es für mich neu ist, als „Liedermacher“ dort vorn zu stehen.

„Das letzte Lied“ verspricht also auch, ein Abend voller „Überraschungen“ zu werden. Ein Abend mit ganz Neuem von zweien, die man vielleicht längst zu kennen glaubte.

Und diejenigen, die es wirklich interessiert, sollten vorsichtshalber nicht damit rechnen, dass es nach diesen Terminen noch einmal Wiederholungen geben könnte:

3. Mai - Samstag - 19.30 Uhr - Kirche St. Peter und Paul zu Worbis

4. Mai - Sonntag - 16.30 Uhr - Trinitatiskirche Klettbach (bei Erfurt)

31. Mai - Samstag - 17.00 Uhr - Kirche Leipzig-Zuckelhausen

1. Juni - Sonntag - 17.00 Uhr - "Neues Theater" am Franziskanerkloster Zeitz

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