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Ausstellung in Halle

Heydrich und Halle: Neue Doppelschau

Das Stadtmuseum Halle zeigt ab 13. Februar 2026 die Ausstellung „Reinhard Heydrich. Karriere und Gewalt“ der Stiftung Topographie des Terrors – ergänzt durch die Werkstattausstellung „Spuren in Halle“. Beide Ausstellungen beleuchten die lokale Dimension nationalsozialistischer Gewalt.

© Viktoria Schlögel

Ab dem 13. Februar 2026 zeigt das Stadtmuseum Halle erstmals außerhalb Berlins die Ausstellung „Reinhard Heydrich. Karriere und Gewalt“ der Stiftung Topographie des Terrors. Ergänzt wird sie durch die Werkstattausstellung „Spuren in Halle. Zum Forschen und Mitmachen“.

 

Im Vorfeld fand am Dienstag eine Pressekonferenz im Stadtmuseum statt. Direktorin Jane Unger stellte gemeinsam mit Johanna Wensch, Kuratorin der Stiftung Topographie des Terrors, die Konzeption der Doppelausstellung vor und beantwortete Fragen zur lokalen Einordnung der Ausstellung in Halle.

Die offizielle Eröffnung der Ausstellung beginnt am 12. Februar 2026 um 17 Uhr im Stadtmuseum Halle. Erwartet werden Vertreter aus Politik und Kultur sowie internationale Gäste. Auch interessierte Besucher aus Halle, Leipzig und der Region können an diesem Termin teilnehmen. Ab dem 13. Februar ist die Ausstellung regulär zugänglich.

Damit rückt Halle als Geburtsstadt Heydrichs in den Fokus einer überregionalen Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Terrorapparat.

Karriere im System der Gewalt

Reinhard Heydrich (1904–1942) stieg innerhalb weniger Jahre zu einem der zentralen Akteure im Überwachungs- und Verfolgungsapparat von SS und Polizei auf. Als Chef des Reichssicherheitshauptamts war er maßgeblich an der Organisation des Holocaust beteiligt.

Die Ausstellung zeichnet seinen Aufstieg nach und untersucht die Strukturen, in denen er agierte. Sie fragt nach biografischen Prägungen, institutionellen Netzwerken und nach der Funktionsweise des nationalsozialistischen Terrorapparats. Rund 300 Exponate aus über 70 Archiven dokumentieren diese Entwicklung.

Halle als lokaler Schauplatz

Die Werkstattausstellung „Spuren in Halle“ vertieft die Perspektive auf die Stadt selbst. Sie untersucht, wie sich Ausgrenzung, Radikalisierung und Gewalt konkret in Halle manifestierten.

 

Während der Presseführung erläuterte das Kuratorenteam einzelne Exponate. Norbert Böhnke stellte Aspekte von Heydrichs Jugend in Halle vor. Kristin Land ordnete unter anderem Kinderzeichnungen aus der NS-Zeit ein und zeigte, wie Ideologie bereits im Alltag und im familiären Umfeld sichtbar wurde.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Tagebuchaufzeichnungen des tschechischen Zwangsarbeiters Josef Sýkora. Philip Mahrenholz stellte die Dokumente vor und erläuterte deren Bedeutung für die lokale Geschichtsforschung. Die Aufzeichnungen geben Einblick in den Alltag eines jungen Mannes, der 1942 nach Halle verschleppt wurde und dort Zwangsarbeit leisten musste.

Die Werkstattausstellung macht deutlich, dass sich große politische Entwicklungen in konkreten Lebensgeschichten spiegeln. Neben Täterbiografien stehen Schicksale von Verfolgten, Zwangsarbeitern und Menschen im Widerstand.

Internationale Kooperation

Die Präsentation in Halle markiert den Auftakt einer Wanderausstellung außerhalb Berlins. Weitere Stationen sind geplant.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Stadtmuseum Halle und der Stiftung Topographie des Terrors knüpft an frühere Kooperationen an. Werkstattgespräche, Vorträge und weitere Begleitformate flankieren die Ausstellung.

Ein Ausflug mit historischem Gewicht

Von Leipzig aus ist Halle in rund 20 Minuten mit der S-Bahn oder dem Regionalzug erreichbar. Der Hauptbahnhof Halle liegt wenige Minuten vom Stadtmuseum entfernt. Auch mit dem Auto ist das Museum gut angebunden. Parkhäuser befinden sich im unmittelbaren Innenstadtbereich.

Das Stadtmuseum liegt zentral in der Altstadt. Von dort sind der Marktplatz, die Marktkirche, das Händel-Haus und weitere historische Orte fußläufig erreichbar. Ein Ausstellungsbesuch lässt sich daher mit einem Rundgang durch die hallesche Innenstadt verbinden.

So entsteht ein Perspektivwechsel: von der Täterbiografie zur konkreten Stadtgeschichte vor Ort.

 

 

Infos im Überblick:

Reinhard Heydrich. Karriere und Gewalt
Spuren in Halle. Zum Forschen und Mitmachen

Stadtmuseum Halle, Große Märkerstraße 10, Halle (Saale)
Laufzeit: 13. Februar 2026 bis 10. Mai 2026
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag sowie an Feiertagen, 10–17 Uhr
Eintritt: 5 Euro / 3 Euro ermäßigt / Kinder bis 14 Jahre frei

Weitere Informationen unter: stadtmuseumhalle.de

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